BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1951
November 1951

Mittwoch, 7. November 1951


1.Mose 22,3; Markus 14,32-42; Johannes 12,27.28

Was Abraham sonst die Knechte tun ließ, tat er hier in der Morgenfrühe selbst: Er spaltete Holz zum Brandopfer und sattelte auch selbst den Esel. Wir sehen, über allem was mit dem bevorstehenden Opfergang zusammenhing, lag eine geheimnisvolle Ruhe und Weihe. Manchmal ist es auch die Verrichtung äußerer, geringfügiger Dienste eine treffliche Ablenkung von vor uns liegendem Schweren oder von düsteren Gedanken! – Daß Abraham bis nach Morija eine längere Reise machen muß, steigert ganz gewiß das Drückende des vor ihm liegenden Auftrags! Drei Tage muß er mit Isaak wandern, ehe der ferne Berg Morija erreicht ist. Wohl hätte der Vater bei dieser Wanderung dem Sohne allerlei Interessantes erzählen und zeigen können. Bald erblickte man zur linken Seite des Weges das Gebirge Juda. Auch zu den Palmen Hebrons gelangte man. Abraham jedoch war sehr still, und wir verstehen das. Was sein Herz in diesen drei Tagen durchmachte, das konnte nur die Allwissenheit und das innige Mitgefühl Gottes wahrnehmen. Wir können es nur ahnen! [Lies Spr. 14,10.] Es gibt Kämpfe und Schmerzen der Seele, die in ihrer ganzen Schwere nur der Glaube allein durchzumachen und auszukosten vermag. Jedes Sprechen darüber würde die an sich schon unerträgliche Last und Not nur noch vermehren! Wahrlich, der Weg nach Morija ist ein stiller, schweigsamer Weg, den wir nur allein mit unserem Opfer gehen können. Als der Eine diesen Weg ging, welcher in Person der Opfernde und das Opfer zugleich war, da ließen Ihn auch Seine treuesten Jünger allein. Wir lesen: „Da verließen Ihn die Jünger alle und flohen!“ [Matth. 26,56; vgl. 2. Tim. 4,16.17; siehe auch Joh. 16,32.]

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