BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

(www.wol-blz.net)

Suchen nach:
Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 009 (Mose flieht ins Land Midian und heiratet eine der Töchter des Priesters Reguël)
Diese BLZ Andacht: -- Im Original -- ERWEITERT

Vorige Andacht -- Nächste Andacht

DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
A. Die NOT Israels in Ägypten (2. Mose 1-6)

5. Mose flieht ins Land Midian. Dort hilft er Töchtern des Priesters Reguël und heiratet eine von ihnen (2. Mose 2,15-22)


2. MOSE 2,15-22

15 Und es kam vor Pharao; der trachtete nach Mose, daß er ihn erwürgte. Aber Mose floh vor Pharao und blieb im Lande Midian und wohnte bei einem Brunnen. 16 Der Priester aber von Midian hatte sieben Töchter; die kamen, Wasser zu schöpfen, und füllten die Rinnen, daß sie ihres Vaters Schafe tränkten. 17 Da kamen die Hirten und stießen sie davon. Aber Mose machte sich auf und half ihnen und tränkte ihre Schafe. 18 Und da sie zu ihrem Vater Reguel kamen, sprach er: Wie seid ihr heute so bald gekommen? 19 Sie sprachen: Ein ägyptischer Mann errettete uns von den Hirten und schöpfte uns und tränkte die Schafe. 20 Er sprach zu seinen Töchtern: Wo ist er? Warum habt ihr den Mann gelassen, daß ihr ihn nicht ludet, mit uns zu essen? 21 Und Mose willigte darein, bei dem Manne zu bleiben. Und er gab Mose seine Tochter Zippora. 22 Die gebar einen Sohn; und er hieß ihn Gersom; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling geworden im fremden Lande.

An einem Brunnen sitzend im Lande Midian, haben wir Mose wiedergefunden. Was mag sein Herz durchzogen haben! – Doch für einen Menschen, der sein Leben Gott geweiht hat, kann es nicht mehr lange Stunden des Grübelns und des Drehens um sich selbst geben. Irgendwelche Dienste und Aufgaben sind immer da, mögen sie auch noch so unscheinbar sein! – Mose hat noch nicht lange am Brunnen gesessen, so kommen die Hirten mit ihren Herden zum Tränken. Auch sieben Hirtinnen, die Töchter des Priesters von Midian, wollen ihre Herde tränken. Mose sieht, wie die Männer die schwachen Frauen beiseite schieben. Da steht er alsbald auf und hilft ihnen. – Wenn du dich im Elend befindest – wirst du die Gelegenheit benützen, ein Helfer für andere Elende und Schwache zu werden, auch wenn sie nicht gerade zu „deinem Volke“ gehören? – Wenn wir uns demütig in eine unerwünschte Lage hineinfinden und die kleinen Dienste tun, die Gott uns zeigt, dann wird unser Los sich freundlicher gestalten! Wir unterwerfen uns dankbar der göttlichen Erziehung, daher kann sie sich milder gestalten, und unser Pfad wird wieder leichter. (Lies 1. Petr. 4,7-9!)

1. Petrus 4,7-9 -- 7 Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge.8 So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt untereinander eine inbrünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. 9 Seid gastfrei untereinander ohne Murren.

Konnte Mose auch noch lange nicht der Befreier Israels werden, so ist er doch willig, hier im Kleinen ein Befreier der Schwachen zu sein! Er brütet nicht in Verdrossenheit nach über den Wechsel seines Geschicks; dadurch hätte er nur Gott verunehrt, und sich selbst geschadet; nein er überwindet seine eigenen Schmerzen, indem er anderen hilft. [Lies Röm. 12,12.13.]

Römer 12,12.13 -- 12 Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. 13 Nehmet euch der Notdurft der Heiligen an. Herberget gern.

Befriedigt gehen die Töchter Jethros nach Hause. Werden sie schnell vergessen, wer ihnen geholfen hat? – Nein, Reghuel, ihr Vater, hört von des Fremdlings bereitwilligem Helfen und Dienen und läd ihn in sein Heim ein. Freundlich hatte Gott nun Seinem Mose eine vorläufige Heimat im Hause des Priesters Jethro bereitet. (Jethro ist der persönliche Name, Reghuel der Amtsname des Mannes. Wie wir es manchmal finden in der Zeit des Alten Bundes, gab es auch in außerisraelitischen Völkern hie und da Menschen, die den wahren, lebendigen Gott kannten – Ihm nachfolgten und dienten. Man denke an Melchisedek, der ein Priester Gottes, des Höchsten hieß und einen Abraham segnen konnte! 1. Mos. 14,18-20.)

