BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 3. Mose -- 175 (Den Nächsten nicht bedrücken oder berauben. Den Behinderten nicht zu Fall bringen)
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DAS DRITTE BUCH MOSE (Leviticus)
C. GOTTES GESETZ -- TEIL 6: HEILIGUNG (3. Mose 17-27)
4. Wie sich die Heiligkeit des HERRN im täglichen Leben auswirken soll (3. Mose 19,1-37)

h) Den Nächsten nicht bedrücken oder berauben. Den Behinderten nicht zu Fall bringen (3. Mose 19,13-14)


3. MOSE 19,13-14

13 Du sollst deinem Nächsten nicht unrecht tun noch ihn berauben. Es soll des Tagelöhners Lohn nicht bei dir bleiben bis an den Morgen. 14 Du sollst dem Tauben nicht fluchen und sollst dem Blinden keinen Anstoß setzen; denn du sollst dich vor deinem Gott fürchten, denn ich bin der HERR.

Jede Bedrückung und Benachteiligung des Nächsten – ganz besonders der Geringen und Bedürftigen – ist eine schwere Sünde, die Gott heimsuchen wird! Wenn wir selbstsüchtig unseren Vorteil suchen, statt auf das Wohl des Anderen bedacht zu sein, wie wollen wir als Christen uns noch der Liebe und Gemeinschaft unseres Gottes freuen? (1. Johannes 3,17)

1. Johannes 3,17 -- 17 Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und sieht seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm?

Wenn z.B. der Arbeitgeber, der gewöhnlich weit besser bemittelt ist als der Arbeiter, mit der Lohnauszahlung zögert, so liegt darin ein großer Mangel an Herz und Mitgefühl! Rechnungen für gelieferte Waren oder geleistete Arbeit unbezahlt liegen zu lassen, ist gleichfalls ein schwere Unrecht. (Vergl. 5. Mose 24,14-15; Jakobus 5,4)

5. Mose 24,14-15 -- 14 Du sollst dem Dürftigen und Armen seinen Lohn nicht vorenthalten, er sei von deinen Brüdern oder den Fremdlingen, die in deinem Lande und in deinen Toren sind, 15 sondern sollst ihm seinen Lohn des Tages geben, daß die Sonne nicht darüber untergehe (denn er ist dürftig und erhält seine Seele damit), auf daß er nicht wider dich den HERRN anrufe und es dir Sünde sei. / Jakobus 5,4 -- 4 Siehe, der Arbeiter Lohn, die euer Land eingeerntet haben, der von euch abgebrochen ist, der schreit, und das Rufen der Ernter ist gekommen vor die Ohren des HERRN Zebaoth.

Im Umgang mit solchen, die durch ein körperliches Gebrechen behindert sind, sollen es sich die Kinder Gottes besonders angelegen sein lassen, Geduld, Barmherzigkeit und Freundlichkeit zu üben! Den Gebrechlichen Leid zuzufügen, ist ein besonderes Unrecht. Der Schwerhörige z.B. vernimmt den Spott, den Fluch ja nicht und kann sich nicht dagegen schützen oder rechtfertigen; Gott aber wird es tun. – Gegenüber den ihn kränkenden Spott- und Lästerreden der Weltkinder soll der mit Gott wandelnde Gläubige einem Tauben gleichen und keinerlei Gegenrede führen, sondern die Antwort Gott überlassen. (Lies Psalm 38,13-15)

Psalm 38,14-16 -- 14 Ich aber muß sein wie ein Tauber und nicht hören, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut, 15 und muß sein wie einer, der nicht hört und der keine Widerrede in seinem Munde hat. 16 Aber ich harre, HERR, auf dich; du, HERR, mein Gott, wirst erhören.

Die grausame Tat, einem Blinden einen Anstoß in den Weg zu legen, wird an anderer Stelle noch mit dem göttlichen Fluch belegt (5. Mose 27,18), denn in solcher Tat liegt die größte Herzlosigkeit.

5. Mose 27,18 -- 18 Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege! Und alles Volk soll sagen: Amen.

Möge kein Kind Gottes so gefühllos sein, durch ungöttliches Verhalten einem innerlich noch blinden Weltkind, das den Heiland sucht, einen Anstoß in den Weg zu legen! Laßt uns im Gegenteil in wahrer heiliger Furcht vor unserem Gott wandeln und durch unser ganzes Wesen und Tun eine freundliche, lockende Einladung für Andere sein, indem wir ihnen jedes Hindernis aus dem Weg zu räumen suchen, damit sie den Herrn Jesus finden! – Auch unseren schwachen Brüdern und Schwestern im Glauben wollen wir keinen Anstoß geben in irgend einer Sache! (Lies Jesaja 57,14; Matthäus 18,6; Römer 14,13.21)

Jesaja 57,14 -- 14 und wird sagen: Machet Bahn, machet Bahn! räumet den Weg, hebet die Anstöße aus dem Wege meines Volkes! / Matthäus 18,6 -- 6 Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre es besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft werde im Meer, da es am tiefsten ist. / Römer 14,13.21 -- 13 Darum lasset uns nicht mehr einer den andern richten; sondern das richtet vielmehr, daß niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis darstelle. … 21 Es ist besser, du essest kein Fleisch und trinkest keinen Wein und tust nichts, daran sich dein Bruder stößt oder ärgert oder schwach wird.

(Sonnabend, 17. März 1917)

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