BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 140 (Die Heiligung des Volkes unten am Berg und die Erscheinung des HERRN oben auf dem Gipfel)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
C. Israel in der WILDNIS (2. Mose 15-19)

21. Die Heiligung des Volkes unten am Berg und die Erscheinung des HERRN oben auf dem Gipfel (2. Mose 19,7-25)


HEBRÄER 12,18-25

18 Denn ihr seid nicht gekommen zu dem Berge, den man anrühren konnte und der mit Feuer brannte, noch zu dem Dunkel und Finsternis und Ungewitter 19 noch zu dem Hall der Posaune und zu der Stimme der Worte, da sich weigerten, die sie hörten, daß ihnen das Wort ja nicht gesagt würde; 20 denn sie mochten's nicht ertragen, was da gesagt ward: "Und wenn ein Tier den Berg anrührt, soll es gesteinigt oder mit einem Geschoß erschossen werden"; 21 und also schrecklich war das Gesicht, daß Mose sprach: Ich bin erschrocken und zittere. 22 Sondern ihr seid gekommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu einer Menge vieler tausend Engel 23 und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten 24 und zu dem Mittler des neuen Testaments, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das da besser redet denn das Abels. 25 Sehet zu, daß ihr den nicht abweiset, der da redet. Denn so jene nicht entflohen sind, die ihn abwiesen, da er auf Erden redete, viel weniger wir, so wir den abweisen, der vom Himmel redet;

2. KORINTHER 3,4-18

4 Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. 5 Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, 6 welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des Neuen Testaments, nicht des Buchstaben, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. 7 So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet und in die Steine gebildet war, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mose's um der Klarheit willen seines Angesichtes, die doch aufhört, 8 wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben! 9 Denn so das Amt, das die Verdammnis predigt, Klarheit hat, wie viel mehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit predigt, überschwengliche Klarheit. 10 Denn auch jenes Teil, das verklärt war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen die überschwengliche Klarheit. 11 Denn so das Klarheit hatte, das da aufhört, wie viel mehr wird das Klarheit haben, das da bleibt. 12 Dieweil wir nun solche Hoffnung haben, sind wir voll großer Freudigkeit 13 und tun nicht wie Mose, der die Decke vor sein Angesicht hing, daß die Kinder Israel nicht ansehen konnten das Ende des, das aufhört; 14 sondern ihre Sinne sind verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt diese Decke unaufgedeckt über dem alten Testament, wenn sie es lesen, welche in Christo aufhört; 15 aber bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, hängt die Decke vor ihrem Herzen. 16 Wenn es aber sich bekehrte zu dem HERRN, so würde die Decke abgetan. 17 Denn der HERR ist der Geist; wo aber der Geist des HERRN ist, da ist Freiheit. 18 Nun aber spiegelt sich in uns allen des HERRN Klarheit mit aufgedecktem Angesicht, und wir werden verklärt in dasselbe Bild von einer Klarheit zu der andern, als vom HERRN, der der Geist ist.

Wir wollen hier einen Augenblick stehen bleiben bei dem so wichtigen, tiefgreifenden Unterschied zwischen Gnade [2. Mos. 19,1-6!] und Gesetz [2. Mos. 19,7-25!], wie er uns in der plötzlichen Umstellung in 2. Mos. 19 entgegentritt.

2. Mose 19,1-6 -- 1 Im dritten Monat nach dem Ausgang der Kinder Israel aus Ägyptenland kamen sie dieses Tages in die Wüste Sinai. 2 Denn sie waren ausgezogen von Raphidim und wollten in die Wüste Sinai und lagerten sich in der Wüste daselbst gegenüber dem Berge. 3 Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge und sprach: So sollst du sagen dem Hause Jakob und verkündigen den Kindern Israel: 4 Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern getan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und habe euch zu mir gebracht. 5 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. 6 Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst. / 2. Mose 19,7-25 -- 7 Mose kam und forderte die Ältesten im Volk und legte ihnen alle diese Worte vor, die der HERR geboten hatte. 8 Und alles Volk antwortete zugleich und sprach: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Rede des Volkes dem HERRN wieder. 9 Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer dicken Wolke, auf daß dies Volk es höre, wenn ich mit dir rede, und glaube dir ewiglich. Und Mose verkündigte dem HERRN die Rede des Volks. 10 Und der HERR sprach zu Mose: Gehe hin zum Volk und heilige sie heute und morgen, daß sie ihre Kleider waschen 11 und bereit seien auf den dritten Tag; denn am dritten Tage wird der HERR herabfahren auf den Berg Sinai. 12 Und mache dem Volk ein Gehege umher und sprich zu ihnen: Hütet euch, daß ihr nicht auf den Berg steiget noch sein Ende anrührt; denn wer den Berg anrührt, soll des Todes sterben. 13 Keine Hand soll ihn anrühren, sondern er soll gesteinigt oder mit Geschoß erschossen werden; es sei ein Tier oder ein Mensch, so soll er nicht leben. Wenn es aber lange tönen wird, dann sollen sie an den Berg gehen. 14 Mose stieg vom Berge zum Volk und heiligte sie, und sie wuschen ihre Kleider. 15 Und er sprach zu ihnen: Seid bereit auf den dritten Tag, und keiner nahe sich zum Weibe. 16 Als nun der dritte Tag kam und es Morgen war, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dicke Wolke auf dem Berge und ein Ton einer sehr starken Posaune; das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. 17 Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen, und es trat unten an den Berg. 18 Der ganze Berg Sinai aber rauchte, darum daß der HERR herab auf den Berg fuhr mit Feuer; und sein Rauch ging auf wie ein Rauch vom Ofen, daß der ganze Berg sehr bebte. 19 Und der Posaune Ton ward immer stärker. Mose redete, und Gott antwortete ihm laut. 20 Als nun der HERR herniedergekommen war auf den Berg Sinai, oben auf seine Spitze, forderte er Mose oben auf die Spitze des Berges, und Mose stieg hinauf. 21 Da sprach der HERR zu ihm: Steig hinab und bezeuge dem Volk, daß sie nicht durchbrechen zum HERRN, ihn zu sehen, und viele aus ihnen fallen. 22 Dazu die Priester, die zum HERRN nahen, sollen sich heiligen, daß sie der HERR nicht zerschmettere. 23 Mose aber sprach zum HERRN: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen; denn du hast uns bezeugt und gesagt: Mache ein Gehege um den Berg und heilige ihn. 24 Und der HERR sprach zu ihm: Gehe hin, steige hinab! Du und Aaron mit dir sollt heraufsteigen; aber die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, daß sie hinaufsteigen zu dem HERRN, daß er sie nicht zerschmettere. 25 Und Mose stieg herunter zum Volk und sagte es ihm.

