BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
F. JOSEF und wie Israel nach Ägypten kam (1. Mose 37,1 - 50,26)

3. Josefs Brüder wollten ihn töten; aber Ruben erwirkt, dass sie ihn gebunden in eine leere Grube werfen (1. Mose 37,18 - 24)


1. MOSE 37,20-24

20 So kommt nun und laßt uns ihn erwürgen und in eine Grube werfen und sagen, ein böses Tier habe ihn gefressen, so wird man sehen, was seine Träume sind. 21 Da das Ruben hörte, wollte er ihn aus ihren Händen erretten, und sprach: Laßt uns ihn nicht töten. 22 Und weiter sprach Ruben zu ihnen: Vergießt nicht Blut, sondern werft ihn in die Grube, die in der Wüste ist, und legt die Hand nicht an ihn. Er wollte ihn aber aus ihrer Hand erretten, daß er ihn seinem Vater wiederbrächte. 23 Als nun Joseph zu seinen Brüdern kam, zogen sie ihm seinen Rock, den bunten Rock, aus, den er anhatte, 24 und nahmen ihn und warfen ihn in die Grube; aber die Grube war leer und kein Wasser darin.

SPRÜCHE 21,8.10

8 Wer mit Schuld beladen ist, geht krumme Wege; wer aber rein ist, des Werk ist recht. ... 10 Die Seele des Gottlosen wünscht Arges und gönnt seinem Nächsten nichts.

In Ruben erwachte nun doch das Gewissen. Er weiß sich als Ältester für die Schar seiner Brüder besonders verantwortlich, darum wollte er die unmittelbare Tötung Josephs verhindern und schlug den Brüdern vor, ihn lebendig in die in der Nähe befindlichen Grube zu werfen. Im stillen gedachte er, ihn hernach, wenn die Brüder weitergezogen waren, wieder herauszuretten und ihn dem Vater zurückzubringen! – Ruben wußte, daß er selbst seinem Vater großes Herzeleid bereitet hatte durch die schwere Sünde. [Lies 1. Mose 35,22.]

1. Mose 35,22 -- Und es begab sich, da Israel im Lande wohnte, ging Ruben hin und schlief bei Bilha, seines Vaters Kebsweib; und das kam vor Israel. Es hatte aber Jakob zwölf Söhne.

Das bereute er und wollte nach Möglichkeit seinem Vater weiteren Kummer ersparen. Er wagte es allerdings nicht, offen und ehrlich vor die Brüder hinzutreten; denn seine frühere Sünde verschloß ihm den Mund und nahm ihm den Mut! – Wie kraftlos macht doch das belastete Gewissen, und wie sehr verdirbt fleischliche Befleckung den Charakter! (Lies 1. Petr. 2,11.12.)

1. Petrus 2,11.12 -- 11 Liebe Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrime: enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, 12 und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übeltätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird.

Wo die Sünde ihr Haupt erhebt, müssen wir den Mut haben, ihr offen entgegenzutreten! Dazu ist es notwendig, daß wir sie in unserem eigenen Herzen im Lichte Gottes erkennen und sie erst dann bei anderen bekämpfen, wenn wir sie in der Kraft Jesu Christi bei uns selbst überwunden haben! [Lies Jes. 1,14–17; 2. Chron. 29,1.2.10.11.20.24; 30,1–9.]

