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DER TITUSBRIEF
Titus 2,11-15
11 Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen 12 und züchtigt uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt 13 und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes, Jesu Christi, 14 der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. 15 Solches rede und ermahne und strafe mit gutem Ernst. Laß dich niemand verachten.
1. Petrus 2,9.10
9 Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; 10 die ihr weiland nicht ein Volk waret, nun aber Gottes Volk seid, und weiland nicht in Gnaden waret, nun aber in Gnaden seid.
Zu Seines Namens Lobpreis und der armen, finsteren Welt zum Zeugnis will Gott uns als ein wirklich gereinigtes Eigentumsvolk haben, das eifrig ist in guten Werken! „Ihr sollt Mein Eigentum sein aus allen Völkern,“ sprach der Herr schon zu Israel, „und ihr sollt Mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein!“ (Lies Eph. 1,3-8; Kol. 1,9-14.)
Epheser 1,3-8 -- 3 Gelobet sei Gott und der Vater unsers HERRN Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum; 4 wie er uns denn erwählt hat durch denselben, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe; 5 und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen sich selbst durch Jesum Christum nach dem Wohlgefallen seines Willens, 6 zu Lob seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten, 7 an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, 8 welche uns reichlich widerfahren ist durch allerlei Weisheit und Klugheit; / Kolosser 1,9-14 -- 9 Derhalben auch wir von dem Tage an, da wir's gehört haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllt werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verständnis, 10 daß ihr wandelt würdig dem HERRN zu allem Gefallen und fruchtbar seid in allen guten Werken 11 und wachset in der Erkenntnis Gottes und gestärkt werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht zu aller Geduld und Langmütigkeit mit Freuden, 12 und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; 13 welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, 14 an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden;
Kind Gottes, du brauchst in keinem Stück mehr der Sünde zu dienen - den Willen Satans, unter den du früher gebunden warst, in keiner Hinsicht mehr zu tun! Nun gilt es, täglich in der kostbaren Freiheit zu wandeln, für welche Christus uns frei gemacht hat: „Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christo Jesu!“ Siehe, es ist auch bewahrende Gnade für dich da! Wenn du wachend und betend dich dem Herrn Jesus anvertraust, wirst du sie erfahren. Aber eins beherzige: „Wer zu stehen sich dünkt, sehe wohl zu, daß er nicht falle!“ - Christus hat Sich Selbst für uns geopfert - nicht nur, um uns von der Schuld der Vergangenheit zu erlösen, sondern um auch unser ganzes Wesen, Tun und Denken zu reinigen. (Lies aufmerksam Apgesch. 15,8.9; Eph. 4,17-32!)
Apostelgeschichte 15,8.9 -- 8 Und Gott, der Herzenskündiger, zeugte über sie und gab ihnen den heiligen Geist gleichwie auch uns 9 und machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen und reinigte ihre Herzen durch den Glauben. / Epheser 4,17-32 -- 17 So sage ich nun und bezeuge in dem HERRN, daß ihr nicht mehr wandelt, wie die andern Heiden wandeln in der Eitelkeit ihres Sinnes, 18 deren Verstand verfinstert ist, und die entfremdet sind von dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, so in ihnen ist, durch die Blindheit ihres Herzens; 19 welche ruchlos sind und ergeben sich der Unzucht und treiben allerlei Unreinigkeit samt dem Geiz. 20 Ihr aber habt Christum nicht also gelernt, 21 so ihr anders von ihm gehört habt und in ihm belehrt, wie in Jesu ein rechtschaffenes Wesen ist. 22 So legt nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste im Irrtum sich verderbt. 23 Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts 24 und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. 25 Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. 26 Zürnet, und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. 27 Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. 28 Wer gestohlen hat der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Dürftigen. 29 Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was nützlich zur Besserung ist, wo es not tut, daß es holdselig sei zu hören. 30 Und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. 31 Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung sei ferne von euch samt aller Bosheit. 32 Seid aber untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem andern, gleichwie Gott euch auch vergeben hat in Christo.
