BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

(www.wol-blz.net)

Suchen nach:
Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 160 (Gebot 2: Mache dir kein Bildnis und bete sie nicht an)
Diese BLZ Andacht: -- Im Original -- ERWEITERT

Vorige Andacht -- Nächste Andacht

DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

2. Die Zehn Gebote (2. Mose 20,1-17)

b) Gebot 2: Mache dir kein Bildnis und bete sie nicht an (2. Mose 20,4-6)


2. MOSE 20,4-5

4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. 5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen.

APOSTELGESCHICHTE 17,24-29

24 Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der ein HERR ist Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln mit Händen gemacht; 25 sein wird auch nicht von Menschenhänden gepflegt, als der jemandes bedürfe, so er selber jedermann Leben und Odem allenthalben gibt. 26 Und er hat gemacht, daß von einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt und vorgesehen, wie lange und wie weit sie wohnen sollen; 27 daß sie den HERRN suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen und finden möchten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns. 28 Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch etliche Poeten bei euch gesagt haben: "Wir sind seines Geschlechts." 29 So wir denn göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.

Entsprechend dem biblischen Text teilen wir die zehn Gebote etwas anders ein, als wir es sonst gewöhnt sind. Während das 1. Gebot (Vers 3) fremde Götter verbot, verbot das 2. (Vers 4) eine bildliche Darstellung Gottes! Für die Israeliten lag hierin ein ganz bedeutender Unterschied, wie wir uns mit Leichtigkeit klarmachen können. - Was in Vers 5 und 6 gesagt ist, bezieht sich auf die beiden ersten Gebote. - Bei dieser Zählung bleiben die Verbote des Begehrens und Sich-Gelüsten-Lassens in Vers 17 als ein Gebot beieinander, was augenscheinlich von Anfang an beabsichtigt war. - Verbietet Gott den Israeliten in Vers 3, irgendwelche anderen Götter neben Ihm zu haben (erstes Gebot!), so untersagt Er ihnen hier in diesem zweiten Gebot jegliche Nachbildungen von Ihm Selbst und verbietet, Ihn darzustellen unter irgendeiner Gestalt eines Geschöpfes! - In Römer 1 heißt es: „Weil sie Gott nicht verherrlichten, noch Ihm Dank darbrachten, verfielen sie in ihren Überlegungen in Torheit, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert: Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit armseligen Bildern von vergänglichen Menschen, von Vögeln, vierfüßigen Tieren oder '''kriechendem Gewürm!“ [Vgl. Ps. 106,19-22.]

Psalm 106,19-22 -- 19 Sie machten ein Kalb am Horeb und beteten an das gegossene Bild 20 und verwandelten ihre Ehre in ein Gleichnis eines Ochsen, der Gras frißt. 21 Sie vergaßen Gottes, ihres Heilands, der so große Dinge in Ägypten getan hatte, 22 Wunder im Lande Hams und schreckliche Werke am Schilfmeer.

Nein, der herrliche, unsichtbare und ewige Gott kann niemals uns vorstellbar werden durch irgendeine bildliche Darstellung. In 5. Mos. 4,15-19 spricht Mose: „So hütet nun eure Seele sehr! An dem Tage, an dem der Herr am Horeb mitten aus dem Feuer heraus zu euch redete, habt ihr keinerlei Gestalt von Ihm gesehen. Versündigt euch also ja nicht, daß ihr euch etwa ein Gottesbild anfertigt...!“ Die Neigung, sichtbare Bilder von dem unsichtbaren Gott zu fertigen, um sie Kindern und auch Erwachsenen zu zeigen, liegt so nahe. Ein treuer Zeuge des Herrn, Archibald Welch, sagt: „Jede Darstellung von Gott ist ein Hindernis Ihn wirklich anzubeten und wird unserem Geiste sehr leicht zum Ersatz für Gott!“ Der Herr Jesus sagt: „Niemand hat Gott je gesehen!“ (Vgl. 2. Mos. 33,17-23.)

