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JAHRGANG 1935
Juli 1935

Dienstag, den 30. Juli 1935


2. Mose 35,20-29

Die schlichte Aufforderung des Mose vor versammelter Gemeinde genügte, um sie zu freudiger Opferbereitschaft zu führen. Jedes Glied des Volkes hielt es für das größte Vorrecht, durch Gaben und Arbeit helfen zu dürfen. Ist dies nicht ein deutliches Zeichen, daß die Beschämung und Beugung über die schwere Sünde des Goldenen Kalbes eine echte und gründliche war? - „Gebahnte Wege“ fanden sich jetzt in den Herzen des Volkes [Ps. 84,5 (Luth. 6)], und willigen Geistes brachte ein jeder, was er konnte für das Heiligtum. Alle durchsuchten ihr Hab und Gut und freuten sich, solche Dinge zu finden und zu bringen, die erwünscht und erforderlich waren! „Wer mit freudigem Herzen gibt, was er zu geben vermag, der ist Gott angenehm. Gott verlangt nicht, daß wir etwas geben, was wir selbst nicht haben!“ [2. Kor. 8,12.] - Wer blauen und roten Purpur unter seinen Sachen fand, von dem verlangte Gott nicht, daß er Gold oder Silber bringe; und wer nur ein Dachsfell oder einige Widderfelle bringen konnte, von dem wurde nicht erwartet, daß er Karmesin oder Purpur bringe! - Aber was vorhanden war an brauchbaren Dingen, das sollte auch nicht zurückgehalten werden. An diesem Tage fand sich im Lager Israels kein Achan, der aus Habsucht in seinem Zelt irgendein Wertstück vergrub. [Jos. 7,1-26.] Nein, der Geist Gottes, welcher ein Geist der Freigebigkeit und Opferwilligkeit ist, wirkte zu dieser Zeit mit Macht in Israel. Männer und Frauen, junge Männer und junge Mädchen - alle waren sich darin gleich, dem Herrn zur Verfügung zu stehen mit allem! Die Schrift sagt: „Da ist einer, der teilt mit vollen Händen aus und bekommt immer noch mehr! Und ein anderer hält mehr zurück als recht ist und wird dabei nur ärmer! Die freigebige Seele wird reichlich gesättigt; und wer Durstigen zu trinken gibt, wird auch selbst getränkt!“ (Spr. 11,24. 25; vgl. Pred. 11,1.) Im Königreiche Gottes kann ja alles verwertet werden, besonders auch die fleißige und geschickte Arbeit. Alle verständigen Frauen, die ihr Herz trieb, spannen und webten Ziegenhaar. Wolle und Baumwolle*).

Die ägyptischen Frauen waren sehr vertraut mit der Arbeit des Spinnens (und von ihnen haben es die israelitischen Frauen gelernt)! Auf den ägyptischen Monumenten sieht man vielfach Frauen an der Spindel - manchmal auch mit Weben beschäftigt, obwohl das Weben vornehmlich die Arbeit der Männer war, besonders das kunstvollere Weben. - Die gesponnenen Fäden (Wolle oder Baumwolle) wurden meist gefärbt, ehe sie verwebt wurden. Die Kunst des Färbens hatte in Ägypten einen hohen Grad von Vollkommenheit erreicht, ebenso diejenige der Kunstweberei, die wie gesagt, von Männern betrieben wurde, während das einfache Weben meist Sache der Frauen war. Heute noch spinnen und weben die Bewohnerinnen der Sinai-Halbinsel aus Kamel- und Ziegenhaaren die Stoffe zu ihren Zelten, und verarbeiten Schafwolle für ihre Bekleidung. [vgl. Spr. 31,19.]

Die Männer dagegen, welche darin von Ägypten her Übung hatten, gaben sich her zu Kunstweberarbeiten, zum Schnitzen, Schmieden, Steinschneiden und zu anderen Arbeiten. Die Fürsten, welche Edelsteine besaßen, brachten diese. Die Reichen opferten ihr Silber und ihr Gold, andere wieder Gewürz und Öl zum Licht, zum Salböl und zum wohlriechenden Räucherwerk! - Wenn der Geist Gottes am Werke ist, wie überströmend reich kann dann die Freigebigkeit, Arbeits- und Opferfreudigkeit sein! - Wir werden erinnert an die Jüngerinnen, die dem Herrn Jesus in Seinen Erdentagen dienten mit ihrer Habe und sicher auch mit manchen praktischen Arbeiten. (Luk. 8,3.) - Tabea steht vor uns, eine Jüngerin des Herrn in Joppe, die sich ganz der Liebestätigkeit widmete und viel Gutes tat. (Apgesch. 9,36.) Ihr Dienst war so viel wert, daß der Herr Seinen Knecht Petrus gebrauchte, um Tabea noch einmal ins Leben zurückzurufen! - Ja, Selbstlosigkeit macht uns glücklich und ehrt den Herrn Jesus; Selbstsucht dagegen macht arm und häßlich und steht Gott sehr im Wege! - In den Tagen Haggais muß der Herr klagen: „Dieses Volk spricht: Jetzt ist nicht die Zeit, das Haus des Herrn zu bauen!“ - Daraufhin ließ Gott ihnen durch den Propheten Haggai sagen: „Ist es etwa für euch selbst an der Zeit, in getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Mein Haus in Trümmern daliegt? - Und nun spricht der Herr der Heerscharen also: Achtet einmal darauf, wie es euch ergangen ist! Richtet euer Herz auf eure Wege! Viel habt ihr gesät und wenig eingebracht; ihr eßt wohl, aber ihr werden nicht satt; ihr trinkt und stillt doch euern Durst nicht! Ihr habt wohl Kleider, aber keinem wird recht warm! Und wer um Lohn arbeitet, verdient Geld für einen Beutel mit Löchern! Darum spricht der Herr der Heerscharen, achtet einmal darauf, wie es euch geht! Richtet euer Herz auf eure Wege!“

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