BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DER TITUSBRIEF


Titus 2,1.2

1 Du aber rede, wie sich's ziemt nach der heilsamen Lehre: 2 den Alten sage, daß sie nüchtern seien, ehrbar, züchtig, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld

Psalm 93,5

Dein Wort ist eine rechte Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, o HERR, ewiglich.

Den einzelnen Alters- und Geschlechtsstufen wird hier gezeigt, „wie sie wandeln und Gott gefallen sollen“ - „wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, welches die Gemeinde des lebendigen Gottes ist!“ Im Hause Gottes befinde ich mich ja nicht nur, wenn ich etwa am Tage des Herrn mit den Miterlösten zur Anbetung oder zur Erbauung vor dem Angesichte Gottes zusammenkomme - nein, im Hause Gottes befinde ich mich bei Tag und bei Nacht, wenn ich arbeite und wenn ich ruhe - überall und zu aller Zeit, vorausgesetzt natürlich, daß ich ein wahres Kind Gottes bin! Als der verlorene Sohn in die Arme seines Vaters zurückgekehrt, begnadigt und passend gemacht war für des Vaters Haus, da lebte er fortan in diesem Hause in der Gemeinschaft des Vaters! (Lies Luk. 15,11-32.)

Lukas 15,11-32 -- 11 Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngste unter ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört. Und er teilte ihnen das Gut. 13 Und nicht lange darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und zog ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. 14 Da er nun all das Seine verzehrt hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbe ganze Land, und er fing an zu darben. 15 Und ging hin und hängte sich an einen Bürger des Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm. 17 Da schlug er in sich und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir 19 und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und tut es ihm an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße, 23 und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet's; lasset uns essen und fröhlich sein! 24 denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an fröhlich zu sein. 25 Aber der älteste Sohn war auf dem Felde. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er das Gesänge und den Reigen; 26 und er rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, daß er ihn gesund wieder hat. 28 Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. 29 Er aber antwortete und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten; und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. 30 Nun aber dieser dein Sohn gekommen ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gemästet Kalb geschlachtet. 31Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich und gutes Muts sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wieder gefunden.

Und das ist unser Gnadenstand jetzt als Geliebte Gottes: „Unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit Seinem Sohne Jesus Christus!“ (Vgl. 1. Kor. 1,9; Joh. 15,9-11.)

1. Korinther 1,9 -- Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers HERRN. / Johannes 15,9-11 -- 9 Gleichwie mich mein Vater liebt, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe! 10 So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. 11 Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde.

Wir dürfen und sollen ein Leben vor Gott und mit Gott führen: „Die Aufrichtigen werden vor Deinem Angesicht wohnen!“ - Welch ein heiliges Leben lebt man, wenn man im Geiste vor Gott steht allezeit! Das ist unser Beruf! Titus soll die älteren gläubigen Männer lehren, nüchtern zu sein. Durchaus nicht überflüssig ist diese Mahnung im Blick auf geistige Getränke! Die Gefahr liegt näher, als man meint, hier und da solche „Stärkung“ zu sich zu nehmen und an diese Gewohnheit gebunden zu werden.*) Aber die geistliche Nüchternheit umfaßt weit mehr; sie bedeutet ein innerliches Wach- und Lebendigsein, daß man nicht benommen und erfüllt sei von allerlei Menschlichem, Irdischem, Vergänglichem! „Umgürtet die Lenden eurer Gesinnung! Seid nüchtern und hoffet völlig auf die Gnade, die euch entgegengebracht wird bei der Offenbarung (Wiederkunft) Jesu Christi!“ (Vgl. 1. Petr. 5,8.)

1. Petrus 5,8 -- Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge.

„Würdig und besonnen“ sollen die gläubigen Männer sein - ein ihrem Alter und Stand angemessenes Benehmen zeigen, Worte und Handlungen vor Gott überlegen, ehrbar und ernst sich betragen im Gegensatz zu dem geschwätzigen, läppischen und unbesonnenen Wesen, in welches der natürliche Mensch so leicht hineingerät! (Lies Spr. 2,1-11; 4,20 - 5,2.)

