BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose – 128 (Die Entschuldigungsversuche Adams und seiner Frau)
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
B. ADAM und seine Nachkommen (1. Mose 2,4b - 5,32)

9. Die Entschuldigungsversuche Adams und seiner Frau im Gespräch mit Gott dem HERRN (1. Mose 3,8-13)


1. MOSE 3,9-12

9 Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? 10 Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. 11 Und er sprach: Wer hat dir's gesagt, daß du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? 12 Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von von dem Baum, und ich aß.

JESAJA 29,15

15 Weh, die verborgen sein wollen vor dem HERRN, ihr Vornehmen zu verhehlen, und ihr Tun im Finstern halten und sprechen: Wer sieht uns, und wer kennt uns?

„Als Adam und Eva das Herannahen Gottes vernahmen, da versteckten sie sich mitten unter den Bäumen des Gartens.“ – Die Sünde ist Betörung und hat die Torheit zur Folge. Die Vernunft sagt es ja jedem Menschen, daß er sich vor Gott nicht verbergen kann, und doch versucht er immer wieder das Unmögliche! [Lies Jer. 23,23.24; Hes. 8,12.13; Offb. 2,22.23.]

Jeremia 23,23.24 -- 23 Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott von ferneher? 24 Meinst du, daß sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn nicht sehe? spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde füllt? spricht der HERR. / Hesekiel 8,12.13 -- 12 Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, siehst du, was die Ältesten des Hauses Israel tun in der Finsternis, ein jeglicher in seiner Bilderkammer? Denn sie sagen: Der HERR sieht uns nicht, sondern der HERR hat das Land verlassen. 13 Und er sprach zu mir: Du sollst noch mehr Greuel sehen, die sie tun. / Offenbarung 2,22.23 -- 22 Siehe, ich werfe sie in ein Bett, und die mit ihr die Ehe gebrochen haben, in große Trübsal, wo sie nicht Buße tun für ihre Werke, 23 und ihre Kinder will ich zu Tode schlagen. Und alle Gemeinden sollen erkennen, daß ich es bin, der die Nieren und Herzen erforscht; und ich werde geben einem jeglichen unter euch nach euren Werken.

Da rief Gott dem Menschen zu: „Adam, wo bist du?“ Es ist uns klar, daß Gott nicht um Seiner Selbst willen diesen fragenden Ruf an den Menschen ergehen ließ, sondern um des Menschen willen. – Gott sucht die Menschen – aber nicht, weil sie sich aus Seiner Kenntnis, sondern weil sie sich aus Seiner glücklichen Gemeinschaft verloren haben! Dieses „Wo bist du?“ klingt auch noch heute in der ganzen Menschenwelt und in jedem einzelnen Menschenkind nach. Auch das Tasten und Suchen der Heidenwelt ist die Folge dieses abendlichen Gottesrufes und des dadurch im Menschenherzen hervorgerufenen Heimwehs! [Lies Apg. 17,26.27.]

Apostelgeschichte 17,26.27 -- 26 Und er hat gemacht, daß von einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt und vorgesehen, wie lange und wie weit sie wohnen sollen; 27 daß sie den HERRN suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen und finden möchten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns.

Adam antwortet: „Ich hörte Deine Schritte im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt und versteckte mich!“ Noch sucht Adam hinter der Folge der Sünde die Sünde selbst zu verbergen – hinter dem Schamgefühl den Ungehorsam; doch alles, was er sagt, ist schon unwillkürliche Selbstanklage. Seine Nacktheit ist nicht mehr „rein dem Reinen!“ Er fürchtet sich vor Gott, denn seine Sünde verrät sich selbst. [Lies Jes. 5,18.19; Klagel. 4,6-8; Psalm 38,1-9.]

Jesaja 5,18.19 -- 18 Weh denen, die am Unrecht ziehen mit Stricken der Lüge und an der Sünde mit Wagenseilen 19 und sprechen: Laß eilend und bald kommen sein Werk, daß wir's sehen; laß herfahren und kommen den Anschlag des Heiligen in Israel, daß wir's innewerden. / Klagelieder 4,6-8 -- 4 Dem Säugling klebt seine Zunge am Gaumen vor Durst; die jungen Kinder heischen Brot, und ist niemand, der es ihnen breche. 5 Die zuvor leckere Speisen aßen, verschmachten jetzt auf den Gassen; die zuvor in Scharlach erzogen sind, die müssen jetzt im Kot liegen. 6 Die Missetat der Tochter meines Volks ist größer denn die Sünde Sodoms, die plötzlich umgekehrt ward, und kam keine Hand dazu. 7 Ihre Fürsten waren reiner denn der Schnee und klarer denn Milch; ihre Gestalt war rötlicher denn Korallen; ihr Ansehen war wie Saphir. 8 Nun aber ist ihre Gestalt so dunkel vor Schwärze, daß man sie auf den Gassen nicht kennt; ihre Haut hängt an den Gebeinen, und sind so dürr wie ein Scheit. / Psalm 38,2-10 -- 2 HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm. 3 Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drückt mich. 4 Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Drohen und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde. 5 Denn meine Sünden gehen über mein Haupt; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden. 6 Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Torheit. 7 Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig. 8 Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Gesundes an meinem Leibe. 9 Es ist mir gar anders denn zuvor, und ich bin sehr zerstoßen. Ich heule vor Unruhe meines Herzens. 10 HERR, vor dir ist alle meine Begierde, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.

Die Beschämung wird also hier vor Gott, dem Richter, zur Furcht und die Furcht zum Zittern. Die Frage Gottes an den Menschen: „Wer hat dir kundgetan daß du nackt bist?“ lässt ahnen, daß eine persönliche finstere Macht die letzte Ursache der mit dem Menschen vorgegangenen Veränderung sein muß. [Lies Kol. 2,15.]

Kolosser 2,15 -- 15 und hat ausgezogen die Fürstentümer und die Gewaltigen und sie schaugetragen öffentlich und einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst.

Ja, Gottes Frage soll Adam zum offenen Bekenntnis seiner Schuld veranlassen! – Habe auch ich mich schon veranlaßt gesehen, meine Sünde und Schuld ehrlich vor dem Herrn zu bekennen?

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Zuletzt geändert am 19.09.2013 10:25 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)