BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
C. Israel in der WILDNIS (2. Mose 15-19)

13. Die wunderbare Erhaltung von Manna-Gerichten offenbart den Sabbat (2. Mose 16,19-26)


2. MOSE 16,19-26

19 Und Mose sprach zu ihnen: Niemand lasse etwas übrig bis morgen. 20 Aber sie gehorchten Mose nicht. Und da etliche ließen davon übrig bis morgen; da wuchsen Würmer darin und es ward stinkend. Und Mose ward zornig auf sie. 21 Sie sammelten aber alle Morgen, soviel ein jeglicher für sich essen mochte. Wenn aber die Sonne heiß schien, zerschmolz es. 22 Und des sechsten Tages sammelten sie des Brots zwiefältig, je zwei Gomer für einen. Und alle Obersten der Gemeinde kamen hinein und verkündigten's Mose. 23 Und er sprach zu ihnen: Das ist's, was der HERR gesagt hat: Morgen ist der Sabbat der heiligen Ruhe des HERRN; was ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht; was aber übrig ist, das lasset bleiben, daß es behalten werde bis morgen. 24 Und sie ließen's bleiben bis morgen, wie Mose geboten hatte; da ward's nicht stinkend und war auch kein Wurm darin. 25 Da sprach Mose: Esset das heute, denn es ist heute der Sabbat des HERRN; ihr werdet's heute nicht finden auf dem Felde. 26 Sechs Tage sollt ihr sammeln; aber der siebente Tag ist der Sabbat, an dem wird nichts da sein.

Die Vorschrift: „Niemand lasse davon übrig bis zum anderen Morgen“, ist geistlich wohl dahin zu verstehen, daß die Erquickung, das Licht, die innere Hilfe in dem dargereichten göttlichen Wort gerade für diesen Augenblick liegt, da Gott es uns gibt! Ich kann heute nicht leben von dem Wort, das der Herr mir gestern gab, sondern bedarf heute neuen Forschens, neuen Nehmens aus der Fülle der Heiligen Schrift. Es gilt heute neu das zu suchen und zu empfangen, was die Liebe Gottes mir in Seinem Worte für den heutigen Tag bereitgelegt hat: „Er weckt jeden Morgen. Er weckt mir das Ohr, damit ich höre wie ein Jünger!“ - Etliche waren der göttlichen Anordnung ungehorsam und ließen von dem Manna übrig bis zum anderen Morgen; da wuchsen Würmer darin und es ward stinkend!“ - Wer sich zu klug dünkt, dem Worte Gottes gehorsam zu sein, wird keinen guten Geruch verbreiten unter dem Volke Gottes: „Die verkehrten Herzens sind, sind dem Herrn ein Greuel; aber Sein Wohlgefallen ruht auf denen, die unsträflich wandeln!“ [Vgl. Spr. 16.5; Luk. 16,14.15; Phil. 2,14-16.]

Sprüche 16,5 -- Ein stolzes Herz ist dem HERRN ein Greuel und wird nicht ungestraft bleiben, wenn sie gleich alle aneinander hängen. / Lukas 16,14.15 -- 14 Das alles hörten die Pharisäer auch, und waren geizig, und spotteten sein. 15 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid's, die ihr euch selbst rechtfertigt vor den Menschen; aber Gott kennt eure Herzen; denn was hoch ist unter den Menschen, das ist ein Greuel vor Gott. / Philipper 2,14-16 -- 14 Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel, 15 auf daß ihr seid ohne Tadel und lauter und Gottes Kinder, unsträflich mitten unter dem unschlachtigen und verkehrten Geschlecht, unter welchem ihr scheinet als Lichter in der Welt, 16 damit daß ihr haltet an dem Wort des Lebens, mir zu einem Ruhm an dem Tage Christi, als der ich nicht vergeblich gelaufen noch vergeblich gearbeitet habe.

Vers 22: Am Tage vor dem Sabbat geschah etwas Merkwürdiges: Ohne es irgendwie zu wollen, hatte jeder Israelit das doppelte Maß von Manna gesammelt. Als dies Mose gemeldet wurde, erklärte er den auffallenden Vorgang dem Volke. Da am nächsten Tage der heilige Sabbat Gottes war, hatte Gott den Israeliten schon im voraus das Manna für diesen folgenden Tag gegeben! - Der Sabbat weist bin auf die ewige Ruhe des Volkes Gottes in der Herrlichkeit. Dort wird unsere Seele sich ewiglich erquicken an unserem Herrn Jesus! Das Maß unserer Seligkeit wird wesentlich im Zusammenhang stehen damit, wieviel wir in unserem Erdenlebengesammelt“ haben aus Seinem Wort und inwieweit die Freude am Herrn Jesus hier unsere tägliche Kraft war! (Lies 2. Petr. 1,1-11.)