Es wird uns, den Kindern der Gnade, zugerufen: „Ihr seid nicht gekommen zu dem Berge, den man anrühren konnte und der in Feuerglut brannte - auch nicht zu dem Dunkel und der Finsternis und dem Sturm und dem Posaunenschall - auch nicht zu den Donnerworten, bei deren Schall die Hörer, von Schrecken erfüllt, baten, es möchte nicht weiter zu ihnen geredet werden! - Ihr seid vielmehr gekommen zu dem Berge Zion (d. h. der Stätte der Gnadenoffenbarung Gottes) - zu dem himmlischen Jerusalem, zu den vielen tausend heiligen Engeln, die eine große Festversammlung bilden (Offenb. 5,11.12) - und vor allem zu der Gemeinde jener Erstgeborenen, deren Namen in den Himmeln eingetragen sind!

Offenbarung 5,11.12 -- 11 Und ich sah und hörte eine Stimme vieler Engel um den Stuhl und um die Tiere und um die Ältesten her; und ihre Zahl war vieltausendmal tausend; 12 und sie sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.

Klarer und kostbarer könnte uns die Herrlichkeit der neuen Gnadenoffenbarung Gottes und der neuen Gnadenstellung der Kinder Gottes gar nicht gebracht werden. Auch in 2. Kor. 3 finden wir diese Gegenüberstellung des Dienstes des Gesetzes und des Dienstes des Geistes! Da sagt uns Paulus, daß der Dienst des Gesetzes, unter welchen die Kinder Israel sich am Sinai stellen, indem sie sprachen: ,,Alles, was der Herr geredet hat, wollen wir tun!ein Dienst des Todes war. Wohl wurde auch das Gesetz mit einer großen Feierlichkeit eingeführt; aber da das Volk Israel ein sündiges Volk war, konnte das fordernde Gesetz Gottes ihnen nur Fluch und Tod bringen. Es mußte ihnen erst der harte Zuchtmeister sein, bis sie endlich einsahen, wie unfähig zu allem Guten, wie sündig und schuldbeladen sie waren - wie sehr sie der Erlösung und eines großen Erlösers bedurften! Und nun war endlich die Zeit erfüllt, daß Gott in Seiner Liebe den sündigen Menschen Seinen eingeborenen Sohn senden und die Fülle der Gnade und des Heils schenken konnte für die ganze Welt. Jetzt strahlt zu allen Menschen aus der wunderbare Lichtglanz - die frohe Botschaft von Christus und Seiner Herrlichkeit! - Von dieser rettenden und beglückenden Botschaft Gottes an die Menschen war Paulus ganz erfüllt; ihr Träger und Diener durfte er vor allen anderen sein; er nennt seinen Dienst den Dienst des Geistes! - Und, gedenkend an die Gesetzgebung auf dem Sinai, schreibt er: „Wenn schon der Dienst des Todes, mit Buchstaben in Steine eingegraben, in Herrlichkeit begann - in wieviel größerer Herrlichkeit wird der Dienst des Geistes bestehen!“ - Mose persönlich war innerlich Gott so nahe, daß er ein Mensch des Geistes sein und immer völliger werden konnte. O daß auch wir durch alle Unterweisung im Worte Gottes - durch alle Einwirkungen der göttlichen Gnade - durch alle Führungen und Schickungen der göttlichen Hand uns läutern, demütigen, erziehen und heiligen lassen möchten wie Mose!

(Sonntag, 27. Mai 1934)

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