BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 331 (Abram hört auf seine kinderlose Frau Sarai und schwängert deren Magd Hagar)
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
D. ABRAHAM, seine Verwandtschaft und seine acht Söhne (1. Mose 11,10 - 25,18)

17. Abram hört auf seine kinderlose Frau Sarai und schwängert deren Magd Hagar (1. Mose 16,1-6)


1. MOSE 16,5.6

5 Da sprach Sarai zu Abram: Du tust unrecht an mir. Ich habe meine Magd dir in die Arme gegeben; nun sie aber sieht, daß sie schwanger geworden ist, muß ich gering sein in ihren Augen. Der HERR sei Richter zwischen mir und dir. 6 Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist unter deiner Gewalt; tue mit ihr, wie dir's gefällt. Da sie nun Sarai wollte demütigen, floh sie von ihr.

GALATER 6,1.2

1 Liebe Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilt würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. 2 Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Wir sehen hier, wie eine Verkehrtheit aus der andern kommt, wie ein Gläubiger, statt dem andern zu nützen und vorwärts zu helfen, ihm schadet - wie sie einander zurückbringen, beflecken können! O, wie wenig verstehen Kinder Gottes meist die Höhe ihrer Berufung und was sie eigentlich füreinander sein könnten und sein sollten. (Lies KoI. 3,12-15.)

Kolosser 3,12-15 -- 12 So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; 13 und vertrage einer den andern und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. 14 Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. 15 Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe; und seid dankbar!

Sara I hätte sich hier beugen müssen: „Ich bin selbst schuld, daß es so gekommen ist! Ich habe ja den ersten Fehltritt begangen!“ Aber das sagt sie nicht, sondern sie klagt Abraham an und legt die ganze Schuld auf ihn: „Du tust unrecht an mir!“ behauptet sie. Nein, wirklich! so darf man es nicht machen - so darf man die eigene Schuld nicht auf den andern abwälzen; sonst kommt man nicht wieder zurecht! - Abraham sagt kein Wort zu seiner Rechtfertigung! Es muß sich einmal einer finden, der nachgibt - der die Schuld auf sich nimmt und es Gott überläßt, dem anderen die Schuld zu zeigen. Wollen wir den anderen durchaus von seiner Schuld überzeugen, so stehen wir in Gefahr, ungerecht zu werden, denn des Nächsten Schuld steht uns meist deutlicher vor Augen als die eigene! [Lies Matth. 7,1-5; Eph. 4,31.32.]

Matthäus 7,1-5 -- 1 Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. 2 Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. 3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? 4 Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? 5 Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; darnach siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst! / Epheser 4,31.32 -- 31 Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung sei ferne von euch samt aller Bosheit. 32 Seid aber untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem andern, gleichwie Gott euch auch vergeben hat in Christo.

Abraham überläßt nun Hagar der Verfügung Saras: „Siehe, deine Magd ist in deiner Hand, tue mit ihr, was gut ist in deinen Augen!“ Sara aber mißbrauchte ihre Gewalt und war zu hart, so daß Hagar die Flucht ergriff. Mit wieviel Härte und Unbarmherzigkeit begegnet oft der Stärkere dem Schwächeren, selbst in gläubigen Kreisen. Im Blick auf den verarmten Bruder wurde dem Israeliten geboten: „Du sollst nicht mit Härte über ihn herrschen, sondern du sollst dich fürchten vor deinem Gott!“ ([3. M. 25,43.]

Lies Hes. 34,4.5; vgl. Ps. 118,13; Röm. 12,16-21; Eph. 6,9.)

Hesekiel 34,4.5 -- 4 Der Schwachen wartet ihr nicht, und die Kranken heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verirrte holt ihr nicht und das Verlorene sucht ihr nicht; sondern streng und hart herrschet ihr über sie. 5 Und meine Schafe sind zerstreut, als sie keinen Hirten haben, und allen wilden Tieren zur Speise geworden und gar zerstreut. / Psalm 118,13 -- Man stößt mich, daß ich fallen soll; aber der HERR hilft mir. / Römer 12,16-21 -- 16 Habt einerlei Sinn untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. 17 Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißigt euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. 18 Ist es möglich, soviel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. 19 Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: "Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der HERR." 20 So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. 21 Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. / Epheser 6,9 -- Und ihr Herren, tut auch dasselbe gegen sie und lasset das Drohen; wisset, daß auch euer HERR im Himmel ist und ist bei ihm kein Ansehen der Person.

(Samstag, 14. Oktober 1950)

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