BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

(www.wol-blz.net)

Suchen nach:
Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 178 (Gebot 10: Nicht begehren was dein Nächster hat)
Diese BLZ Andacht: -- Im Original -- ERWEITERT

Vorige Andacht -- Nächste Andacht

DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

2. Die Zehn Gebote (2. Mose 20,1-17)

J) Gebot 10: Nicht begehren was dein Nächster hat (2. Mose 20,17)


2. MOSE 20,17

Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes noch seiner Magd, noch seines Ochsen noch seines Esels, noch alles, was dein Nächster hat.

Das zehnte Gebot beginnt mit den Worten: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus!“ Luther sagt hierzu: „Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserem Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch es mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein!“ - Gott wollte eine Mauer der Bewahrung bauen um den Besitz und das Haus. Vor aller Welt ist im Gesetz Gottes das Recht des persönlichen Besitzes göttlich festgestellt gegenüber aller Antastung durch Neid und unrechte Begierde. Andererseits ist in diesem Verbot für alle Gottesfürchtigen jeder begehrliche Gedanke als Sünde gestempelt. Wie mächtig überführt Gott hier die Menschen von der Schlechtigkeit und Arglist ihres Herzens! Neid und Streitsucht sind teuflische Eigenschaften. Sie wirken zerrüttend und zerstörend im Herzen und Leben des einzelnen - in der Familie, im Hause Gottes und in der ganzen Welt. Aus Neid und Begehrlichkeit werden alle möglichen bösen Taten geboren! Denken wir nur an Ahab, der als König natürlich alles an Äckern und Gütern besaß, was man sich nur Wünschen konnte. Neben seinem Schloß in Samaria hatte ein schlichter, gottesfürchtiger Mann mit Namen Naboth einen Weinberg; den hätte der König gar zu gerne als einen Gemüsegarten gehabt. Er bot Naboth einen anderen schönen Weinberg oder eine hohe Bezahlung an. Naboth jedoch wollte das Erbe seiner Väter nicht verkaufen; denn das hätte er für ein großes Unrecht Gott gegenüber gehalten! (Lies 3. Mos. 25,23.)

3. Mose 25,23 -- Darum sollt ihr das Land nicht verkaufen für immer; denn das Land ist mein, und ihr seid Fremdlinge und Gäste vor mir.

Ganz mißmutig und zornig kam der König nach Hause, denn er war es in keiner Weise gewohnt, daß ihm ein Plan durchkreuzt wurde - ein Wunsch versagt blieb. Isebel, sein Weib, diese gottlose Zidonierin, wußte Rat: „Ich werde dir den Weinberg Naboths, des Jisreeliters, verschaffen!“ - Ein Fest wurde veranstaltet; zwei schlimme Männer wurden gedingt und Naboth gegenübergesetzt, die hernach von ihm aussagen mußten: „Naboth hat Gott und den König gelästert!“ - Auf die Aussage dieser zwei falschen Zeugen wurde wirklich Naboth gesteinigt. So konnte nun der König den gewünschten Weinberg in Besitz nehmen! Der Herr aber sandte den Propheten Elia zu ihm, welcher dem gottfernen König sagen mußte: „An der Stelle, wo die Hunde das Blut Naboths geleckt haben, sollen die Hunde auch dein Blut lecken!“ [Lies 1. Kön. 21.]- Für die Kinder der Welt liegt in dieser Begebenheit eine starke Überführung von der Schlechtigkeit und Anglist des natürlichen Herzens. (Lies 1. Mos. 6,5; Spr. 6,16-19; Mark. 7,21-23.)

1. Mose 6,5 -- Da aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar / Sprüche 6,16-19 -- 16 Diese sechs Stücke haßt der HERR, und am siebenten hat er einen Greuel: 17 hohe Augen, falsche Zunge, Hände, die unschuldig Blut vergießen, 18 Herz, das mit böser Tücke umgeht, Füße, die behend sind, Schaden zu tun, 19 falscher Zeuge, der frech Lügen redet und wer Hader zwischen Brüdern anrichtet. / Markus 7,21-23 -- 21 Sie überredete ihn mit vielen Worten und gewann ihn mit ihrem glatten Munde. 22 Er folgt ihr alsbald nach, wie ein Ochse zur Fleischbank geführt wird, und wie zur Fessel, womit man die Narren züchtigt, 23 bis sie ihm mit dem Pfeil die Leber spaltet; wie ein Vogel zum Strick eilt und weiß nicht, daß es ihm sein Leben gilt.

Liegt aber nicht vor allem für die gläubigen Christen in diesem Gebot eine Mahnung zur Wachsamkeit über ihre Gedanken und Begierden? Wie leicht kommt auch ein Kind Gottes dazu, neidische Gelüste nach irgendeinem kleinen oder größeren Besitz des Nächsten aufsteigen zu lassen im Herzen - dieselben unverurteilt vor Gott und straflos hingehen zu lassen! O wie oft vergessen wir, daß unser Gott alles sieht und alles hört und daß Er nichts Geringeres als Seine göttlich große Liebe und Selbstlosigkeit in unserem Herzen und Leben wirksam sehen will! -Alle auf den kleinen oder größeren Besitz des Nächsten begehrlich gerichteten Gedanken sind Sünde. Sie kommen hervor aus der Quelle einer irdischen Gesinnung und eines in der Liebe erkalteten Herzens. (Lies Jak. 3,13-18.)

Jakobus 3,13-18 -- 13 Wer ist weise und klug unter euch? Der erzeige mit seinem guten Wandel seine Werke in der Sanftmut und Weisheit. 14 Habt ihr aber bitteren Neid und Zank in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht wider die Wahrheit. 15 Das ist nicht die Weisheit, die von oben herab kommt, sondern irdisch, menschlich und teuflisch. 16 Denn wo Neid und Zank ist, da ist Unordnung und eitel böses Ding. 17 Die Weisheit von obenher ist auf's erste keusch, darnach friedsam, gelinde, läßt sich sagen, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ohne Heuchelei. 18 Die Frucht aber der Gerechtigkeit wird gesät im Frieden denen, die den Frieden halten.

Jakobus spricht zu Gläubigen, die infolge ihrer Unwachsamkeit und Weltfreundschaft in eine ganz traurige innere Verfassung gekommen waren und ganz dem irdischen Sinn huldigen: „Woher kommen die Kämpfe und Streitigkeiten bei euch? Kommen sie nicht aus euren irdischen Gelüsten, die in euren Gliedern mit eurem besseren Ich im Streite liegen? Ihr seid begehrlich und gelangt doch nicht zum Besitz; ihr haßt und neidet einander bis auf den Tod, ohne doch eure Wünsche erfüllt zu sehen! Ihr lebt in offenem Kampf und Krieg und erlangt doch nichts, weil ihr nicht betet! Oder: Ihr betet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht betet: Ihr wollt ja die irdischen Güter, die ihr begehrt, in euren Lüsten wieder durchbringen! - Ihr Treulosen (eigentlich Ehebrecherinnen), die ihr den Bund mit Gott gebrochen habt, wißt ihr denn nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft ist gegen Gott?“

(Samstag, 4. August 1934)

www.WoL-BLZ.net

Zuletzt geändert am 23.10.2015 11:16 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)