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JAHRGANG 1949
Juni 1949

Mittwoch, 8. Juni 1949


1. Mose 3,9-12; Jesaja 29,15

„Als Adam und Eva das Herannahen Gottes vernahmen, da versteckten sie sich mitten unter den Bäumen des Gartens.“ – Die Sünde ist Betörung und hat die Torheit zur Folge. Die Vernunft sagt es ja jedem Menschen, daß er sich vor Gott nicht verbergen kann, und doch versucht er immer wieder das Unmögliche! [Lies Jer. 23,23.24; Hes. 8,12.13; Offb. 2,22.23.] Da rief Gott dem Menschen zu: „Adam, wo bist du?“ Es ist uns klar, daß Gott nicht um Seiner Selbst willen diesen fragenden Ruf an den Menschen ergehen ließ, sondern um des Menschen willen. – Gott sucht die Menschen – aber nicht, weil sie sich aus Seiner Kenntnis, sondern weil sie sich aus Seiner glücklichen Gemeinschaft verloren haben! Dieses „Wo bist du?“ klingt auch noch heute in der ganzen Menschenwelt und in jedem einzelnen Menschenkind nach. Auch das Tasten und Suchen der Heidenwelt ist die Folge dieses abendlichen Gottesrufes und des dadurch im Menschenherzen hervorgerufenen Heimwehs! [Lies Apg. 17,26.27.] Adam antwortet: „Ich hörte Deine Schritte im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt und versteckte mich!“ Noch sucht Adam hinter der Folge der Sünde die Sünde selbst zu verbergen – hinter dem Schamgefühl den Ungehorsam; doch alles, was er sagt, ist schon unwillkürliche Selbstanklage. Seine Nacktheit ist nicht mehr „rein dem Reinen!“ Er fürchtet sich vor Gott, denn seine Sünde verrät sich selbst. [Lies Jes. 5,18.19; Klagel. 4,6-8; Psalm 38,1-9.] Die Beschämung wird also hier vor Gott, dem Richter, zur Furcht und die Furcht zum Zittern. Die Frage Gottes an den Menschen: „Wer hat dir kundgetan daß du nackt bist?“ lässt ahnen, daß eine persönliche finstere Macht die letzte Ursache der mit dem Menschen vorgegangenen Veränderung sein muß. [Lies Kol. 2,15.] Ja, Gottes Frage soll Adam zum offenen Bekenntnis seiner Schuld veranlassen! – Habe auch ich mich schon veranlaßt gesehen, meine Sünde und Schuld ehrlich vor dem Herrn zu bekennen?

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