BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 135 (Mose folgt dem Rat seines Schwiegervaters und setzt Oberste ein, um das Volk zu richten)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
C. Israel in der WILDNIS (2. Mose 15-19)

18. Mose folgt dem Rat seines Schwiegervaters und setzt Oberste ein, um das Volk zu richten (2. Mose 18,13-27)


2. MOSE 18,13-26

13 Des andern Morgens setzte sich Mose, das Volk zu richten; und das Volk stand um Mose her von Morgen an bis zu Abend. 14 Da aber sein Schwiegervater sah alles, was er dem Volke tat, sprach er: Was ist's, das du tust mit dem Volk? Warum sitzt du allein, und alles Volk steht um dich her von Morgen an bis zu Abend? 15 Mose antwortete ihm: Das Volk kommt zu mir, Gott um Rat zu fragen. 16 Denn wo sie was zu schaffen haben, kommen sie zu mir, daß ich richte zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten und zeige ihnen Gottes Rechte und seine Gesetze. 17 Sein Schwiegervater sprach zu ihm: Es ist nicht gut, was du tust. 18 Du machst dich zu müde, dazu das Volk auch, das mit dir ist. Das Geschäft ist dir zu schwer; du kannst's allein nicht ausrichten. 19 Aber gehorche meiner Stimme; ich will dir raten, und Gott wird mit dir sein. Pflege du des Volks vor Gott und bringe die Geschäfte vor Gott 20 und stelle ihnen Rechte und Gesetze, daß du sie lehrst den Weg, darin sie wandeln, und die Werke, die sie tun sollen. 21 Siehe dich aber um unter allem Volk nach redlichen Leuten, die Gott fürchten, wahrhaftig und dem Geiz feind sind; die setze über sie, etliche über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn, 22 daß sie das Volk allezeit richten; wo aber eine große Sache ist, daß sie dieselbe an dich bringen, und sie alle geringen Sachen richten. So wird dir's leichter werden, und sie werden mit dir tragen. 23 Wirst du das tun, so kannst du ausrichten, was Gott dir gebietet, und all dies Volk kann mit Frieden an seinen Ort kommen. 24 Mose gehorchte seines Schwiegervaters Wort und tat alles, was er sagte, 25 und erwählte redliche Leute aus ganz Israel und machte sie zu Häuptern über das Volk, etliche über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn, 26 daß sie das Volk allezeit richteten; was aber schwere Sachen wären, zu Mose brächten, und die kleinen Sachen selber richteten.

Am Tage nach dem Fest kam das Volk mit all seinen Angelegenheiten zu Mose, der als Vater des Volkes schlichtete und richtete! Voll Erstaunen wohnt Jethro einem solchen Arbeitstage seines Schwiegersohnes bei. Wie anstrengend war derselbe! Jethro sagt: „Du wirst bald ganz erschlaffen! Diesen umfassenden und vielseitigen Dienst ganz allein zu tun, das ist einfach zu viel für dich! - Nimm dir doch aus dem Volke gottesfürchtige, treue Männer, und setze sie als Oberste über tausend, Oberste über hundert, Oberste über fünfzig und über zehn. Dann können sie die geringfügigen Dinge ordnen; und was wichtig oder schwierig ist, das können sie vor dich bringen! - Sei du vor allem für das Volk vor Gott und bringe ihre Anliegen vor Ihn! Erläutere ihnen die Satzungen und Gesetze Gottes; tue ihnen den göttlichen Weg kund, auf welchem sie wandeln sollen, und das Werk, das sie tun sollen!“ - Jethro war ein Mann, der vor Gott stand, obwohl im heidnischen Lande lebend. [Vgl. Kap. 2,15-21.]

2. Mose 2,15-21 -- 15 Und es kam vor Pharao; der trachtete nach Mose, daß er ihn erwürgte. Aber Mose floh vor Pharao und blieb im Lande Midian und wohnte bei einem Brunnen. 16 Der Priester aber von Midian hatte sieben Töchter; die kamen, Wasser zu schöpfen, und füllten die Rinnen, daß sie ihres Vaters Schafe tränkten. 17 Da kamen die Hirten und stießen sie davon. Aber Mose machte sich auf und half ihnen und tränkte ihre Schafe. 18 Und da sie zu ihrem Vater Reguel kamen, sprach er: Wie seid ihr heute so bald gekommen? 19 Sie sprachen: Ein ägyptischer Mann errettete uns von den Hirten und schöpfte uns und tränkte die Schafe. 20 Er sprach zu seinen Töchtern: Wo ist er? Warum habt ihr den Mann gelassen, daß ihr ihn nicht ludet, mit uns zu essen? 21 Und Mose willigte darein, bei dem Manne zu bleiben. Und er gab Mose seine Tochter Zippora.

