BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 3. Mose -- 176 (Recht richten im Gericht)
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DAS DRITTE BUCH MOSE (Leviticus)
C. GOTTES GESETZ -- TEIL 6: HEILIGUNG (3. Mose 17-27)
4. Wie sich die Heiligkeit des HERRN im täglichen Leben auswirken soll (3. Mose 19,1-37)

i) Recht richten im Gericht (3. Mose 19,15)


3. MOSE 19,15

15 Ihr sollt nicht unrecht handeln im Gericht, und sollst nicht vorziehen den Geringen noch den Großen ehren; sondern du sollst deinen Nächsten recht richten.

Bei der Rechtspflege, wie auch im Geschäfts- und Privatleben, liegt die Gefahr außerordentlich nahe, Unterschiede in der Behandlung zu machen. Im allgemeinen ist die Neigung groß, vorteilshalber oder aus Menschenfurcht die Angesehenen, Hochgestellten zu begünstigen, die Schutzlosen und Geringen dagegen zurückzusetzen und „ihr Recht zu beugen“. Doch auch das Umgekehrte kommt vor, und die Bibel tadelt es ebenso: den Geringen in parteiischer Weise vorzuziehen und zu begünstigen vor dem Angesehenen und Reichen! (2. Mose 23,3.6.9)

2. Mose 23,3.6.9 -- 3 Du sollst den Geringen nicht beschönigen in seiner Sache. … 6 Du sollst das Recht deines Armen nicht beugen in seiner Sache. … 9 Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisset um der Fremdlinge Herz, dieweil ihr auch seid Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.

Die Gläubigen sollen sich unter allen Umständen von Gott strenge Unparteilichkeit darreichen lassen und sollen allen Menschen mit dem gleichen Wohlwollen begegnen. Je einflußreicher unsere Stellung im Leben, desto größer unsere Verantwortung in dieser Hinsicht! – Selbst im Kreise der Kinder Gottes offenbart sich viel Parteilichkeit – sei es, daß auch hier der böse Unterschied gemacht wird zwischen arm und reich, zwischen hoch und niedrig, oder aber, daß man sich von seinen natürlichen Neigungen und Abneigungen, statt von der Liebe Christi leiten läßt! – Man ist herzlich und freundlich gegen die, welche einem selbst „sympathisch“ sind, kühl und fremd gegen die, welche einem „unsympathisch“ sind! Das ist ein großes Unrecht und durchaus dem Herzen Christi entgegen. Er liebt all die Seinen mit der gleichen Liebe und Er will, daß wir es auch tun (1. Korinther 12,24b-25; Philipper 2,2; 1. Petrus 3,8), obwohl gewiß das Maß der Gemeinschaft untereinander ein verschiedenes sein wird, denn dieses letztere hängt davon ab, inwieweit jeder einzelne unter uns im Lichte wandelt! (Vergl. die Betrachtung vom 5. Februar)

1. Korinther 12,24-25 -- 24 Denn die uns wohl anstehen, die bedürfen's nicht. Aber Gott hat den Leib also vermengt und dem dürftigen Glied am meisten Ehre gegeben, 25 auf daß nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder füreinander gleich sorgen. / Philipper 2,2 -- 2 so erfüllet meine Freude, daß ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einhellig seid. / 1. Petrus 3,8 -- 8 Endlich aber seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich.

(Sonntag, 18. März 1917)

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