BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 584 ( Josefs Brüder wollten ihn töten; aber Ruben erwirkt, dass sie ihn gebunden in eine leere Grube werfen )
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
F. JOSEF und wie Israel nach Ägypten kam (1. Mose 37,1 - 50,26)

3. Josefs Brüder wollten ihn töten; aber Ruben erwirkt, dass sie ihn gebunden in eine leere Grube werfen (1. Mose 37,18 - 24)


1. MOSE 37,23.24

23 Als nun Joseph zu seinen Brüdern kam, zogen sie ihm seinen Rock, den bunten Rock, aus, den er anhatte, 24 und nahmen ihn und warfen ihn in die Grube; aber die Grube war leer und kein Wasser darin.

PSALM 35,1-9

1 Ein Psalm Davids. HERR, hadere mit meinen Haderern; streite wider meine Bestreiter. 2 Ergreife Schild und Waffen und mache dich auf, mir zu helfen! 3 Zücke den Spieß und schütze mich gegen meine Verfolger! Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe! 4 Es müssen sich schämen und gehöhnt werden, die nach meiner Seele stehen; es müssen zurückkehren und zu Schanden werden, die mir übelwollen. 5 Sie müssen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des HERRN stoße sie weg. 6 Ihr Weg müsse finster und schlüpfrig werden, und der Engel des HERRN verfolge sie. 7 Denn sie haben mir ohne Ursache ihr Netz gestellt, mich zu verderben, und haben ohne Ursache meiner Seele Gruben zugerichtet. 8 Er müsse unversehens überfallen werden; und sein Netz, das er gestellt hat, müsse ihn fangen; und er müsse darin überfallen werden 9 Aber meine Seele müsse sich freuen des HERRN und sei fröhlich über seine Hilfe.

Joseph weint und fleht die Brüder an, doch nicht so grausam zu sein. Doch sie hören nicht auf ihn; ihr Herz ist ganz verhärtet! Ja, sie setzen sich noch neben der Grube nieder und fangen an, die Vorräte zu verzehren, die Joseph ihnen von zu Hause mitgebracht hatte. O zu welcher Grausamkeit und Rohheit sind doch Menschenherzen fähig, die unter der Obrigkeit der Finsternis stehen – die von der Macht der Sünde und des Ichlebens beherrscht werden. – Während Josephs unterdrückte Seufzer aus der Tiefe der Grube aufstiegen, saßen die Brüder da und ließen es sich schmecken! Zuletzt wollten sie dann, ehe sie weiterzogen, ihren Bruder umbringen. Joseph hatte gedacht, seine Brüder zu finden, nun aber fand er in ihnen Todfeinde. – Wie Joseph, so kam auch der Sohn Gottes zu den Seinen, und die Seinen nahmen ihn nicht auf! (Lies Joh. 1,11; 5,43; Luk. 20,9–19.)

Johannes 1,11 -- Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf / Johannes 5,43 -- Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmet mich nicht an. So ein anderer wird in seinem eigenen Namen kommen, den werdet ihr annehmen. / Lukas 20,9-19 -- 9 Er fing aber an, zu sagen dem Volk dies Gleichnis: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und tat ihn den Weingärtnern aus und zog über Land eine gute Zeit. 10 Und zu seiner Zeit sandte er einen Knecht zu den Weingärtnern, daß sie ihm gäben von der Frucht des Weinberges. Aber die Weingärtner stäupten ihn und ließen ihn leer von sich. 11 Und über das sandte er noch einen anderen Knecht; sie aber stäupten den auch und höhnten ihn und ließen ihn leer von sich. 12 Und über das sandte er den dritten; sie aber verwundeten den auch und stießen ihn hinaus. 13 Da sprach der Herr des Weinberges: Was soll ich tun? Ich will meinen lieben Sohn senden; vielleicht, wenn sie den sehen, werden sie sich scheuen. 14 Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten, daß das Erbe unser sei! 15 Und sie stießen ihn hinaus vor den Weinberg und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinberges ihnen tun? 16 Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und seinen Weinberg andern austun. Da sie das hörten, sprachen sie: Das sei ferne! 17 Er aber sah sie an und sprach: Was ist denn das, was geschrieben steht: "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden"? 18 Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen. 19 Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten darnach, wie sie die Hände an ihn legten zu derselben Stunde; und fürchteten sich vor dem Volk, denn sie verstanden, daß er auf sie dies Gleichnis gesagt hatte.

Josephs Seelenangst erinnert uns an des Herrn Jesu starkes Weinen und Rufen, an Seine Tränen vor Gott im Garten Gethsemane. Auch Er wurde ja gepackt und geschlagen von rohen Fäusten und zur Richtstätte Golgatha gebracht. Wie Josephs Brüder in ihrer Herzenskälte und Gleichgültigkeit dort bei der Grube saßen, so sehen wir in der Geschichte der Leiden unseres Herrn, daß es auch damals Leute genug gab, die gefühllos und teilnahmslos in der Nähe des Kreuzes von Golgatha standen. Ja, sie wagten es sogar, Worte des Spottes und des Hohnes dem am Kreuz hängenden Heiland zuzurufen. Doch welch eine Wendung ist gar bald eingetreten, so daß wir sprechen dürfen: „Wir sehen den Herrn Jesus, der für kurze Zeit in Seinem Todesleiden unter die Engel erniedrigt war, nunmehr mit Herrlichkeit und Ehre im Himmel gekrönt, nachdem Er durch Gottes Gnade für alle den Tod mit allen Seinen Schrecken geschmeckt hat. Es entspricht ja der Würde und Erhabenheit Gottes, daß Er den Begründer unseres Heils durch Leiden vollkommen machte zu diesem hohen Beruf!“ [Lies Hebr. 2,9.10.14–18.]

Hebräer 2,9.10.14-18 -- 9 Den aber, der eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel, Jesum, sehen wir durchs Leiden des Todes gekrönt mit Preis und Ehre, auf daß er von Gottes Gnaden für alle den Tod schmeckte. 10 Denn es ziemte dem, um deswillen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, der da viel Kinder hat zur Herrlichkeit geführt, daß er den Herzog der Seligkeit durch Leiden vollkommen machte. ... 14 Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er dessen gleichermaßen teilhaftig geworden, auf daß er durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist dem Teufel, 15 und erlöste die, so durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mußten. 16 Denn er nimmt sich ja nicht der Engel an, sondern des Samens Abrahams nimmt er sich an. 17 Daher mußte er in allen Dingen seinen Brüdern gleich werden, auf daß er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu versöhnen die Sünden des Volks. 18 Denn worin er gelitten hat und versucht ist, kann er helfen denen, die versucht werden.

(Freitag, 24. April 1953)

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