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JAHRGANG 1917
November 1917

Sonntag, den 25. November 1917


Psalm 112,1

Gleich dem vorhergehenden ist dieser Psalm ein alphabetischer, d.h. jeder seiner 22 Sätze beginnt im Grundtext mit einem der 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets nach ihrer geordneten Reihenfolge. Vor allem aber beweist der Inhalt, dass diese beiden Psalmen in besonderer Weise zusammengehören. Der Lesen wird gut tun, dieselben Vers um Vers genau miteinander zu vergleichen! Während Psalm 111 den Ruhm Gottes, Seine Eigenschaften und Seine Werke, verkündigt, preist Psalm 112 die Glückseligkeit, die Eigenschaften und das gesegnete Tun des gottesfürchtigen Menschen. Somit steht Psalm 112 zu 111 im gleichen Verhältnis wie der Mond zur Sonne. Der Mond hat kein eigenes Licht, sondern er strahlt den Glanz aus, mit welchem die Sonne ihn bescheint. So ist die praktische Gerechtigkeit, welche der Glaubende in seinem Wandel und in guten Werken erzeigt, die Wirkung und der Widerschein der göttlichen Gnade, welche in sein Herz und Leben Eingang gefunden und es helle gemacht hat! –Wir begreifen daher, dass auch dieser 112. Psalm mit einem „Halleluja“ – mit dem Lobe Gottes beginnt: Gott ist zu preisen und wird gepriesen dafür und dadurch, dass ein Gläubiger in wahrer Gottesfurcht und Gottseligkeit wandelt! (Lies Matth. 5,16; Joh. 15,8.)

Der HErr wird hier gepriesen. („Halleluja“ oder: „Lobet den HErrn!“) wegen der Glückseligkeit, die das Teil des wahren Gottesfürchtigen ist. Nie wird es eine grosse Menge sein, die in wahrer Gottesfurcht lebt und wandelt, denn der Weg des praktischen Glaubensgehorsams ist schmal und „wenige sind, die ihn finden“! Ja, der tatsächliche Wandel im Glaubensgehorsam ist eine ganz persönliche Sache des Einzelnen, deshalb heisst es hier nicht: „Glückselig die Menschen, welche den HErrn fürchten!“ sondern: Glückselig der Mann, der den HErrn fürchtet!“ – In unserer gottwidrigen Welt und selbst inmitten der Gläubigen gehört wirkliche Männlichkeit, persönlicher Mut dazu um – entgegen dem allgemeinen Sinn und den Strömungen des Zeitgeistes – den Weg des Glaubens nach dem Worte Gottes zu betreten und auf demselben zu beharren! (Vergl. Ps. 1,1.) Deshalb wird den Gläubigen zugerufen: „Wachet, stehet fest im Glauben, seid männlich, seid stark!“ (1. Kor. 16,13.) – Mit der wahren Gottesfurcht ist „grosse Luft an den Geboten des Herrn“ verbunden, d.h. nicht nur an der Erkenntnis und Erforschung dieser Gebote, so wichtig dieselbe ist, sondern gleichzeitig an ihrer praktischen Ausübung im täglichen Leben! (Vergl. den Schlussvers von Ps. 111.) Erst wenn ich die Gebote des HErrn in die Tat umsetze und mein Leben nach ihnen einrichte, lerne ich ihren Wert und ihre Kostbarkeit wirklich kennen. – Sind wir dem Einen ähnlich, der gesprochen ha und Dessen ganzes Leben wie Sein Sterben es bewiesen hat: „Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist Meine Luft, und Dein Gesetz ist im Inneren Meines Herzens?“ (Ps. 40,8.)

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