BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

(www.wol-blz.net)

Suchen nach:
Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 680 ( Josef umarmt weinend Benjamin und seine anderen Brüder und küsst sie. So können auch seine entsetzten Brüder reden )
Diese BLZ Andacht: -- Im Original -- ERWEITERT

Vorige Andacht -- Nächste Andacht

DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
F. JOSEF und wie Israel nach Ägypten kam (1. Mose 37,1 - 50,26)

33. Josef umarmt weinend Benjamin und seine anderen Brüder und küsst sie. So können auch seine entsetzten Brüder reden (1. Mose 45,14-15)


1. MOSE 45,14.15

14 Und er fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte; und Benjamin weinte auch an seinem Halse. 15 Und er küßte alle seine Brüder und weinte über ihnen. Darnach redeten seine Brüder mit ihm.

LUKAS 15, 20-24

20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und tut es ihm an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße, 23 und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet's; lasset uns essen und fröhlich sein! 24 denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an fröhlich zu sein.

Wir können uns denken, daß die Brüder Josephs bei dieser wunderbaren Wendung der Dinge voll scheuem Stauen vor dem mächtigsten Mann des Landes Ägypten standen. War er tatsächlich ihr Bruder? Es mußte so sein! Er hatte ja den Dolmetscher weggesandt und jetzt all die gnadenvollen Worte in ihrer eigenen Sprache zu ihnen gesprochen. Und nun fiel er Benjamin um den Hals und weinte! Er zeigte also seine Liebe zunächst am stärksten dem Bruder, der von derselben Mutter wie er stammte und der ihm nie ein Leid zugefügt hatte. Das konnten sie verstehen. Aber dabei blieb er nicht stehen, sondern er reichte seine Hand auch den übrigen Brüdern und küßte sie weinend, so daß sie nun wirklich Mut faßten und mit ihm redeten! Ist dies nicht groß und erstaunlich: Kein Wort des Vorwurfs, nur Liebe und Vergebung hatte Joseph seinen Brüdern gegenüber im Herzen! (Vgl. 1. Mose 50,15-21).

1. Mose 50,15-21 -- 15 Die Brüder aber Josephs fürchteten sich, da ihr Vater gestorben war, und sprachen: Joseph möchte uns Gram sein und vergelten alle Bosheit, die wir an ihm getan haben. 16 Darum ließen sie ihm sagen: Dein Vater befahl vor seinem Tod und sprach: 17 Also sollt ihr Joseph sagen: Vergib doch deinen Brüdern die Missetat und ihre Sünde, daß sie so übel an dir getan haben. So vergib doch nun diese Missetat uns, den Dienern des Gottes deines Vaters. Aber Joseph weinte, da sie solches mit ihm redeten. 18 Und seine Brüder gingen hin und fielen vor ihm nieder und sprachen: Siehe, wir sind deine Knechte. 19 Joseph sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich bin unter Gott. 20 Ihr gedachtet's böse mit mir zu machen; aber Gott gedachte es gut zu machen, daß er täte, wie es jetzt am Tage ist, zu erhalten viel Volks. 21 So fürchtet euch nun nicht; ich will euch versorgen und eure Kinder. Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.

Ja, wer bei Gott Vergebung gefunden hat, muß auch seinen Nächsten vergeben können. Er muß die Gräben zuschütten, die entstanden sind. Nur dadurch, daß wir alle Bitterkeit begraben und allen Haß fallen lassen, wird uns die Gemeinschaft mit den anderen möglich sein! Die Schrift sagt: „Vergebt einander so herzlich, wie Gott in Christus euch vergeben hat!“ Und Jesus Selbst sagt: „Wenn ihr den Menschen ihren Fehltritt vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben! Vergebt ihr jedoch den Menschen nicht, so wird auch euer himmlischer Vater eure Verfehlungen euch nicht vergeben!“ Unversöhnlichkeit, Neid und Streitsucht, Ehrsucht und jede Art von Selbstsucht hindert das Wirken des Geistes Gottes aufs schwerste und läßt kein fröhliches, geheiligtes Gemeinschaftsleben entstehen. Lieber Leser, kannst du gern, gleich und ganz vergeben? [Lies Matth. 18,21-35; 1. Joh. 4,20.21.]

Matthäus 18,21-35 -- 21 Da trat Petrus zu ihm und sprach: HERR, wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist's genug siebenmal? 22 Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: Nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal. 23 Darum ist das Himmelreich gleich einem König, der mit seinen Knechten rechnen wollte. 24 Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. 25 Da er's nun nicht hatte, zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. 26 Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir's alles bezahlen. 27 Da jammerte den Herrn des Knechtes, und er ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. 28 Da ging derselbe Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an und würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist! 29 Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir; ich will dir's alles bezahlen. 30 Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. 31 Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. 32 Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; 33 solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe? 34 Und sein Herr ward sehr zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. 35 Also wird euch mein himmlischer Vater auch tun, so ihr nicht vergebt von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. / 1. Johannes 4,20.21 -- 20 So jemand spricht: "Ich liebe Gott", und haßt seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? 21 Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe.

(Mittwoch, 13. Januar 1954)

www.WoL-BLZ.net

Zuletzt geändert am 04.01.2021 10:49 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)