Sein Rat ist ausgezeichnet, und Mose ist demütig genug, denselben zu befolgen, obwohl er bisher seine Weisungen stets unmittelbar von Gott empfangen hatte! - Zehn Jahre früher hätte Mose sich vielleicht für zu „geistlich“ gehalten, auf Jethro zu hören. Aber es ist nur gut, daß Gott diejenigen, welche unbedingt vorwärts streben, in die Demutsschule nimmt! - Je inniger die Bekanntschaft einer Seele mit Gott ist, desto bereitwilliger schenkt sie ihren Mitmenschen liebevoll und aufmerksam Gehör! - Jethros Rat erinnert uns an die Worte, die später der Apostel Paulus seinem Timotheus schrieb: „Was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Männern an, welche tüchtig sein werden, auch andere zu lehren.“ Die Last der Arbeit soll auf viele Schultern verteilt werden. Von Gott gesegnete Knechte und Mägde des Herrn sollen sich beizeiten umtun, jüngere Mitgeschwister in den Dienst für Gott hineinzuziehen, damit sie nicht zusammenbrechen unter der wachsenden Arbeit, und damit sie Nachfolger haben, wenn Gott sie einmal abruft! - Gewiß, was wir darin tun können, das sollen und wollen wir tun. Allerdings kann Gott allein das Maß von Gnade und Geist schenken, welches erforderlich ist, wenn die Jüngeren wirklich in die Dienste und Aufgaben hineinwachsen sollen - wenn diese Aufgaben mit Erleuchtung von oben - mit der Kraft und der Liebe des Herrn Jesu erfüllt werden sollen. - Wie kommt es doch auf den geheiligten Charakter an bei allen, die mithelfen in der Sache Gottes! (Lies 2. Thess. 2,13-17; [1. Tim. 3,8-13]!)

2. Thessalonicher 2,13-17 -- 13 Wir aber sollen Gott danken allezeit um euch, von dem HERRN geliebte Brüder, daß euch Gott erwählt hat von Anfang zur Seligkeit, in der Heiligung des Geistes und im Glauben der Wahrheit, 14 darein er euch berufen hat durch unser Evangelium zum herrlichen Eigentum unsers HERRN Jesu Christi. 15 So stehet nun, liebe Brüder, und haltet an den Satzungen, in denen ihr gelehrt seid, es sei durch unser Wort oder Brief. 16 Er aber, unser HERR Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns hat geliebt und uns gegeben einen ewigen Trost und eine gute Hoffnung durch Gnade, 17 der ermahne eure Herzen und stärke euch in allerlei Lehre und gutem Werk. / 1. Timotheus 3,8-13 -- 8 Desgleichen die Diener sollen ehrbar sein, nicht zweizüngig, nicht Weinsäufer, nicht unehrliche Hantierungen treiben; 9 die das Geheimnis des Glaubens in reinem Gewissen haben. 10 Und diese lasse man zuvor versuchen; darnach lasse man sie dienen, wenn sie unsträflich sind. 11 Desgleichen ihre Weiber sollen ehrbar sein, nicht Lästerinnen, nüchtern, treu in allen Dingen. 12 Die Diener laß einen jeglichen sein eines Weibes Mann, die ihren Kindern wohl vorstehen und ihren eigenen Häusern. 13 Welche aber wohl dienen, die erwerben sich selbst eine gute Stufe und eine große Freudigkeit im Glauben an Christum Jesum.

Es ist hier die Rede von gottgeschenkter Tüchtigkeit, von Lauterkeit und Treue - von Haß gegen Unrecht und Selbstsucht. - Inwieweit die von Mose eingesetzten Männer im einzelnen und im ganzen diese Tugenden übten und die an sie gestellten Erwartungen rechtfertigten - das wird verschieden gewesen sein. - Manche Ausleger meinen, der Rat Jethros sei ganz und gar nicht von Gott gewesen; diese Ansicht können wir jedoch nicht teilen. Mose hätte sich wirklich auf die Dauer für seine höchsten und wichtigsten Aufgaben unfähig gemacht, wenn er diese Anordnung nicht getroffen hätte. Und wie ungeordnet wäre es wohl im Wüstenlager Israels zugegangen - z. B. auch während jener 40 Tage, die Mose bei Gott auf dem Berge zubrachte, wenn jene gute Einrichtung nicht getroffen worden wäre? - Jethro war ja wirklich bescheiden; er sagt: „Wenn du dies tust - vorausgesetzt, daß Gott es dir so zeigt und gebietet! - so wirst du bestehen können!“ - Auch dieses Erlebnis - dieses Lernen und Annehmen von Jethro - gehört für Mose zu seinem Fortschreiten auf dem Wege der göttlichen Erziehung! Auch dieses bildet ein Glied in der Kette der Ereignisse, welche ihn hinführten zu dem ganz nahen Umgang mit Gottvon Angesicht zu Angesicht“, zu welchem er begnadigt war!

(Dienstag, 22. Mai 1934)

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