BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 668 ( Juda versucht Josef dazu zu bewegen, ihn anstatt seines Bruders Benjamin zu bestrafen )
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
F. JOSEF und wie Israel nach Ägypten kam (1. Mose 37,1 - 50,26)

30. Juda versucht Josef dazu zu bewegen, ihn anstatt seines Bruders Benjamin zu bestrafen (1. Mose 44,17-34)


1. MOSE 44,17-34

17 Er aber sprach: Das sei ferne von mir, solches zu tun! Der Mann, bei dem der Becher gefunden ist, soll mein Knecht sein; ihr aber zieht hinauf mit Frieden zu eurem Vater. 18 Da trat Juda zu ihm und sprach: Mein Herr, laß deinen Knecht ein Wort reden vor den Ohren meines Herrn, und dein Zorn ergrimme nicht über deinen Knecht; denn du bist wie Pharao. 19 Mein Herr fragte seine Knechte und sprach: Habt ihr auch einen Vater oder Bruder? 20 Da antworteten wir: Wir haben einen Vater, der ist alt, und einen jungen Knaben, in seinem Alter geboren; und sein Bruder ist tot, und er ist allein übriggeblieben von seiner Mutter, und sein Vater hat ihn lieb. 21 Da sprachst du zu deinen Knechten: Bringet ihn herab zu mir; ich will ihm Gnade erzeigen. 22 Wir aber antworteten meinem Herrn: Der Knabe kann nicht von seinem Vater kommen; wo er von ihm käme, würde er sterben. 23 Da sprachst du zu deinen Knechten: Wo euer jüngster Bruder nicht mit euch herkommt, sollt ihr mein Angesicht nicht mehr sehen. 24 Da zogen wir hinauf zu deinem Knecht, unserm Vater, und sagten ihm meines Herrn Rede. 25 Da sprach unser Vater: Zieht wieder hin und kauft uns ein wenig Speise. 26 Wir aber sprachen: wir können nicht hinabziehen, es sei denn unser jüngster Bruder mit uns, so wollen wir hinabziehen; denn wir können des Mannes Angesicht nicht sehen, wenn unser jüngster Bruder nicht mit uns ist. 27 Da sprach dein Knecht, mein Vater, zu uns: Ihr wisset, daß mir mein Weib zwei Söhne geboren hat; 28 einer ging hinaus von mir, und man sagte: Er ist zerrissen; und ich habe ihn nicht gesehen bisher. 29 Werdet ihr diesen auch von mir nehmen und widerfährt ihm ein Unfall, so werdet ihr meine grauen Haare mit Jammer hinunter in die Grube bringen. 30 Nun, so ich heimkäme zu deinem Knecht, meinem Vater, und der Knabe wäre nicht mit uns, an des Seele seine Seele hanget, 31 so wird's geschehen, wenn er sieht, daß der Knabe nicht da ist, daß er stirbt; so würden wir, deine Knechte, die grauen Haare deines Knechtes, unsers Vaters, mit Herzeleid in die Grube bringen. 32 Denn ich, dein Knecht, bin Bürge geworden für den Knaben gegen meinen Vater und sprach: Bringe ich ihn dir nicht wieder, so will ich mein Leben lang die Schuld tragen. 33 Darum laß deinen Knecht hier bleiben an des Knaben Statt zum Knecht meines Herrn und den Knaben mit seinen Brüdern hinaufziehen. 34 Denn wie soll ich hinaufziehen zu meinem Vater, wenn der Knabe nicht mit mir ist? Ich würde den Jammer sehen müssen, der meinem Vater begegnen würde.

HIOB 5,17-19

17 Siehe, selig ist der Mensch, den Gott straft; darum weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht. 18 Denn er verletzt und verbindet; er zerschlägt und seine Hand heilt. 19 Aus sechs Trübsalen wird er dich erretten, und in der siebenten wird dich kein Übel rühren

Die Brüder wollten also lieber in der Sklaverei bleiben als ihr Bruder Benjamin verlassen. Doch Joseph willigte nicht ein, und gerade diese Not machte Juda zum Sprecher für alle. Er war es ja, der sich bei seinem Vater in besonderer Weise für Benjamin verbürgt hatte. Deshalb erklärte er nun auch Joseph, er wolle als Sklave in Ägypten bleiben, um damit Benjamin freizukaufen. [Vgl. 1. Mose 44, 30 – 32.]

