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DER TITUSBRIEF
Titus 1,5
Derhalben ließ ich dich in Kreta, daß du solltest vollends ausrichten, was ich gelassen habe, und besetzen die Städte hin und her mit Ältesten, wie ich dir befohlen haben;
Jesaja 56,1
So spricht der HERR: Haltet das Recht und tut Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, daß es komme, und meine Gerechtigkeit, daß sie offenbart werde.
Ähnlich wie den Timotheus in Ephesus (1. Tim. 1,3.4) hatte Paulus den Titus auf Kreta gelassen, um in den jungen Christengemeinden dort den mancherlei Mängeln, die sich noch fühlbar machten, abzuhelfen und die Gläubigen zu lehren, wie sie „wandeln und Gott gefallen“ sollten. (1. Thess. 4,1; [vgl. auch 1. Tim. 2,1-15; 4,1-11; 6,1-10].)
1. Timotheus 1,3.4 -- 3 Wie ich dich ermahnt habe, daß du zu Ephesus bliebest, da ich nach Mazedonien zog, und gebötest etlichen, daß sie nicht anders lehrten, 4 und nicht acht hätten auf die Fabeln und Geschlechtsregister, die kein Ende haben und Fragen aufbringen mehr denn Besserung zu Gott im Glauben; / 1. Thessalonicher 4,1 -- Weiter, liebe Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem HERRN Jesus (nach dem ihr von uns empfangen habt, wie ihr solltet wandeln und Gott gefallen), daß ihr immer völliger werdet. / 1. Timotheus 2,1-15 -- 1 So ermahne ich euch nun, daß man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, 2 für die Könige und alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. 3 Denn solches ist gut und angenehm vor Gott, unserm Heiland, 4 welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 5 Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, 6 der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. 7 dazu ich gesetzt bin als Prediger und Apostel (ich sage die Wahrheit in Christo und lüge nicht), als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit. 8 So will ich nun, daß die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel. 9 Desgleichen daß die Weiber in zierlichem Kleide mit Scham und Zucht sich schmücken, nicht mit Zöpfen oder Gold oder Perlen oder köstlichem Gewand, 10 sondern, wie sich's ziemt den Weibern, die da Gottseligkeit beweisen wollen, durch gute Werke. 11 Ein Weib lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit. 12 Einem Weibe aber gestatte ich nicht, daß sie lehre, auch nicht, daß sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei. 13 Denn Adam ist am ersten gemacht, darnach Eva. 14 Und Adam ward nicht verführt; das Weib aber ward verführt und hat die Übertretung eingeführt. 15 Sie wird aber selig werden durch Kinderzeugen, so sie bleiben im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung samt der Zucht. / 1. Timotheus 4,1-11 -- 1 Der Geist aber sagt deutlich, daß in den letzten Zeiten werden etliche von dem Glauben abtreten und anhangen den verführerischen Geistern und Lehren der Teufel 2 durch die, so in Gleisnerei Lügen reden und Brandmal in ihrem Gewissen haben, 3 die da gebieten, nicht ehelich zu werden und zu meiden die Speisen, die Gott geschaffen hat zu nehmen mit Danksagung, den Gläubigen und denen, die die Wahrheit erkennen. 4 Denn alle Kreatur Gottes ist gut, und nichts ist verwerflich, das mit Danksagung empfangen wird. 5 denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet. 6 Wenn du den Brüdern solches vorhältst, so wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, auferzogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre, bei welcher du immerdar gewesen bist. 7 Aber der ungeistlichen Altweiberfabeln entschlage dich; übe dich selbst aber in der Gottseligkeit. 8 Denn die leibliche Übung ist wenig nütz; aber die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütz und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens. 9 Das ist gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort. 10 Denn dahin arbeiten wir auch und werden geschmäht, daß wir auf den lebendigen Gott gehofft haben, welcher ist der Heiland aller Menschen, sonderlich der Gläubigen. 11 Solches gebiete und lehre. / 1. Timotheus 6,1-10 -- 1 Die Knechte, so unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, auf daß nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde. 2 Welche aber gläubige Herren haben, sollen sie nicht verachten, weil sie Brüder sind, sondern sollen viel mehr dienstbar sein, dieweil sie gläubig und geliebt und der Wohltat teilhaftig sind. Solches lehre und ermahne. 3 So jemand anders lehrt und bleibt nicht bei den heilsamen Worten unsers HERRN Jesu Christi und bei der Lehre, die gemäß ist der Gottseligkeit, 4 der ist aufgeblasen und weiß nichts, sondern hat die Seuche der Fragen und Wortkriege, aus welchen entspringt Neid, Hader, Lästerung, böser Argwohn. 5 Schulgezänke solcher Menschen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt sind, die da meinen, Gottseligkeit sei ein Gewerbe. Tue dich von solchen! 6 Es ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und lässet sich genügen. 7 Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinausbringen. 8 Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so lasset uns genügen. 9 Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viel törichte und schädliche Lüste, welche versenken die Menschen ins Verderben und Verdammnis. 10 Denn Geiz ist eine Wurzel alles Übels; das hat etliche gelüstet und sind vom Glauben irregegangen und machen sich selbst viel Schmerzen.
„Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens“ in allen Versammlungen Seiner Heiligen. Deshalb gibt Er ihnen heilige Ordnungen, in welchen sie vor Seinem Angesicht im Segen und Frieden wandeln können. (Lies Apg. 9,31.)
Apostelgeschichte 9,31 -- So hatte nun die ganze Gemeinde Frieden durch ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich und wandelte in der Furcht des HERRN und ward erfüllt mit Trost des Heiligen Geistes.
Den kolossischen Christen konnte Paulus schreiben: „Wenn ich auch dem Leibe nach abwesend bin, so bin ich doch im Geiste bei euch, mich erfreuend und sehend eure Ordnung und die Festigkeit eures Glaubens an Christum!“ (Vgl. 1. Kor. 14,40.)
1. Korinther 14,40 -- Lasset alles ehrbar und ordentlich zugehen
Wie ein rechter Hausherr und eine Hausfrau zum Wohl ihres Hauses die notwendigen Ordnungen und Gebote geben, so tut Gott es in kostbarster und heiligster Weise: „Der Herr ist in Seinem heiligen Palast! … Der Herr regiert! Sein Thron steht fest von alters her. Deine Zeugnisse sind sehr zuverlässig; Deinem Hause, Herr, geziemt Heiligkeit auf immerdar!“ (Ps. 93,1.5.) O daß wir die heiligen Ordnungen unseres Gottes immer besser erforschten, verständen!
Psalm 93,1.5 -- 1 Der HERR ist König und herrlich geschmückt; der HERR ist geschmückt und hat ein Reich angefangen, soweit die Welt ist, und zugerichtet, daß es bleiben soll. ... 5 Dein Wort ist eine rechte Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, o HERR, ewiglich.
Zur Ordnung der Christengemeinden im biblischen Sinne bedarf es an jedem Orte solcher, die den übrigen vorstehen im Herrn. Schon im Alten Bunde gab Gott ja Seinem Volke Führer und Älteste, welche Hirten sein und Gottes Volk überwachen, weiden und hüten sollten: „Ich will euch Hirten geben nach Meinem Herzen, und sie werden euch weiden mit Erkenntnis und Einsicht!“ (Mose, Josua, Samuel, David und andere - treue Richter und Könige, Priester und Propheten waren solche Hirten. Lies Ps. 78,70-72.)
Psalm 78,70-72 -- 70 Und erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafställen, 71 von den säugenden Schafen holte er ihn, daß er sein Volk Jakob weiden sollte und sein Erbe Israel. 72 Und er weidete sie auch mit aller Treue und regierte mit allem Fleiß.
Seine Jünger erzog Jesus zu Hirten. (Mark. 3,13-15.)
Markus 3,13-15 -- 13 Und er ging auf einen Berg und rief zu sich, welche er wollte, und die gingen hin zu ihm. 14 Und er ordnete die Zwölf, daß sie bei ihm sein sollten und daß er sie aussendete, zu predigen, 15 und daß sie Macht hätten, die Seuchen zu heilen und die Teufel auszutreiben.
Zu Petrus sprach Er, nachdem Er ihn erzogen, gedemütigt und geläutert hatte: „Weide Meine Schafe! Hüte Meine Schafe! Stärke deine Brüder!“ - Wenn in der Apostelzeit eine Christengemeinde einige Zeit bestand, so wählten die Apostel unter ihnen solche aus, die den übrigen ein Vorbild, ein Halt, ein Segen sein sollten - die Verantwortung übernahmen, die übrigen überwachten und ihnen dienten. (Lies Apgesch. 14,21-23.)
Apostelgeschichte 14,21-23 -- 21 und sie predigten der Stadt das Evangelium und unterwiesen ihrer viele und zogen wieder gen Lystra und Ikonion und Antiochien, 22 stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, daß sie im Glauben blieben, und daß wir durch viel Trübsale müssen in das Reich Gottes gehen. 23 Und sie ordneten ihnen hin und her Älteste in den Gemeinden, beteten und fasteten und befahlen sie dem HERRN, an den sie gläubig geworden waren.
Dies sollte Titus nun auch in den kretischen Gemeinden tun, wie der Apostel es ihm schon bei seinem Dortsein aufgetragen hatte!
(Donnerstag, den 16. September 1926)