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JAHRGANG 1935
November 1935

Donnerstag, den 14. November 1935


2. Mose 38,1-7; [2. Mose 27,1-8]

Der eherne Altar, der auch Brandopferaltar heißt, stand im Vorhof. Auf Ihm wurden alle diejenigen Opfer dargebracht, deren Blut für die Sünde vergossen wurde - ein viereckiges Gestell aus Akazienholz, ganz mit Erzplatten überzogen, drei Ellen hoch, fünf Ellen lang und fünf Ellen breit. Sobald der Altar an seinem Platz stand, wurde er mit Kies vollgeschüttet und diese Füllung zum Feuerherd geebnet, auf welchem man die Opfer anzündete. An seinen vier Ecken hatte er in die Höhe stehende Hörner aus einem Guß mit dem ehernen Überzug - Sinnbilder der Stärke und des Heils Gottes! [Lies 2. Sam. 22,3; 1. Kön. 1,50-53; 2,28.] - In mittlerer Höhe hatte der eherne Altar einen um alle vier Seiten herumlaufenden Umgang, so daß der untere, vergitterte Teil des Altars breiter war als der obere. Auf diesen rings herumlaufenden Vorsprung von einer Elle Breite trat der Priester beim Opfern, Holznachlegen und Abräumen der Asche. Eine schräg ansteigende Aufschüttung von Erde an der Südseite ermöglichte es dem Priester, auf den Umgang zu gelangen, ohne welchen er bei der Höhe des Altars gar nicht hätte auf demselben arbeiten können! - Auf dieser mittleren Höhe waren auch die vier ehernen Ringe zum Durchstecken der Tragstangen angebracht. Auf der Ostseite des Altars lag der Aschenhaufen. [3. Mos. 1,16.] Die zum Altar gehörenden ehernen Nebengeräte waren: Aschentöpfe, Schalen zum Auffangen und Sprengen des Opferblutes, Schaufeln zum Aufräumen der Asche, Gabeln, um das Opferfleisch zurechtzulegen oder wegzunehmen, dazu Feuerbecken oder Kohlenpfannen, um glühende Kohlen vom Altar wegzutragen. Alle diese Geräte waren aus Erz. - Das Feuer auf dem Altar sollte immer brennen und nie verlöschen! (Lies 3. Mos. 6,5. 6.) - Die alten jüdischen Schriftgelehrten sagten: das vom Himmel gefallene Feuer, welches am Schlußtage der Weihe Aarons und seiner Söhne das Brandopfer und die Fettstücke auf dem Altar verzehrt habe, sei nie erloschen bis zu dem Tage, da Salomos Opfer bei der Tempeleinweihung wiederum durch ein Feuer vom Himmel verzehrt worden sei. (Lies 3. Mos. 9,24; 2. Chron. 7,1.) Und dieses neue Feuer auf dem viel größeren Brandopferaltar des salomonischen Tempels sei erst erloschen in der Zeit des gottlosen Königs Manasse!

Der Brandopferaltar ist ein Sinnbild derjenigen Stätte, an welcher der heilige Gott und der Sünder einander begegnen können - die Stätte der Versöhnung zwischen dem Sünder und Gott! - Überall in der Schrift ist das Erz ja das Sinnbild der die Sünde richtenden Gerechtigkeit Gottes. Das erblickte der Sünder als erstes, wenn er durch den Vorhofseingang eintrat und Gott nahen wollte. Der eherne Altar gebot ihm in göttlicher Strenge Halt, denn die Frage seiner Sünde und Schuld mußte unbedingt geklärt werden, ehe er weiterschreiten konnte! Doch, Gott sei Dank, hier wurde diese Frage aller Fragen dem Sünder gegenüber nicht nur erhoben, sondern auch göttlich gelöst. Derselbe Gott, der in Seiner ehernen Gerechtigkeit keine Sünde dulden kann, Er liebt den Sünder und will ihn retten! Darum hat Er Selbst das sündentilgende Opfer angeordnet, ja, es dem Sünder nahegebracht, damit derselbe dankbar seine Zuflucht zu diesem Opfer nehmen, durch dasselbe gerettet und geheiligt werden könne: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß. Er Seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der sein Vertrauen auf Ihn setzt, nicht verlorengehe, sondern das ewige Leben hier schon habe!“ - Es ist sehr bedeutsam, daß das Wort „Altar“ im Hebräischen herrührt von dem Wort „schlachten“. Ja, der eherne Altar war eine Schlachtstätte - ein klarer Hinweis auf das Kreuz unseres Herrn Jesu Christi: „Fürwahr, Er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat Er auf Sich geladen. Um unserer Sünden willen wurde Er verwundet - um unserer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf Ihm, und nur durch Seine Wunden konnte uns Heilung werden!“ (Lies [Hebr. 10,5-7]; 1. Petr. 2,21-25. )

Ein neues Lied erklinget
Vor Gottes hehrem Thron.
Anbetend fallen nieder
Die Heil'gen vor dem Sohn.
O Jesu, hocherhoben
In Macht und Herrlichkeit,
Dir tönen neue Lieder
In alle Ewigkeit!
Herr, Du hast alle Dinge,
Die ganze Welt gemacht.
In Majestät im Himmel
Gekrönt bist Du in Macht,
nur Du, nur Du bist würdig
Zu nehmen Preis und Ehr;
Herr, auch mein kleines Leben
Nur Deinen Ruhm vermehr!

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