2. Mose 33,17-23 -- 17 Der HERR sprach zu Mose: Was du jetzt geredet hast, will ich auch tun; denn du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen. 18 Er aber sprach: So laß mich deine Herrlichkeit sehen. 19 Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht alle meine Güte vorübergehen lassen und will ausrufen des HERRN Namen vor dir. Wem ich aber gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wes ich mich erbarme, des erbarme ich mich. 20 Und sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. 21 Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir; da sollst du auf dem Fels stehen. 22 Wenn denn nun meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in der Felskluft lassen stehen und meine Hand ob dir halten, bis ich vorübergehe. 23 Und wenn ich meine Hand von dir tue, wirst du mir hintennach sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.

Deshalb können wir kein Bild von Ihm machen. Und wenn wir es tun, so machen wir es nach unserer eigenen Vorstellung, aber nicht wie Er wirklich ist. Auch würde jeder von uns Gott wieder anders darstellen, so wie er Ihn sich nun gerade denkt! - Wie weit, weit entfernt ist dies von einer Anbetung Gottes im Geiste und in der Wahrheit! - Und was sollen wir sagen von Bildern und Darstellungen von unserem Herrn Jesus? - Die meisten Bilder sind von vornherein abstoßend, wenn man sie näher anschaut. Weder du noch ich glauben oder wünschen, daß unser Heiland auf Erden so ausgesehen habe, wie diese Bilder Ihn darstellen! Ja, selbst die edleren und schöneren derselben sind derart, daß wir, die wir Ihn durch den Glauben und im Geiste kennen, sagen müssen: Niemand auf Erden weiß, wie der Herr Jesus, als Er hier wandelte, aussah; darum kann es uns auch kein Bild sagen. Und für eine Seele, die Ihn, ihren Erlöser und Herrn, im Geiste kennt und Ihm nahesteht, ist jede äußerliche Darstellung von Ihm - sei es ein Bild oder ein Standbild - nur ein Hindernis und wird uns, wenn wir es vor Augen haben oder uns an dasselbe gewöhnen, das innere Hinschauen auf Ihn und zu Ihm geradezu nehmen! - Was man dazu sagen soll, Kindern biblische Bilder zu zeigen, möchten wir dem geistlichen Empfinden und Urteilen der einzelnen Gläubigen überlassen. Bis zu einem gewissen Grad wird es gewiß förderlich - ja, eine wirkliche Hilfe sein! - Wie bald wird es geschehen, daß alle, die in Wahrheit den Herrn Jesus lieben und Ihm angehören, Ihn schauen, wie Er ist, und für immer bei Ihm sein dürfen. - Was wird dies doch für Herzen, die Ihm in Lauterkeit anhangen, sein! Johannes sagt: „Jeder, der diese Aussicht hat, der reinigt sich entsprechend Seiner Reinheit.“ - Die herrliche Hoffnung auf Jesu nahe Wiederkehr ist uns der stärkste Antrieb zur Heiligung: „Ich, ich darf Dein Angesicht schauen in Gerechtigkeit, - werde beim Erwachen gesättigt und erquickt werden durch Deinen Anblick!Oder: „Ich werde erwachen in Deinem Bilde, d. h. ganz Dir gleich geworden sein, und das wird mein tiefstes Sehnen stillen!“ (Ps. 17,15, vgl. [Ps. 16,11; 2. Kor.3,18]; Offenb. 22,3b.4.)

Psalm 16,11 -- Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. / 2. Korinther 3,18 -- Nun aber spiegelt sich in uns allen des HERRN Klarheit mit aufgedecktem Angesicht, und wir werden verklärt in dasselbe Bild von einer Klarheit zu der andern, als vom HERRN, der der Geist ist. / Offenbarung 22,3.4 -- 3 Und es wird kein Verbanntes mehr sein. Und der Stuhl Gottes und des Lammes wird darin sein; und seine Knechte werden ihm dienen 4 und sehen sein Angesicht; und sein Name wird an ihren Stirnen sein.

(Samstag, 16. Juni 1934)

www.WoL-BLZ.net

Zuletzt geändert am 07.09.2015 10:11 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)