BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
Juni 1934

Sonnabend, den 16. Juni 1934


2. Mose 20,4.5a; (Apostelgeschichte 17,24-29)

Entsprechend dem biblischen Text teilen wir die zehn Gebote etwas anders ein, als wir es sonst gewöhnt sind. Während das 1. Gebot (Vers 3) fremde Götter verbot, verbot das 2. (Vers 4) eine bildliche Darstellung Gottes! Für die Israeliten lag hierin ein ganz bedeutender Unterschied, wie wir uns mit Leichtigkeit klarmachen können. - Was in Vers 5 und 6 gesagt ist, bezieht sich auf die beiden ersten Gebote. - Bei dieser Zählung bleiben die Verbote des Begehrens und Sich-Gelüsten-Lassens in Vers 17 als ein Gebot beieinander, was augenscheinlich von Anfang an beabsichtigt war. - Verbietet Gott den Israeliten in Vers 3, irgendwelche anderen Götter neben Ihm zu haben (erstes Gebot!), so untersagt Er ihnen hier in diesem zweiten Gebot jegliche Nachbildungen von Ihm Selbst und verbietet, Ihn darzustellen unter irgendeiner Gestalt eines Geschöpfes! - In Römer 1 heißt es: „Weil sie Gott nicht verherrlichten, noch Ihm Dank darbrachten, verfielen sie in ihren Überlegungen in Torheit, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert: Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit armseligen Bildern von vergänglichen Menschen, von Vögeln, vierfüßigen Tieren oder kriechendem Gewürm!“ [Vgl. Ps. 106,19-22.] - Nein, der herrliche, unsichtbare und ewige Gott kann niemals uns vorstellbar werden durch irgendeine bildliche Darstellung. In 5. Mos. 4,15-19 spricht Mose: „So hütet nun eure Seele sehr! An dem Tage, an dem der Herr am Horeb mitten aus dem Feuer heraus zu euch redete, habt ihr keinerlei Gestalt von Ihm gesehen. Versündigt euch also ja nicht, daß ihr euch etwa ein Gottesbild anfertigt...!“ Die Neigung, sichtbare Bilder von dem unsichtbaren Gott zu fertigen, um sie Kindern und auch Erwachsenen zu zeigen, liegt so nahe. Ein treuer Zeuge des Herrn, Archibald Welch, sagt: „Jede Darstellung von Gott ist ein Hindernis Ihn wirklich anzubeten und wird unserem Geiste sehr leicht zum Ersatz für Gott!“ Der Herr Jesus sagt: „Niemand hat Gott je gesehen!“ (Vgl. 2. Mos. 33,17-23.) Deshalb können wir kein Bild von Ihm machen. Und wenn wir es tun, so machen wir es nach unserer eigenen Vorstellung, aber nicht wie Er wirklich ist. Auch würde jeder von uns Gott wieder anders darstellen, so wie er Ihn sich nun gerade denkt! - Wie weit, weit entfernt ist dies von einer Anbetung Gottes im Geiste und in der Wahrheit! - Und was sollen wir sagen von Bildern und Darstellungen von unserem Herrn Jesus? - Die meisten Bilder sind von vornherein abstoßend, wenn man sie näher anschaut. Weder du noch ich glauben oder wünschen, daß unser Heiland auf Erden so ausgesehen habe, wie diese Bilder Ihn darstellen! Ja, selbst die edleren und schöneren derselben sind derart, daß wir, die wir Ihn durch den Glauben und im Geiste kennen, sagen müssen: Niemand auf Erden weiß, wie der Herr Jesus, als Er hier wandelte, aussah; darum kann es uns auch kein Bild sagen. Und für eine Seele, die Ihn, ihren Erlöser und Herrn, im Geiste kennt und Ihm nahesteht, ist jede äußerliche Darstellung von Ihm - sei es ein Bild oder ein Standbild - nur ein Hindernis und wird uns, wenn wir es vor Augen haben oder uns an dasselbe gewöhnen, das innere Hinschauen auf Ihn und zu Ihm geradezu nehmen! - Was man dazu sagen soll, Kindern biblische Bilder zu zeigen, möchten wir dem geistlichen Empfinden und Urteilen der einzelnen Gläubigen überlassen. Bis zu einem gewissen Grad wird es gewiß förderlich - ja, eine wirkliche Hilfe sein! - Wie bald wird es geschehen, daß alle, die in Wahrheit den Herrn Jesus lieben und Ihm angehören, Ihn schauen, wie Er ist, und für immer bei Ihm sein dürfen. - Was wird dies doch für Herzen, die Ihm in Lauterkeit anhangen, sein! Johannes sagt: „Jeder, der diese Aussicht hat, der reinigt sich entsprechend Seiner Reinheit.“ - Die herrliche Hoffnung auf Jesu nahe Wiederkehr ist uns der stärkste Antrieb zur Heiligung: „Ich, ich darf Dein Angesicht schauen in Gerechtigkeit, - werde beim Erwachen gesättigt und erquickt werden durch Deinen Anblick!Oder: „Ich werde erwachen in Deinem Bilde, d. h. ganz Dir gleich geworden sein, und das wird mein tiefstes Sehnen stillen!'''“ (Ps. 17,15, vgl. [Ps. 16,11; 2. Kor.3,18]; Offenb. 22,3b.4.)

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