BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1954
Juli 1954

Samstag, 17. Juli 1954


1. Mose 50,19-21; Micha 7,18.19

Joseph sprach zu seinen Brüdern: „Fürchtet euch nicht! Ihr zwar hattet es böse mit mir im Sinn, Gott aber hatte im Sinn, es gut zu machen!“ Er verkleinerte ihre Schuld allerdings nicht. Auch sagte er nicht: „Ihr habt es nicht so böse gemeint!“ Nein, Joseph bleibt bei der Wahrheit und fällt ein Urteil in Gerechtigkeit. Doch nun trägt er ihnen nichts mehr nach und hat ihnen voll und ganz vergeben. So verfährt auch der Herr mit einem Menschen, der reumütig zu Ihm kommt! Er bemäntelt seine Schuld nicht, Er nennt dieselbe beim rechten Namen, Er deckt sie auf in ihrer ganzen Größe, dann aber schenkt Er auch eine wunderbare Vergebung für Zeit und Ewigkeit. [Lies Jes. 44,22; 43,25; Ps. 103,1-4.] Möchten doch alle, die im Dienst Jesu Christi stehen, den Schuldigen, denen sie zu dienen haben, so begegnen. Nur so tun sie den ihnen anvertrauten Seelen einen wirklichen Dienst, weil sich dieselben dann auch eines vollen Heiles und einer ganzen Verzeihung freuen können.

In den Briefen des Apostels Paulus erkennen wir, daß er auf diese Weise seinen Mitmenschen diente – auch den Gläubigen, die noch manches Unrecht einzusehen hatten. Zum Beispiel sagte er den korinthischen Christen ganz klar ihre Verfehlungen und führte sie dadurch zu einer wirklichen Reue und Zurechtbringung. Schaden hätten sie erlitten, wenn der Apostel sich selbst und sie in menschlicher Weise geschont hätte. Wir erfahren dies aus dem 2. Korintherbrief. Dort schreibt Paulus: „Nun bereue ich es nicht mehr, euch durch meinen letzten Brief betrübt zu haben, wenn mir das auch inzwischen schon sehr leid getan hat. Denn ich sehe, daß jener Brief, wenn er auch für den Augenblick Betrübnis gebracht hat, doch zum Nutzen war. Deshalb freue ich mich jetzt – freilich nicht darüber, daß ihr durch den Brief in Traurigkeit gekommen seid, aber darüber, daß euch diese Traurigkeit zu einer gründlichen Buße und Sinnesänderung geführt hat.“ [Lies 2. Kor. 2,4; 7,8-10; vgl. Apg. 3,19; 2. Tim. 2,24-26.]

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