BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
C. Israel in der WILDNIS (2. Mose 15-19)

21. Die Heiligung des Volkes unten am Berg und die Erscheinung des HERRN oben auf dem Gipfel (2. Mose 19,7-25)


2. MOSE 19,7-25

7 Mose kam und forderte die Ältesten im Volk und legte ihnen alle diese Worte vor, die der HERR geboten hatte. 8 Und alles Volk antwortete zugleich und sprach: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Rede des Volkes dem HERRN wieder. 9 Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer dicken Wolke, auf daß dies Volk es höre, wenn ich mit dir rede, und glaube dir ewiglich. Und Mose verkündigte dem HERRN die Rede des Volks. 10 Und der HERR sprach zu Mose: Gehe hin zum Volk und heilige sie heute und morgen, daß sie ihre Kleider waschen 11 und bereit seien auf den dritten Tag; denn am dritten Tage wird der HERR herabfahren auf den Berg Sinai. 12 Und mache dem Volk ein Gehege umher und sprich zu ihnen: Hütet euch, daß ihr nicht auf den Berg steiget noch sein Ende anrührt; denn wer den Berg anrührt, soll des Todes sterben. 13 Keine Hand soll ihn anrühren, sondern er soll gesteinigt oder mit Geschoß erschossen werden; es sei ein Tier oder ein Mensch, so soll er nicht leben. Wenn es aber lange tönen wird, dann sollen sie an den Berg gehen. 14 Mose stieg vom Berge zum Volk und heiligte sie, und sie wuschen ihre Kleider 15 Und er sprach zu ihnen: Seid bereit auf den dritten Tag, und keiner nahe sich zum Weibe. 16 Als nun der dritte Tag kam und es Morgen war, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dicke Wolke auf dem Berge und ein Ton einer sehr starken Posaune; das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak 17 Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen, und es trat unten an den Berg. 18 Der ganze Berg Sinai aber rauchte, darum daß der HERR herab auf den Berg fuhr mit Feuer; und sein Rauch ging auf wie ein Rauch vom Ofen, daß der ganze Berg sehr bebte. 19 Und der Posaune Ton ward immer stärker. Mose redete, und Gott antwortete ihm laut. 20 Als nun der HERR herniedergekommen war auf den Berg Sinai, oben auf seine Spitze, forderte er Mose oben auf die Spitze des Berges, und Mose stieg hinauf. 21 Da sprach der HERR zu ihm: Steig hinab und bezeuge dem Volk, daß sie nicht durchbrechen zum HERRN, ihn zu sehen, und viele aus ihnen fallen. 22 Dazu die Priester, die zum HERRN nahen, sollen sich heiligen, daß sie der HERR nicht zerschmettere. 23 Mose aber sprach zum HERRN: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen; denn du hast uns bezeugt und gesagt: Mache ein Gehege um den Berg und heilige ihn. 24 Und der HERR sprach zu ihm: Gehe hin, steige hinab! Du und Aaron mit dir sollt heraufsteigen; aber die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, daß sie hinaufsteigen zu dem HERRN, daß er sie nicht zerschmettere. 25 Und Mose stieg herunter zum Volk und sagte es ihm.

Im Anfang ihres Glaubenslebens dürfen viele Kinder Gottes von Liebe und Freude leben: „Als Israel jung war, da liebte Ich es (d.h. da stand sein Herz so, daß Ich ihm Meine Liebe zu schmecken geben konnte)! Ich leitete es am Gängelbande - Ich nahm es auf Meine Arme. Mit Banden, wie sie für schwache Menschen passen, habe Ich Israel zu Mir gezogen - mit Seilen der Liebe! Ich neigte Mich freundlich zu ihnen und versorgte sie mit Speise!“ ([Hos. 11,3.4;] vgl. Jer. 2,1-3.)

Hosea 11,3.4 -- 3 Ich nahm Ephraim bei seinen Armen und leitete ihn; aber sie merkten es nicht, wie ich ihnen half. 4 Ich ließ sie ein menschlich Joch ziehen und in Seilen der Liebe gehen und half ihnen das Joch an ihrem Hals tragen und gab ihnen Futter. / Jeremia 2,1-3 -- 1 Und des HERRN Wort geschah zu mir und sprach: 2 Gehe hin und predige öffentlich zu Jerusalem und sprich: So spricht der HERR: Ich gedenke, da du eine freundliche, junge Dirne und eine liebe Braut warst, da du mir folgtest in der Wüste, in dem Lande, da man nichts sät, 3 da Israel des HERRN eigen war und seine erste Frucht. Wer sie fressen wollte, mußte Schuld haben, und Unglück mußte über ihn kommen, spricht der HERR.