Sprüche 2,1-11 -- 1 Mein Kind, so du willst meine Rede annehmen und meine Gebote bei dir behalten, 2 daß dein Ohr auf Weisheit achthat und du dein Herz mit Fleiß dazu neigest; 3 ja, so du mit Fleiß darnach rufest und darum betest, 4 so du sie suchest wie Silber und nach ihr forschest wie nach Schätzen: 5 alsdann wirst du die Furcht des HERRN verstehen und Gottes Erkenntnis finden. 6 Denn der HERR gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Verstand. 7 Er läßt's den Aufrichtigen gelingen und beschirmt die Frommen 8 und behütet die, so recht tun, und bewahrt den Weg seiner Heiligen. 9 Alsdann wirst du verstehen Gerechtigkeit und Recht und Frömmigkeit und allen guten Weg. 10 Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, daß du gerne lernst; 11 guter Rat wird dich bewahren, und Verstand wird dich behüten. / Sprüche 4,20 - 5,2 -- 20 Mein Sohn, merke auf meine Worte und neige dein Ohr zu meiner Rede. 21 Laß sie nicht von deinen Augen fahren, behalte sie in deinem Herzen. 22 Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und gesund ihrem ganzen Leibe. 23 Behüte dein Herz mit allem Fleiß; denn daraus geht das Leben. 24 Tue von dir den verkehrten Mund und laß das Lästermaul ferne von dir sein. 25 Laß deine Augen stracks vor sich sehen und deine Augenlider richtig vor dir hin blicken. 26 Laß deinen Fuß gleich vor sich gehen, so gehst du gewiß. Wanke weder zur Rechten noch zur Linken; wende deinen Fuß vom Bösen. KAPITEL 5 1 Mein Kind, merke auf meine Weisheit; neige dein Ohr zu meiner Lehre, 2 daß du bewahrest guten Rat und dein Mund wisse Unterschied zu halten.

„Das Endziel des Gebotes aber ist: Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben! - wovon etliche abgeirrt sind und sich zu eitlem Geschwätz gewandt haben.“ Ja, „gesund im Glauben, in der Liebe, im Ausharren“ sollen die Männer sein. Von einem älteren Christen wird in besonderem Maße erwartet, daß er unter den Einwirkungen der Schrift und des Heiligen Geistes zu einer abgeklärten, gesunden Glaubensstellung gelangt sei und in derselben wandle - daß jene heilige, unparteiische und selbstlose Liebe von ihm ausgehe, welche ihn seinem Heilande ähnlich macht! [Lies 1. Kor. 13,4-7; 16,14.]

1. Korinther 13,4-7 -- 4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, 5 sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, 6 sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit, 7 sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles / 1. Korinther 16,14 -- Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen!

Seinem Alter entsprechend, wird auch ruhige Festigkeit und Beständigkeit an ihm zu sehen sein: „Der Gerechte wird an seinem Wege festhalten!“ Er harrt aus auf dem Pfade des Gehorsams, der Pflicht und des Vertrauens! (Lies Ps. 37,31; 84,5-7 [Luther 84,6-8]; 119,80.101.102.)

Psalm 37,31 -- Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen; seine Tritte gleiten nicht. / Psalm 84,6-8 -- 6 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln, 7 die durch das Jammertal gehen und machen daselbst Brunnen; und die Lehrer werden mit viel Segen geschmückt. 8 Sie erhalten einen Sieg nach dem andern, daß man sehen muß, der rechte Gott sei zu Zion. / Psalm 119,80.101.102 -- 80 Mein Herz bleibe rechtschaffen in deinen Rechten, daß ich nicht zu Schanden werde. ... 101 Ich wehre meinem Fuß alle bösen Wege, daß ich dein Wort halte. 102 Ich weiche nicht von deinen Rechten; denn du lehrest mich.

Herr, gib in Deiner Gemeinde viele solche älteren Männer, die ihren Mitgläubigen ein Vorbild, ein Halt und eine Hilfe sein können!

*) Es ist beachtenswert, daß sowohl den Priestern als den Königen - auch den Nasiräern (d. h. Gottgeweihten) die Enthaltung vom Wein befohlen wird, damit sie ihre hohe Aufgabe erfüllen können! [Lies 3. Mos. 10,8-11; 4. Mos. 6,2-4; Spr. 31,4.5.]
3. Mose 10,8-11 -- 8 Der HERR aber redete mit Aaron und sprach: 9 Du und deine Söhne mit dir sollt keinen Wein noch starkes Getränk trinken, wenn ihr in die Hütte des Stifts geht, auf daß ihr nicht sterbet. Das sei ein ewiges Recht allen euren Nachkommen, 10 auf daß ihr könnt unterscheiden, was heilig und unheilig, was rein und unrein ist, 11 und daß ihr die Kinder Israel lehret alle Rechte, die der HERR zu ihnen geredet hat durch Mose. / 4. Mose 6,2-4 -- 2 Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ein Mann oder Weib ein besonderes Gelübde tut, dem HERRN sich zu enthalten, 3 der soll sich Weins und starken Getränks enthalten; Weinessig oder Essig von starkem Getränk soll er auch nicht trinken, auch nichts, das aus Weinbeeren gemacht wird; er soll weder frische noch dürre Weinbeeren essen. 4 Solange solch ein Gelübde währt, soll er nichts essen, das man vom Weinstock macht, vom Weinkern bis zu den Hülsen. / Sprüche 31,4.5 -- 4 O, nicht den Königen, Lamuel, nicht den Königen ziemt es, Wein zu trinken, noch den Fürsten starkes Getränk! 5 Sie möchten trinken und der Rechte vergessen und verändern die Sache aller elenden Leute.

(Samstag, den 2. Oktober 1926)

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