Unser Innerstes ist durch die Wiedergeburt neu geworden; und nun soll sich diese Erneuerung ausdehnen auf alle Gebiete unseres inneren und äußeren Lebens! - „Eifrig in guten Werken!“ Es genügt unserem Gotte durchaus nicht, daß wir nur so eben ohne grobe Versündigungen durchkommen! O nein, ein fröhlicher und heiliger Eifer im Gutestun soll uns bewegen. Für unser erneuertes Herz ist es ja innerstes Bedürfnis und beglückendes Vorrecht, daß wir Liebe üben, Gutes tun dürfen! An diesen Früchten soll die Welt erkennen, was die göttliche Gnade vermag. [Lies 1. Petr. 2,15.16; 2. Petr. 1,3-11.]
1. Petrus 2,15.16 -- 15 Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohltun verstopft die Unwissenheit der törichten Menschen, 16 als die Freien, und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes / 2. Petrus 1,3-11 -- 3 Nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, uns geschenkt ist durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, 4 durch welche uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt sind, nämlich, daß ihr dadurch teilhaftig werdet der göttlichen Natur, so ihr fliehet die vergängliche Lust der Welt; 5 so wendet allen euren Fleiß daran und reichet dar in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis 6 und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gottseligkeit 7 und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe allgemeine Liebe. 8 Denn wo solches reichlich bei euch ist, wird's euch nicht faul noch unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unsers HERRN Jesu Christi; 9 welcher aber solches nicht hat, der ist blind und tappt mit der Hand und vergißt die Reinigung seiner vorigen Sünden. 10 Darum, liebe Brüder, tut desto mehr Fleiß, eure Berufung und Erwählung festzumachen; denn wo ihr solches tut, werdet ihr nicht straucheln, 11 und also wird euch reichlich dargereicht werden der Eingang zu dem ewigen Reich unsers HERRN und Heilandes Jesu Christi.
Auf den ganzen, Kap. 2,1 beginnenden Abschnitt zurückblickend, sagt der Apostel: „Dieses rede!“ - Aber nicht nur reden soll Titus, sondern auch ermahnen, den Kindern Gottes zu Herz und Gewissen sprechen, ihren Willen beeinflussen und zum Guten lenken! - Ja, er soll auch „überführen“ (oder „strafen“), denn es gibt immer Irregehende, Eigenwillige, Untreue oder Gleichgültige, die zurechtgewiesen - zurechtgebracht werden müssen. (Vgl. 2. Tim. 4,2.)
2. Timotheus 4,2 -- Predige das Wort, halte an, es sei zu rechter Zeit oder zur Unzeit; strafe, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre.
Trotz verhältnismäßig jugendlichen Alters soll Titus mit aller ihm verliehenen Machtvollkommenheit in der Gemeinde dastehen; denn er stand ja im Auftrag und Dienst Gottes an seinem Platz. [Vgl. Luk. 10,16; Joh. 20,21-23; 2. Kor. 13,10.]
Lukas 10,16 -- 16 Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat. / Johannes 20,21-23 -- 21 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Und da er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! 23 Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. / 2. Korinther 13,10 -- 10 Derhalben schreibe ich auch solches abwesend, auf daß ich nicht, wenn ich gegenwärtig bin, Schärfe brauchen müsse nach der Macht, welche mir der HERR, zu bessern und nicht zu verderben, gegeben hat.
Nicht dulden soll er (etwa aus einer verkehrt angebrachten Demut), daß der eine oder andere der Gläubigen ihn geringschätzig behandle - ihm die schuldige Achtung versage! Es ist schön, sowohl bei Titus als bei Timotheus diese Demut und Bescheidenheit zu beobachten, daß ihnen solches gesagt werden mußte und auch gesagt werden konnte, ohne sie eingebildet und hochmütig zu machen! [Vgl. 1. Tim. 4,12.]
1. Timotheus 4,12 -- Niemand verachte deine Jugend; sondern sei ein Vorbild den Gläubigen im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Keuschheit.
(Montag, den 18. Oktober 1926)