BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1916
November 1916

Mittwoch, den 8. November 1916


3. MOSE 14,43-45

Trotz allem, was geschehen war zu Reinigung des Hauses vom Aussatz, war es doch möglich, daß derselbe von neuem ausbrach. Dadurch wurde der Beweis erbracht, daß etwas von dem schrecklichen Übel an einer verborgenen Stelle haften geblieben und nicht entdeckt und ausgerottet worden war. Fand der Priester tatsächlich, daß der Aussatz von neuem ausgebrochen war, so gab es keinen Verzug mehr: das ganze Haus war unrein, und Gott verhängte Sein endgültiges Gericht über dasselbe. Es mußte abgerissen und das ganze Baumaterial mußte hinausgeschafft werden an einen unreinen Ort. – Es kann mit einem gläubigen Kreise, mit einer Gemeinschaft, mit einem von Gott begonnenen und den Menschen anvertrauten Werke, ja mit einer ganzen „Richtung“ von Gläubigen dahin kommen, daß der eingedrungene Aussatz der Weltlichkeit, der Oberflächlichkeit oder auch verderblicher Lehre unheilbar wird. Gott kann dann nichts anderes tun, als jenen einstigen „Leuchter“ dem Gericht des Erlöschens und Erkaltens anheimzugeben und ihn von seiner Stelle zu rücken.*

* Ein solches Strafgericht erreichte z.B. die einst so gesegnete, blühende Gemeinde von Ephesus. (Lies Offenb. 2,1-7.) Sie hat trotz der ergreifenden Warnung des Herrn nicht gründlich Buße getan, ist nicht in Wahrheit zu ihrer ersten Liebe, ihrem ersten Zustand und ihren ersten Werken zurückgekehrt. Und der Herr hat ihr nicht nur das wunderbare Licht des Geistes, das sie besessen – man denke an den erhabenen Inhalt des Epheserbriefes! – entzogen, Er hat auch den „Leuchter“ wegstoßen, das ganze „Haus“ niederreißen müssen, so daß die Stadt Ephesus seither kein lebendiges Zeugnis der Wahrheit und des Heiles Gottes mehr in ihrer Mitte hat!

Ach, daß dies so schnell geschehen kann, daß der Verfall so rasch um sich greift! Und das Allerschlimmste ist, daß eine Gemeinde oder Gemeinschaft, ein Kreis oder ein Werk unter dem Göttlichen Urteil der Beiseitesetzung stehen kann und weiß es nicht, weil das Ohr fehlt, um die Stimmes des priesterlichen Richters zu hören. (Lies Offenb. 3,17; Hos. 7,8-12.)

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