BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 442 (Das glänzende Angesicht des Mose und die Decke, die er davor hängte fürs Volk )
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
F. Das goldene Kalb und Moses Umgang mit Gott (2. Mose 32-34)

23. Das glänzende Angesicht des Mose und die Decke, die er davor hängte fürs Volk (2. Mose 34,29-35)


2. Mose 34,29-30

29 Da nun Mose vom Berge Sinai ging, hatte er die zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand und wußte nicht, daß die Haut seines Angesichts glänzte davon, daß er mit ihm geredet hatte. 30 Und da Aaron und alle Kinder Israel sahen, daß die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, zu ihm zu nahen.

Nachdem Mose nun zum zweitenmal vierzig Tage und vierzig Nächte in der Gegenwart Jehovas gewesen und auf übernatürliche Weise von Ihm gestützt, erhalten und erquickt worden ist, kam er vom Berge herab zum Volke mit den Gesetzestafeln in der Hand - mit der leuchtenden Herrlichkeit der vergebenden und wiederherstellenden Gnade auf seinem Angesicht! - Als Mose das erstemal vierzig Tage auf dem Berge gewesen war, da hatte sein Angesicht nicht gestrahlt. Das Gesetz hat noch nie ein Menschenantlitz strahlen gemacht, das vermag nur die Gnade! [Lies Hebr. 12,18-24.]

Hebräer 12,18-24 -- 18 Denn ihr seid nicht gekommen zu dem Berge, den man anrühren konnte und der mit Feuer brannte, noch zu dem Dunkel und Finsternis und Ungewitter 19 noch zu dem Hall der Posaune und zu der Stimme der Worte, da sich weigerten, die sie hörten, daß ihnen das Wort ja nicht gesagt würde; 20 denn sie mochten's nicht ertragen, was da gesagt ward: "Und wenn ein Tier den Berg anrührt, soll es gesteinigt oder mit einem Geschoß erschossen werden"; 21 und also schrecklich war das Gesicht, daß Mose sprach: Ich bin erschrocken und zittere. 22 Sondern ihr seid gekommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu einer Menge vieler tausend Engel 23 und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten 24 und zu dem Mittler des neuen Testaments, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das da besser redet denn das Abels.

Allerdings war es hier noch nicht die unvermischte Gnade, die Mose dem Volke brachte! - Die volle, unvermischte Gnade von Gott für schuldige Sünder und für sehnende Gläubige konnte erst Christus bringen - Er, „der Eingeborene vom Vater, voller Gnade und Wahrheit, der Sich Selbst geopfert hat als Lösegeld für alle“ - der große Mittler zwischen Gott und den Menschen! (Lies Röm. 5,1-11; [2. Kor. 5,15-6,2].)

Römer 5,1-11 -- 1 Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern HERRN Jesus Christus, 2 durch welchen wir auch den Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darin wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll. 3 Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringt; 4 Geduld aber bringt Erfahrung; Erfahrung aber bringt Hoffnung; 5 Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. 6 Denn auch Christus, da wir noch schwach waren nach der Zeit, ist für uns Gottlose gestorben. 7 Nun stirbt kaum jemand um eines Gerechten willen; um des Guten willen dürfte vielleicht jemand sterben. 8 Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. 9 So werden wir ja viel mehr durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir durch sein Blut gerecht geworden sind. 10 Denn so wir Gott versöhnt sind durch den Tod seines Sohnes, da wir noch Feinde waren, viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnt sind. 11 Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsern HERRN Jesus Christus, durch welchen wir nun die Versöhnung empfangen haben. / 2. Korinther 5,15-6,2 -- 15 und er ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. 16 Darum kennen wir von nun an niemand nach dem Fleisch; und ob wir auch Christum gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr. 17 Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 18 Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber versöhnt hat durch Jesum Christum und das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. 19 Denn Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. 20 So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott. 21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. / 2. Korinther 6,1-2 -- 1 Wir ermahnen aber euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget. 2 Denn er spricht: "Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen." Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils!

Mose kam mit den Gesetzestafeln vom Berge herab; Christus offenbart Sich heute vom Himmel herab durch den Heiligen Geist als Der, welcher eine ewige Erlösung erfunden und vollbracht hat und deshalb auch den schuldigsten Sünder mit Gott versöhnen und zu einem neuen Menschen machen kann: „Das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesum Christum in die Erscheinung getreten! Noch keines Menschen Auge hat je Gott erblickt, aber der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist - wie kein anderer mit Ihm verbunden - der hat uns Gott geoffenbart!“ „Schaut nur, welch große Liebe uns der Vater erzeigt: Wir sollen Gottes Kinder heißen und sind es auch. Darum versteht die Welt uns nicht und erkennt uns auch nicht an, weil sie Ihn, unseren Herrn Jesus, nicht verstanden und nicht anerkannt hat! - Geliebte, schon jetzt sind wir Gottes Kinder, und noch ist es nicht offenbar, was wir einmal sein werden. Doch wir wissen: wenn es offenbar werden wird - wenn Er offenbar werden wird, dann werden wir Ihm gleich sein, denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist! “ - „Als Mose vom Berge herabkam, da wußte er nicht, daß sein Angesicht leuchtete, weil Gott mit ihm geredet hatte!“ - Gott hatte mit ihm geredet von Angesicht zu Angesicht, und das Schauen Seiner Herrlichkeit, sowie die Kostbarkeit dessen, was er vernehmen durfte, hatte tiefe bleibende Wirkung auf sein Innerstes gewonnen, so daß sein Angesicht - allen sichtbar, die mit ihm zu tun hatten! - die Herrlichkeit Gottes widerspiegelte. - „Aaron und alle Kinder Israel schauten Mose an.“ Der herrliche Glanz, der von ihm ausging, war unverkennbar! - Es wird hier besonders betont, daß Mose selbst hiervon nichts wußte. Er war so völlig von Gott hingenommen, von welchem er kam, und von der vergebenden Gnade, die er seinem Volke bringen durfte, daß es ihm ganz ferne lag, an sich selbst zu denken! - Der Reiz eines kleinen Kindes ist seine vollkommene Unbefangenheit - und das ist auch der Reiz der wahren Gottähnlichkeit und jenes Glanzes, der von dem nahen Umgang mit Gott herrührt! - Diese heilige Einfalt und Unbefangenheit eines Gott nahestehenden Menschen ist wie der Duft einer edlen Frucht oder Blüte, wie die Tauperlen des Morgens auf den Wiesen oder wie der ruhige Spiegel des Bergsees. - Ein gläubiger Schriftsteller sagt: „Wahre von Gott verliehene Gnade ist sich ihrer Schönheit ebensowenig bewußt, wie Mose es hier war. Sobald man selbst bewußt wird, verliert die innere Schönheit ihren Reiz und ihre Kostbarkeit - verliert sie sich selbst!“

Bewahr mich, Herr im Schatten Deiner Flügel!
Bewahre mich, daß ich mich selbst nicht seh!
Fall meinem Ichbewußtsein in die Zügel -
Sich selbst zu sehen, tut der Seele weh!

(Donnerstag, 27. Juni 1935)

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Zuletzt geändert am 30.04.2018 14:53 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)