BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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1. THESSALONICHER

1. Thessalonicher 1,2-5

2 Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer im Gebet ohne Unterlaß 3 und denken an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung, welche ist unser HERR Jesus Christus, vor Gott und unserm Vater. 4 Denn, liebe Brüder, von Gott geliebt, wir wissen, wie ihr auserwählt seid, 5 daß unser Evangelium ist bei euch gewesen nicht allein im Wort, sondern auch in der Kraft und in dem heiligen Geist und in großer Gewißheit; wie ihr denn wisset, welcherlei wir gewesen sind unter euch um euretwillen;

Die Gläubigen zu Thessalonich waren der Gegenstand des Dankes und der Fürbitte für den Apostel. Er hatte ihnen das Evangelium von der Gnade nicht mit dem Worte allein, sondern in gottgegebener Kraft, im Heiligen Geiste, in großer Gewißheit verkündigt und vorgelebt. Er wußte, daß aus seinem Dienste in Thessalonich die gottgewollte Frucht hervorwachsen würde. Er sah bei ihnen die Kraft des göttlichen Lebens in „Werken des Glaubens“. Es ist ein Werk des Glaubens, den Weg der Weltfreundschaft, des Sündendienstes zu verlassen; auch das ist ein Werk des Glaubens, den heidnischen oder jüdischen Gottesdienst mit seinen prunkvollen Zeremonien zu verlassen, um mit der verachteten Schar der Jünger Jesu den unsichtbaren Gott anzubeten! Aber da geschah mehr. Man diente den Brüdern und Schwestern in Christo; man suchte Arme auf, man pflegte Kranke, man kleidete Nackte, man besuchte Gefangene, man speiste Hungrige - es waren „Bemühungen der Liebe“. In allen Verfolgungen von seiten der Juden und der heidnischen Welt, bei dem Verlust von Geld und Gut, unter ungerechten Urteilen und Lieblosigkeiten von seiten der Verwandten und Freunde, von denen man sich getrennt hatte, harrten die Gläubigen aus. Sie wußten gewiß, daß eine Ewigkeit voll Freude vor ihnen lag. Sie blickten nicht auf das Sichtbare, sie erwarteten den Herrn Jesum - das war: „Ausharren der Hoffnung“. So standen sie zur Freude des Apostels da als eine herrliche Frucht seines Dienstes. Ist unser Wandel dem ihrigen ähnlich?

(Sonntag 2. September 1917)

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