BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 746 ( Josefs Brüder hatten Angst, dass er sich jetzt an ihnen rächt. Aber erklärte ihnen, dass Gott es gut zu machen gedachte )
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
F. JOSEF und wie Israel nach Ägypten kam (1. Mose 37,1 - 50,26)

50. Josefs Brüder hatten Angst, dass er sich jetzt an ihnen rächt. Aber erklärte ihnen, dass Gott es gut zu machen gedachte (1. Mose 50,15-21)


1. MOSE 50,15-21

15 Die Brüder aber Josephs fürchteten sich, da ihr Vater gestorben war, und sprachen: Joseph möchte uns Gram sein und vergelten alle Bosheit, die wir an ihm getan haben. 16 Darum ließen sie ihm sagen: Dein Vater befahl vor seinem Tod und sprach: 17 Also sollt ihr Joseph sagen: Vergib doch deinen Brüdern die Missetat und ihre Sünde, daß sie so übel an dir getan haben. So vergib doch nun diese Missetat uns, den Dienern des Gottes deines Vaters. Aber Joseph weinte, da sie solches mit ihm redeten. 18 Und seine Brüder gingen hin und fielen vor ihm nieder und sprachen: Siehe, wir sind deine Knechte. 19 Joseph sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich bin unter Gott. 20 Ihr gedachtet's böse mit mir zu machen; aber Gott gedachte es gut zu machen, daß er täte, wie es jetzt am Tage ist, zu erhalten viel Volks. 21 So fürchtet euch nun nicht; ich will euch versorgen und eure Kinder. Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.

PSALM 14,5

5 Da fürchten sie sich; denn Gott ist bei dem Geschlecht der Gerechten.

Als nun Jakob gestorben war, kam die Angst über die Brüder, Joseph könnte sie um ihrer Schuld und ihrer Vergehungen willen erneut zur Verantwortung ziehen. Bisher hatte ihnen die Gegenwart des Vaters noch Schutz bedeutet, nun aber regte sich in ihrem Herzen wieder das beschämende Gefühl ihrer Schuld. Ach, wie sehnten sie sich doch nach einem ganz befreiten Gewissen! Besorgt sprachen sie deshalb untereinander: „Wenn nun Joseph feindselig gegen uns auftritt und alles Böse uns heimzahlen wird, das wir ihm zugefügt haben, was sollen wir dann tun?“ Wohl hatte Joseph ihnen vergeben und seine Liebe hatte dies mit der Tat bewiesen, aber ihr Gewissen erwachte doch von neuem. Sie schickten deshalb eine Abordnung zu Joseph und baten ihn noch einmal um Vergebung ihrer Schuld. Joseph weinte über diese Botschaft. Sein Herz war tief bewegt darüber, wie Gott an seinen Brüdern arbeitete und wie auch der letzte Rest ihres trotzigen Herzens in Reue und Leid dahinschmolz. Andererseits war es ihm aber auch wieder leid, daß sie bisher seiner Vergebung noch nicht vollkommenen Glauben geschenkt hatten. Er tröstete sie daher und redete freundlich zu ihren Herzen. [Lies Jes. 40,12; Matth. 6,14.15.]

Jesaja 40,12-- Wer mißt die Wasser mit der hohlen Hand und faßt den Himmel mit der Spanne und begreift den Staub der Erde mit einem Dreiling und wägt die Berge mit einem Gewicht und die Hügel mit einer Waage? / Matthäus 6,14.15 -- 14 Denn so ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben,15 Wo ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben.

Die Tugenden Christi, die Versöhnlichkeit, die Milde und Großmut, sind wohl kaum in einem Gerechten so schön und rein ans Licht getreten wie bei Joseph. Alle bitteren Erinnerungen überwand seine Liebe. (Lies 3: Mose 19,18; 1. Petr. 4,8.)

3. Mose 19,18-- Du sollst nicht rachgierig sein noch Zorn halten gegen die Kinder deines Volks. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; denn ich bin der HERR. / 1. Petrus 4,8 -- So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt untereinander eine inbrünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge.

Er wollte mit seinen Brüdern ganz einig und glücklich sein! Kannst du auch so völlig vergeben und vergessen, oder wirst du immer wieder daran erinnert, was dein Nächster dir einmal – vielleicht schon vor langer Zeit – zugefügt hat? Dann laß dir heute sagen: „Vergebt einander so herzlich, wie Gott euch in Christus vergeben hat!“ [Lies Kol. 3,12.13; Eph. 4,32; Luk. 17,3.4.]

Kolosser 3,12.13-- 12 So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; 13 und vertrage einer den andern und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. / Epheser 4,32 -- Seid aber untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem andern, gleichwie Gott euch auch vergeben hat in Christo. / Lukas 17,3.4 -- 3 Hütet euch! So dein Bruder an dir sündigt, so strafe ihn; und so es ihn reut, vergib ihm. 4 Und wenn er siebenmal des Tages an dir sündigen würde und siebenmal des Tages wiederkäme zu dir und spräche: Es reut mich! so sollst du ihm vergeben.

(Freitag, 16. Juli 1954)

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