BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 177 (Gebot 9: Nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

2. Die Zehn Gebote (2. Mose 20,1-17)

i) Gebot 9: Nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten (2. Mose 20,16)


2. MOSE 20,16

Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Hinsichtlich der Numerierung der zehn Gebote siehe die Bemerkung am 16. Juni!

Das neunte Gebot lautet: „Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten!“ - Luther sagt zu diesem Gebot: „Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unseren Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, afterreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren!“ - Lügenhaftes Zeugnis vor Gericht und Meineid können vielerorts mit Geld erkauft werden, wie uns erfahrene Juristen bestätigen. Viel verbreiteter aber ist das falsche Zeugnis durch verleumderische Rede, gewissenloses Weitertragen unerwiesener Verdächtigungen und Herabsetzungen, durch welche dem Nächsten das Vertrauen geraubt und Sein guter Name beschädigt wird! - Daß dies unter den Kindern der Welt geschieht, ist nicht verwunderlich; das Wort Gottes sagt ja: „Ihr Schlund ist ein offenes Grab: mit ihrer Zunge handeln sie trüglich. Otterngift ist unter ihren Lippen; ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit!“ [Röm. 3,13.14; lies Spr. 18,8.]

Römer 3,13.14 -- 13 Ihr Schlund ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen handeln sie trüglich. Otterngift ist unter den Lippen; 14 ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit. / Sprüche 18,8 -- Die Worte des Verleumders sind Schläge und gehen einem durchs Herz.

Daß Weltkinder diese Waffe gegen lautere, demütige Gläubige gebrauchen werden hat unser Herr Jesus vorausgesagt. (Matth. 5,11; 1. Petr. 4,14-16.)

Matthäus 5,11 -- Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, so sie daran lügen. / 1. Petrus 4,14-16 -- 14 Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet über den Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruht auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepriesen. 15 Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder der in ein fremdes Amt greift. 16 Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall.

Sollte aber nicht unter Kindern Gottes die Sünde übler Nachrede und unwahrer Geschwätze ausgeschlossen sein? Doch ach, die Verleumdungen, das Reden hinter dem Rücken sind in der Familie Gottes auf Erden gang und gäbe, „wie eine Pest, die im Finstern schleicht und wie eine Seuche, die am hellen Mittag verwüstet!“ - Viele Kinder Gottes, denen es ein Ernst ist, ein vom Wesen der Welt getrenntes Leben zu führen, Theater und Wirtshaus zu meiden, - sie tun das, was viel schmerzlicher ist: sie reden hinter dem Rücken Arges wider ihre Glaubensgenossen! Sie stehlen ihnen zwar kein Geld und Gut, statt dessen aber stehlen sie ihnen die Liebe und das Vertrauen anderer durch üble Nachrede und unwahre Behauptungen! - So stahl Absalom seinem Vater, dem König David, das Herz seines Volkes, indem er den Leuten schmeichelte und ihnen einredete, daß er es besser mit ihnen meine als sein Vater. Hernach stahl er seinem Vater auch den Thron und die königliche Ehre. [2. Sam. 15,1-6.]

2. Samuel 15,1-6 -- 1 Und es begab sich darnach, daß Absalom ließ sich machen einen Wagen und Rosse und fünfzig Mann, die seine Trabanten waren. 2 Auch machte sich Absalom des Morgens früh auf und trat an den Weg bei dem Tor. Und wenn jemand einen Handel hatte, daß er zum König vor Gericht kommen sollte, rief ihn Absalom zu sich und sprach: Aus welcher Stadt bist du? Wenn dann der sprach: Dein Knecht ist aus der Stämme Israels einem, 3 so sprach Absalom zu ihm: Siehe, deine Sache ist recht und schlecht; aber du hast keinen, der dich hört, beim König. 4 Und Absalom sprach: O, wer setzt mich zum Richter im Lande, daß jedermann zu mir käme, der eine Sache und Gerichtshandel hat, daß ich ihm hülfe! 5 Und wenn jemand sich zu ihm tat, daß er wollte vor ihm niederfallen, so reckte er seine Hand aus und ergriff ihn und küßte ihn. 6 Auf diese Weise tat Absalom dem ganzen Israel, wenn sie kamen vor Gericht zum König, und stahl also das Herz der Männer Israels.

Millionenfältig sind die falschen Aussagen, die böswilligen Gerüchte, die leichtfertigen Behauptungen, welche durch Reden über Abwesende unter allen Ständen und Altersstufen ausgestreut werden. Das ist eine unter allen Völkern verbreitete Sünde! Der Herr Jesus spricht: „Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr doch böse seid! Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über!“ „Ein guter Mensch bringt aus dem guten Schatze seines Inneren Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Vorrat seines Inneren Böses hervor! Ich sage euch aber, daß die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden, Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts!“ (Lies Jak. 3,5-12!)

Jakobus 3,5-12 -- Also ist auch die Zunge ein kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet's an! 6 Und die Zunge ist auch ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Also ist die Zunge unter unsern Gliedern und befleckt den ganzen Leib und zündet an allen unsern Wandel, wenn sie von der Hölle entzündet ist. 7 Denn alle Natur der Tiere und der Vögel und der Schlangen und der Meerwunder wird gezähmt und ist gezähmt von der menschlichen Natur; 8 aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Übel, voll tödlichen Giftes. 9 Durch sie loben wir Gott, den Vater, und durch sie fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. 10 Aus einem Munde geht Loben und Fluchen. Es soll nicht, liebe Brüder, also sein. 11 Quillt auch ein Brunnen aus einem Loch süß und bitter? 12 Kann auch, liebe Brüder, ein Feigenbaum Ölbeeren oder ein Weinstock Feigen tragen? Also kann auch ein Brunnen nicht salziges und süßes Wasser geben.

Ja, wie ein Pesthauch, so steigt ununterbrochen ein dichter Qualm dieser schlimmen Sünden aus allen Städten, Dörfern und Häusern empor. Verleumdung und Ohrenbläserei bilden eine derartig allgemeine Sündengewohnheit, daß überhaupt ein Zusammensein von Menschen kaum stattfindet, bei welchem diese Sünde nicht geübt wird! (Lies [Spr. 10,19. 31; 17,20]; Jes. 3,8-11.)

Sprüche 10,19.31 -- 19 Wo viel Worte sind, da geht's ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen hält, ist klug. ... 31 Der Mund des Gerechten bringt Weisheit; aber die Zunge der Verkehrten wird ausgerottet / Sprüche 17,20 -- Ein verkehrtes Herz findet nichts Gutes; und der verkehrter Zunge ist, wird in Unglück fallen. / Jesaja 3,8-11 -- 8 Denn Jerusalem fällt dahin, und Juda liegt da, weil ihre Zunge und ihr Tun gegen den HERRN ist, daß sie den Augen seiner Majestät widerstreben. 9 Ihres Wesens haben sie kein Hehl und rühmen ihre Sünde wie die zu Sodom und verbergen sie nicht. Weh ihrer Seele! denn damit bringen sie sich selbst in alles Unglück. 10 Predigt von den Gerechten, daß sie es gut haben; denn sie werden die Frucht ihrer Werke essen. 11 Weh aber den Gottlosen! denn sie haben es übel, und es wird ihnen vergolten werden, wie sie es verdienen.

(Freitag, 3. August 1934)

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