BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 3. Mose -- 244 (Das Fest der Webebrote oder Pfingstfest: am 4. des 3. Monats im Jahr)
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DAS DRITTE BUCH MOSE (Leviticus)
C. GOTTES GESETZ -- TEIL 6: HEILIGUNG (3. Mose 17-27)
8. Wöchentliche und jährliche Feiertage mit heiligen Versammlungen der Israeliten (3. Mose 23,1-44)

e) Das Fest der Webebrote oder Pfingstfest: am 4. des 3. Monats im Jahr (3. Mose 23,15-22 )


3. MOSE 23,15.16 ( IV. Webebrote oder Pfingstfest )

15 Darnach sollt ihr zählen vom Tage nach dem Sabbat, da ihr die Webegarbe brachtet, sieben ganze Wochen; 16 bis an den Tag nach dem siebenten Sabbat, nämlich fünfzig Tage, sollt ihr zählen und neues Speisopfer dem HERRN opfern

Im nahen Zusammenhang mit dem Fest der Erstlingsgarbe stand das Fest der Erstlingsbrote, welches auch „Fest der Wochen“ heißt, weil es sieben Wochen nach dem erstgenannten kam. Wie wir uns erinnern, geschah die Darbringung der Erstlingsgarbe stets an einem Sonntag, obwohl derselbe unter dem Alten Bunde sonst keine besondere Bedeutung hatte. Und ebenso fand auch die Darbringung der Erstlingsbrote vor Jehova – sieben Wochen später – stets „am anderen Tage nach dem Sabbat“, also wiederum am Sonntag, statt. Deshalb erhielt dieses letztere Fest später den Namen Pfingsten, herrührend von dem griechischen pentecoste, d. h. „Fünfzig“, da es der fünfzigste Tag nach dem Fest der Erstlingsgarbe war. Wir sehen also, diese beiden Feste – das der Erstlingsgarbe und das der Erstlingsbrote – standen in innigem Zusammenhang, sowohl der Zeit als der Bedeutung nach. Beide waren Erntefeste; ersteres bezeichnete den Beginn, letzteres das eigentliche Hauptfest der Getreideernte.

An diesem Pfingstfest, das ein Tag der Freude und des Dankes war (lies 5. Mose 16,9-12), mußten – wie auch am Fest der ungesäuerten Brote – alle männlichen Israeliten aus dem ganzen Lande in Jerusalem erscheinen „vor dem Angesicht des Herrn Jehova“. (Lies 2. Mose 23,14-17.)

5. Mose 16,9-12 -- 9 Sieben Wochen sollst du dir zählen, und anheben zu zählen, wenn man anfängt mit der Sichel in der Saat. 10 Und sollst halten das Fest der Wochen dem HERRN, deinem Gott, daß du eine freiwillige Gabe deiner Hand gebest, nach dem dich der HERR, dein Gott, gesegnet hat; 11 und sollst fröhlich sein vor dem HERRN, deinem Gott, du und dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd und der Levit, der in deinem Tor ist, der Fremdling, der Waise, und die Witwe, die unter dir sind, an der Stätte, die der HERR, dein Gott, erwählen wird, daß sein Name da wohne. 12 Und gedenke, daß du Knecht in Ägypten gewesen bist, daß du haltest und tust nach diesen Geboten. / 2. Mose 23,14-17 -- 14 Dreimal sollt ihr mir Feste halten im Jahr: 15 das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten, daß du sieben Tage ungesäuertes Brot essest, wie ich dir geboten habe, um die Zeit des Monats Abib; denn in demselben bist du aus Ägypten gezogen. Erscheint aber nicht leer vor mir. 16 Und das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Früchte, die du auf dem Felde gesät hast. Und das Fest der Einsammlung im Ausgang des Jahres, wenn du deine Arbeit eingesammelt hast vom Felde. 17 Dreimal im Jahre soll erscheinen vor dem HERRN, dem Herrscher, alles, was männlich ist unter dir.

So waren denn auch an jenem Pfingst- oder Erntefest, an welchem nach der Himmelfahrt des Herrn Jesu der Heilige Geist ausgegossen wurde, die gottesfürchtigen Juden von nah und fern in Jerusalem versammelt. (Apg. 2,1.5.)

Apostelgeschichte 2,1.5 -- 1 Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle einmütig beieinander. ... 5 Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist.

Es war wiederum der „Tag nach dem Sabbat“, also ein Sonntag – sieben Wochen nach dem Auferstehungstage des Herrn Jesu. In der Kraft des soeben empfangenen Heiligen Geistes stand der Apostel Petrus auf und verkündigte der großen Menge das Heil in Christo. Und Gott begleitete das Wort mit wunderbarem Segen: dreitausend von diesen Juden bekehrten sich aufrichtig zu Christo; sie schlossen sich der Schar der Jünger an und wurden für die Ewigkeit errettet. Welch ein Erntetag für Gott an diesem Erntefest Israels! So hat Gott Selbst uns die Antwort gegeben auf die Frage: Was bedeutet im geistlichen Sinne das „Fest der Wochen“, das Pfingstfest Israels? Wie wir in der Darbringung der Erstlingsgarbe ein Vorbild sahen auf die Auferstehung Christi, so erkennen wir in dem Fest der Erstlingsbrote einen klaren Hinweis auf die Sammlung der Gemeinde des Herrn, welche ja auch genannt wird „die Versammlung der Erstgeborenen“, die „die Erstlinge des Geistes“ haben. (Hebr. 12,23; Röm. 8,23; vgl. auch Jak. 1,18.)

Hebräer 12,23 -- und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten / Römer 8,23 -- Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung. / Jakobus 1,18 -- Er hat uns gezeugt nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen.

Diese Sammlung der Gemeinde schreitet, wie wir wissen, seit jenem Pfingsttage, da der Heilige Geist herniederkam, fort. Täglich werden dem Herrn noch neue Seelen gewonnen durch das Evangelium und als Glieder Seiner Gemeinde hinzugefügt. Die Ernte ist noch nicht abgeschlossen, Gott sei Dank! Doch wissen wir nicht, wie lange sie noch währen wird. Darum gilt allen Ungeretteten der Ruf: „Eile und errette deine Seele!“ und allen Kindern Gottes die Mahnung: „Nehmet teil an der Ausbreitung, an den Kämpfen und Siegen des herrlichen Evangeliums von Christo! Helft Seelen retten für euren Herrn und Heiland, solange die Tür des Heils noch offen steht!“

(Mittwoch, 12. Juni 1918)

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