2. Petrus 1,1-11 -- 1 Simon Petrus, ein Knecht und Apostel Jesu Christi, denen, die mit uns ebendenselben teuren Glauben überkommen haben in der Gerechtigkeit, die unser Gott gibt und der Heiland Jesus Christus: 2 Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, unsers HERRN! 3 Nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, uns geschenkt ist durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, 4 durch welche uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt sind, nämlich, daß ihr dadurch teilhaftig werdet der göttlichen Natur, so ihr fliehet die vergängliche Lust der Welt; 5 so wendet allen euren Fleiß daran und reichet dar in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis 6 und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gottseligkeit 7 und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe allgemeine Liebe. 8 Denn wo solches reichlich bei euch ist, wird's euch nicht faul noch unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unsers HERRN Jesu Christi; 9 welcher aber solches nicht hat, der ist blind und tappt mit der Hand und vergißt die Reinigung seiner vorigen Sünden. 10 Darum, liebe Brüder, tut desto mehr Fleiß, eure Berufung und Erwählung festzumachen; denn wo ihr solches tut, werdet ihr nicht straucheln, 11 und also wird euch reichlich dargereicht werden der Eingang zu dem ewigen Reich unsers HERRN und Heilandes Jesu Christi.

Die Israeliten aßen am Sabbat von dem, was sie am Tage zuvor gesammelt hatten. Wer erst im Himmel geistliches Verständnis - Erkenntnis von Jesus sammeln will - hier aber die Zeit versäumt und verträumt hat, für den ist es dann zu spät. Es gilt jetzt, „reich zu werden im Glauben“ - vertraut zu werden mit Gott und mit dem Himmel: „Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost Zerstörung üben und keine Diebe einbrechen und stehlen Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz!“ [Lies Kol. 3,1-4.]

Kolosser 3,1-4 -- 1 Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. 2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. 3 Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott. 4 Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit.

Der erste Festtag, den Gott für die Menschen bereitet hatte, war ja der Sabbat. Derselbe war der siebente Tag der Woche, an welchem Gott einst nach Vollendung des Schöpfungswerkes geruht hatte. Da Adam und Eva erst am sechsten Schöpfungstage erschaffen waren, so war der erste Tag, den sie erlebten - ehe noch Versuchung und Sünde an sie herangetreten waren, der große Ruhetag Gottes, an welchem Gott mit Wohlgefallen auf Sein vollendetes Werk blicken konnte: „Denn siehe, es war alles sehr gut!“ Lies 1.Mos. 1,26-2,3!

1. Mose 1,26-2,3 -- 26 Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 27 Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib. 28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. 29 Und Gott sprach: Seht da, ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das sich besamt, auf der ganzen Erde und allerlei fruchtbare Bäume, die sich besamen, zu eurer Speise, 30 und allem Getier auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das da lebt auf Erden, daß sie allerlei grünes Kraut essen. Und es geschah also. 31 Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag. 2,1 Also ward vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. 2 Und also vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er machte. 3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum daß er an demselben geruht hatte von allen seinen Werken, die Gott schuf und machte.

Klar und deutlich weist der Sabbat, den Gott dem Volke Israel gegeben hat, hin auf die zukünftige Ruhe und Herrlichkeit: „Es steht dem Volke Gottes eine wunderbare Sabbatruhe in Aussicht; darum laßt uns Eifer zeigen, zu dieser Ruhe zu gelangen, damit keiner von uns so wie Israel durch Ungehorsam und Unglauben zurückbleibe und zu Fall komme!“ - Dort in der Herrlichkeit werden wir uns ewiglich und ungetrübt an dem wahren Manna, unserem Herrn Jesus, erquicken, wenn wir hier „den guten Kampf gekämpft und Ihm die Treue bewahrt“ haben: „Wer überwindet - wer siegt, dem will Ich von dem verborgenen Manna geben! Und Ich will ihm einen weißen Stein geben und auf dem Stein einen neuen Namen geschrieben, welchen niemand kennt als nur der, welcher ihn empfängt!“ -

(Montag, 30. April 1934)

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