Wenn die Kinder größer werden, gebietet den Eltern die wahre Liebe, sie in der Erziehung auch fester anzufassen - mit Ernst sie von ihren Fehlern zu befreien und ihnen das Verständnis für ihre Aufgaben zu wecken! So ist es auch in unserer Erziehung von seiten Gottes. Er muß uns Einblick geben in Seine Heiligkeit: Wir müssen mit heiliger Scheu erkennen, daß wir es mit Ihm zu tun haben, der „ein verzehrendes Feuer“ ist: „Da wir (Brüder und Schwestern) nun im Begriff stehen, ein unerschütterliches Königreich zu empfangen, so laßt uns die nötige Gnade entgegennehmen, durch welche wir Gott wohlgefällig dienen können mit Frömmigkeit und ehrfurchtsvoller Scheu!“ - Diese Linie etwa war es, in welche das innere Leben und die Heranbildung Moses nun am Sinai einmündete: „Wie Der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr heilig in all eurem Betragen; denn es steht geschrieben: Seid heilig, denn Ich bin heilig! Und wenn ihr Den als Vater anruft, der unparteiisch jedem nach seinem Tun das Urteil spricht, dann wandelt in heiliger Scheu vor Ihm, solange ihr als Fremdlinge hier auf Erden seid!“ Viele unter uns kennen den Herrn; sie sind in Gehorsam und Vertrauen mit Ihm vorangegangen auf dem neuen Wege. Sie haben sogar gebundenen Seelen die Botschaft von der Erlösung gebracht - haben gelernt, in Stunden der Not auf Ihn zu vertrauen und das Siegeslied anzustimmen. In Prüfungszeiten haben sie die Erfahrung gemacht, daß das Kreuz Christi die Kraft hat, die bitteren Wasser des Eigenlebens in das kostbare göttliche Lebenswasser zu verwandeln! - Ja, wir haben im Kampfe mit Amalek die obsiegende Kraft des Gebets erprobt und gelernt, uns an Ihn, den Unsichtbaren, zu halten, als sähen wir Ihn! - Aber es lebt in unserem Innersten noch ein tieferes Verlangen: „Näher, noch näher - völliger frei, bis alles eigene Ringen vorbei - bis all mein Leben Sein Abglanz ist! Wir sehnen uns, dem Herrn so nahe zu stehen, daß Er mit uns reden kann „von Angesicht zu Angesicht“ - „wie ein Mann mit seinem Freunde redet“! - Aber ehe uns dies geschenkt werden kann, muß es wohl, wie bei Mose, noch durch manche Läuterungen und Dunkelheiten gehen! Vielleicht muß das Gesetz noch seine Arbeit an uns tun wie in Röm. 7, daß wir tief zerknirscht am Boden liegen und ausrufen: „Ich elender Mensch! ... Ich habe Wohlgefallen an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen; aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meiner neuen Gesinnung widerstreitet!“ [Lies Gal. 5,16-25.]

Galater 5,16-25 -- 16 Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. 17 Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch; dieselben sind widereinander, daß ihr nicht tut, was ihr wollt. 18 Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. 19 Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, 20 Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, 21 Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. 22 Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. 23 Wider solche ist das Gesetz nicht. 24 Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. 25 So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln.

Unter der Furcht und dem Schrecken der göttlichen Offenbarung am Fuße des Sinai durfte Mose eine solche tiefgreifende Läuterung erfahren, die ihn dann reifte, daß Gott sein tiefes Sehnen nach bleibender Gemeinschaft mit Ihm stillen konnte, und er vernahm den Ruf: „Steige zu Mir herauf auf den Gipfel des Berges!“ - Wenn der Herr dich in innere Not und Dunkelheit geraten läßt, dann glaube und verstehe Seine heilige, erziehende Liebe! Es ist nicht eine Finsternis, wie sie auf die Ägypter, die Weltkinder, fällt, sondern ein heiliges Dunkel, aus welchem Er zu uns redet und unser Herz und Leben bis in seine verborgenen Tiefen durchrichtet, damit Er uns in die volle Demut und göttliche Freiheit hineinführen kann - damit wir vollendet werden in der göttlichen Liebe und Sanftmut!

(Montag, 28. Mai 1934)

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