Jesaja 1,14-17 -- 14 Meine Seele ist feind euren Neumonden und Jahrfesten; ich bin ihrer überdrüssig, ich bin's müde zu leiden. 15 Und wenn ihr schon eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und ob ihr schon viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. 16 Waschet, reiniget euch, tut euer böses Wesen von meinen Augen, laßt ab vom Bösen; 17 lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, helfet dem Unterdrückten, schaffet dem Waisen Recht, führet der Witwe Sache. / 2. Chronik 29,1.2.10.11.20.24 -- 1 Hiskia war fünfundzwanzig Jahre alt, da er König ward, und regierte neunundzwanzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Abia, eine Tochter Sacharjas. 2 Und er tat, was dem HERRN wohl gefiel, wie sein Vater David. ... 10 Nun habe ich im Sinn einen Bund zu machen mit dem HERRN, dem Gott Israels, daß sein Zorn und Grimm sich von uns wende. 11 Nun, meine Söhne, seid nicht lässig; denn euch hat der HERR erwählt, daß ihr vor ihm stehen sollt und daß ihr seine Diener und Räucherer seid. ... 20 Da machte sich auf der König Hiskia und versammelte die Obersten der Stadt und ging hinauf zum Hause des HERRN; ... 24 und die Priester schlachteten sie und taten ihr Blut zur Entsündigung auf den Altar, zu versöhnen das ganze Israel. Denn der König hatte befohlen, Brandopfer und Sündopfer zu tun für das ganze Israel. / 2. Chronik, 30,1-9 -- 1 Und Hiskia sandte hin zum ganzen Israel und Juda und schrieb Briefe an Ephraim und Manasse, daß sie kämen zum Hause des HERRN gen Jerusalem, Passah zu halten dem HERRN, dem Gott Israels. 2 Und der König hielt einen Rat mit seinen Obersten und der ganzen Gemeinde zu Jerusalem, das Passah zu halten im zweiten Monat. 3 Denn sie konnten's nicht halten zur selben Zeit, darum daß der Priester nicht genug geheiligt waren und das Volk noch nicht zuhauf gekommen war gen Jerusalem 4 Und es gefiel dem König wohl und der ganzen Gemeinde, 5 und sie bestellten, daß solches ausgerufen würde durch ganz Israel von Beer-Seba an bis gen Dan, daß sie kämen, Passah zu halten dem HERRN, dem Gott Israels, zu Jerusalem; denn es war lange nicht gehalten, wie es geschrieben steht. 6 Und die Läufer gingen hin mit den Briefen von der Hand des Königs und seiner Obersten durch ganz Israel und Juda nach dem Befehl des Königs und sprachen: Ihr Kinder Israel, bekehrt euch zu dem HERRN, dem Gott Abrahams, Isaaks und Israels, so wird er sich kehren zu den Entronnenen, die noch übrig unter euch sind aus der Hand der Könige von Assyrien. 7 Und seid nicht wie eure Väter und Brüder, die sich am HERRN, ihrer Väter Gott, vergriffen, daß er sie dahingab in die Verwüstung, wie ihr selber seht. 8 So seid nun nicht halsstarrig wie eure Väter; sondern gebt eure Hand dem HERRN und kommt zu seinem Heiligtum, das er geheiligt hat ewiglich, und dient dem HERRN, eurem Gott, so wird sich der Grimm seines Zorns von euch wenden. 9 Denn so ihr euch bekehrt zu dem HERRN, so werden eure Brüder und Kinder Barmherzigkeit haben vor denen, die sie gefangen halten, daß sie wieder in dies Land kommen. Denn der HERR, euer Gott, ist gnädig und barmherzig und wird sein Angesicht nicht von euch wenden, so ihr euch zu ihm bekehrt.

Ja, Ruben suchte hier einen Mittelweg und ließ fleischliche Klugheit walten, anstatt sich allein durch die tiefe Ehrfurcht vor Gott leiten zu lassen! – Ruben ging dann fort; er wollte wenigstens nicht an dem schmählichen Überfall, den die Brüder an ihrem Jüngsten vollzogen, Anteil haben! Er konnte es nicht mit ansehen, wenn sie ihn umringten und wie diese neun starken Männer den jungen Knaben vergewaltigten, sein Kleid von ihm rissen und ihn in die Grube warfen. Wie herzlos und verhärtet kann doch das Herz des Menschen sein. Haben wir dies auch schon bei uns selbst gemerkt und geändert? (Lies Pred. 9,3; Jer. 17,9.10; Spr. 28,26.)

Prediger 9,3 -- Das ist ein böses Ding unter allem, was unter der Sonne geschieht, daß es einem geht wie dem andern; daher auch das Herz der Menschen voll Arges wird, und Torheit ist in ihrem Herzen, dieweil sie leben; darnach müssen sie sterben. / Jeremia 17,9.10 -- 9 Es ist das Herz ein trotzig und verzagtes Ding; wer kann es ergründen? 10 Ich, der HERR, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeglichen nach seinem Tun, nach den Früchten seiner Werke. / Sprüche 28,26 -- Wer sich auf sein Herz verläßt, ist ein Narr; wer aber mit Weisheit geht, wird entrinnen.

(Donnerstag, 23. April 1953)

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Zuletzt geändert am 06.02.2020 13:51 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)