1. Mose 44,30-32 -- 30 Nun, so ich heimkäme zu deinem Knecht, meinem Vater, und der Knabe wäre nicht mit uns, an des Seele seine Seele hanget, 31 so wird's geschehen, wenn er sieht, daß der Knabe nicht da ist, daß er stirbt; so würden wir, deine Knechte, die grauen Haare deines Knechtes, unsers Vaters, mit Herzeleid in die Grube bringen. 32 Denn ich, dein Knecht, bin Bürge geworden für den Knaben gegen meinen Vater und sprach: Bringe ich ihn dir nicht wieder, so will ich mein Leben lang die Schuld tragen.

Hell brach das Feuer der Liebe bei diesen Worten aus seinem Herzen hervor. Es verzehrte den Schutt der Sünde, der sich darauf gelegt hatte und entzündete alle sein Brüder. Er bewies damit, daß nun in seinem und seiner Brüder Herzen die rechte Gesinnung gegen den alten Vater und auch gegen Benjamin aufgewacht war, und daß sie so etwas Schlechtes wie damals Joseph gegenüber nie wieder tun würden. Ihre Herzen waren umgewandelt und bekehrt. Die göttliche Absicht war durch die schweren Wege, die sie geführt worden waren, erreicht! [Lies Ps. 119, 67; 5. Mose 30, 1 – 3. 8. 9; Klagel. 5, 21.]

Psalm 119,67 -- Ehe ich gedemütigt ward, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort. / 5. Mose 30,1-3.8.9 -- 1 Wenn nun über dich kommt dies alles, es sei der Segen oder der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du in dein Herz gehst, wo du unter den Heiden bist, dahin dich der HERR, dein Gott, verstoßen hat, 2 und bekehrst dich zu dem HERRN, deinem Gott, daß du seiner Stimme gehorchest, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele, in allem, was ich dir heute gebiete, 3 so wird der HERR, dein Gott, dein Gefängnis wenden und sich deiner erbarmen und wird dich wieder versammeln aus allen Völkern, dahin dich der HERR, dein Gott, verstreut hat. ... 8 du aber wirst dich bekehren und der Stimme des HERRN gehorchen, daß du tust alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete. 9 Und der HERR, dein Gott, wird dir Glück geben in allen Werken deiner Hände, an der Frucht deines Leibes, an der Frucht deines Viehs, an der Frucht deines Landes, daß dir's zugut komme. Denn der HERR wird sich wenden, daß er sich über dich freue, dir zugut, wie er sich über deine Väter gefreut hat / Klagelieder 5,21 -- 21 Bringe uns, HERR, wieder zu dir, daß wir wieder heimkommen; erneuere unsre Tage wie vor alters!

Jetzt verstehen wir auch, weshalb Joseph seinen Bruder Benjamin in den Verdacht des Diebstahls brachte. Es war dies notwendig, um die Gedanken der Brüder richtig offenbar werden zu lassen – ob noch die alte Art voll Neid und Mißgunst, voll Undankbarkeit gegen den Vater, voll Härte und Grausamkeit gegen den Bruder in ihnen sei, oder ob sie jetzt liebevolle Menschen geworden seien. Und wirklich, sie bestanden diese letzte, starke Probe ihrer Umwandlung, und so konnte Joseph das Wort der Vergebung für sie sprechen. – Ähnlich macht es ja auch der Herr uns gegenüber. Er vergibt uns erst dann, wenn eine wirkliche Sinnesänderung vorgegangen ist, die sich in der Tat ausweist. Die Schrift ruft uns zu: „Einst wart ihr allerdings Finsternis wie jene; jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Darum lebt nun auch als Kinder des Lichts. Betragt euch so, wie es Lichteskindern zukommt!“ [Lies 2. Petr. 3, 9. 14; Röm. 2, 4. 5; Apg. 2, 37 – 41.]

2. Petrus 3,9.14 -- 9 Der HERR verzieht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. ... 14 Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollt, so tut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet; / Römer 2,4.5 -- 4 Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigkeit? Weißt du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? 5 Du aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufest dir selbst den Zorn auf den Tag des Zornes und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes / Apostelgeschichte 2,37-41 -- 37 Da sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz, und fragten Petrus und die andern Apostel: Ihr Männer, was sollen wir tun? 38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. 39 Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung und aller, die ferne sind, welche Gott, unser HERR, herzurufen wird. 40 Auch mit vielen anderen Worten bezeugte und ermahnte er: Lasset euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht! 41 Die nun sein Wort gern annahmen, ließen sich taufen; und wurden hinzugetan an dem Tage bei dreitausend Seelen.

(Donnerstag, 5. November 1953)

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