1. Mose 14,18-20 -- 18 Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten. 19 Und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat; 20 und gelobt sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hand beschlossen hat. Und demselben gab Abram den Zehnten von allem.

Es scheint bald zu einem herzlichen Einverständnis zwischen Mose und Jethro gekommen zu sein. Ja, letzterer gab ihm sogar eine seiner sieben Töchter, Zippora, zur Frau. An dem Namen, welchen Mose seinem erstgeborenen Söhnlein gab: „Gersom“, d.h. „Ein Fremdling im fremden Lande“, erkennen wir, wie es in Moses innerstem Herzen aussah. Er sah seinen Aufenthalt hier im Lande Midian nur als einen Übergang an. Unverwischt war in seinem Herzen die große Aufgabe, zu der Gott ihn berufen hatte, und die durch seine Flucht aus Ägypten nun soweit von ihm abgerückt war. Wann und wie sollte dieselbe zur Erfüllung kommen? – Das zweite Söhnlein nannte er „Elieser“, d.h. „Gott ist meine Hilfe!“ – Er hat sich zu dem mutigen Vertrauen durchgerungen, daß sein Gott, der ihn vom Schwerte Pharaos gerettet hat, ihn auch noch seiner wahren Lebensaufgabe zuführen könne! [Lies 2. Mos. 18,4.]

2. Mose 18,4 -- 4 und der andere Elieser (denn er sprach: Der Gott meines Vaters ist meine Hilfe gewesen und hat mich errettet von dem Schwert Pharaos).

Die stillen, langen Tage und Jahre wirkten durch die Macht der Gnade in der Persönlichkeit des Mose Charakterzüge aus, die seiner angeborenen Natur fremd waren. Mose lernte das Warten, das Stillewerden und Stillesein, die Demut, und die Sanftmut! Hernach lesen wir: „Der Mann Mose aber war sehr sanftmütig – mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden waren!“ - Oft sendet der Herr seinen Geliebten eine stille Zeit, eine Zeit langen Leidens und Harrens, in welcher ihre Begabung und Wirksamkeit lahmgelegt zu sein scheint. Bei dem einen tut Er dies durch Krankheit – einen anderen stellt Er plötzlich auf einen Platz der Unscheinbarkeit oder des Unterdrücktseins, wo er vor Menschen nichts gilt und, wie es scheint, keinen Einfluß ausübt! [Lies Klagel. 3,19-33!]

Klagelieder 3,19-33 -- 19 Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Galle getränkt bin! 20 Du wirst ja daran gedenken; denn meine Seele sagt mir es. 21 Das nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich noch. 22 Die Güte des HERRN ist's, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, 23 sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. 24 Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. 25 Denn der HERR ist freundlich dem, der auf sie harrt, und der Seele, die nach ihm fragt. 26 Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen. 27 Es ist ein köstlich Ding einem Mann, daß er das Joch in seiner Jugend trage; 28 daß ein Verlassener geduldig sei, wenn ihn etwas überfällt, 29 und seinen Mund in den Staub stecke und der Hoffnung warte 30 und lasse sich auf die Backen schlagen und viel Schmach anlegen. 31 Denn der HERR verstößt nicht ewiglich; 32 sondern er betrübt wohl, und erbarmt sich wieder nach seiner Güte. 33 Denn er nicht von Herzen die Menschen plagt und betrübt,
Das größte kann vollbringen,
Wer auf den Knien ringt –
Wer auch in Nacht und Kerker
Noch Dankespsalmen singt!

Er weiß, daß Gottes Wege
Nie enden in der Nacht,
Und daß nach Sturm und Wetter
Die Frühlingssonne lacht.

(Mittwoch, 10. Januar 1934)

www.WoL-BLZ.net

Zuletzt geändert am 27.03.2014 11:02 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)