BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1935
August 1935

Montag, den 26. August 1935


2. Mose 36,35.36

Von Gott aus - vom Allerheiligsten aus kommend, betrachten wir zuerst den wundervollen Cherubimvorhang, der das Allerheillgste vom Heiligen schied. Man kann ihn deshalb auch den „Scheidevorhang“ nennen. (Vgl. 2. Mos. 26,31-33.) Derselbe war aus dem gleichen Material und in den gleichen Farben gewebt wie die prächtige Cherubimdecke, die das ganze Heiligtum überdeckte. Dieser Vorhang verbarg die Bundeslade im Allerheiligsten, die die Herrlichkeit Gottes darstellte, den Blicken der Menschen; denn außer Mose durfte ja niemand das Allerheiligste betreten, nur einmal im Jahr am Großen Versöhnungstag der Hohepriester mit dem Versöhnungsblute. Gott wohnte im Verborgenen. - Wir bemerkten schon, daß dieser prächtige Vorhang uns Christum vor Augen stellt in Seiner Menschheit, in Seiner göttlichen Natur und Wesensart, wie Er einst hier auf Erden war und wie Er in dem kommenden Tausendjährigen Herrlichkeitsreich vor aller Welt erscheinen wird! - Den Kolossern schreibt der Apostel: „Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn empfangen habt, so tut auch weitere Glaubens- und Gehorsamsschritte in Ihm! Führt euer Leben dementsprechend, indem ihr immer tiefer wurzelt in Ihm und aufgebaut werdet in Ihm! Ja, ihr sollt befestigt werden im Vertrauen zu Ihm, so wie ihr gelehrt worden seid, und dürft darin überfließen von Dank und Lobpreis. Denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid vollendet in Ihm, der ja das Haupt jeglicher Herrschaft und Gewalt ist!“ - Er, der Sohn Davids, der Sohn des Menschen, ist von Gott bestimmt zum Richter und Herrscher der ganzen Welt. Er, der einst in so großer Liebe und Demut kam und den sündigen, verlorenen Menschen Heil und Leben brachte - ihnen das ewige Leben anbot. Er wird bald kommen, um zu richten die Lebendigen und die Toten: „Ihm hat der Vater die Gewalt gegeben, Gericht zu halten, weil Er des Menschen Sohn ist. Auf diese Seite der Herrlichkeit Christi weisen die eingewebten Cherubim hin. Sie sind ja die Hüter und Wahrer der Herrlichkeit Gottes und die ausführenden Werkzeuge der göttlichen Gerichtsmacht. (Lies Joh. 5,20-30; [Apgesch. 17,30. 31; 2. Tim. 4,1. 2; 1. Petr. 4,5; Offenb. 1,7].) - Als der Herr Jesus das Erlösungswerk am Kreuz vollbracht hatte, das der Vater Ihm aufgetragen, da rief Er aus: „Es ist vollbracht!“ „Und Er neigte das Haupt und übergab den Geist. Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriß in zwei Stücke von oben bis unten.“ - Der Weg in die Gegenwart und Herrlichkeit Gottes, der um der Sünde des Menschen willen versperrt gewesen, tat sich in diesem Augenblick auf für alle! - Gottes Herz, Gottes wunderbare, alle Menschen umfassende Liebe und Seine Herrlichkeit, konnte und kann sich nun völlig offenbaren und auch dem schuldigsten Menschen entgegenkommen um Christi willen! - Und wer irgend will wer irgend aus innerstem Herzen heraus sein Vertrauen auf den Herrn Jesus und Sein teures Blut setzt, der findet nicht nur Gnade und Annahme bei Gott, sondern auch innigste Gemeinschaft mit Ihm und schon jetzt die volle Berechtigung zum Eintritt in das Heiligtum - zum Eingang in die Herrlichkeit Gottes! - Ist es nicht höchst bedeutsam, daß die Hohenpriester den zerrissenen Vorhang damals wieder geflickt haben müssen? Denn der jüdische Gottesdienst im Tempel wurde noch fast 40 Jahre nach dem Kreuzestod Christi fortgesetzt, bis dann die Römer kamen und Stadt und Tempel zerstörten. - Der geflickte Vorhang stellt den so vielfach durchgeführten Versuch dar, Gläubige sowie Sünder zurückzuführen unter das Gesetz, d. h. unter eigene Bemühungen, die uns Gott wohlgefällig machen sollen und es doch niemals vermögen. „Denn alle, die sich auf den Boden des Gesetzes stellen, die sich mit sittlichen und religiösen Leistungen abmühen und Gott nahen wollen, geraten unter den Fluch!“ [Lies Gal. 3,10-14; vgl. Röm. 3,20-24. 28.]

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