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JAHRGANG 1935
Juli 1935

Dienstag, den 23. Juli 1935


2. Mose 35,1-3

Jedenfalls haben Adam und Eva aus dem Paradiese schon die schöne Feier des Sabbattages mitgenommen in ihr Leben der Mühe und Arbeit. Und wenn wir auch in der Geschichte der Patriarchen keine Erwähnung des Sabbatgebotes oder einer Sabbatfeier finden, so setzt doch die Form dieses Gebotes voraus, daß der Sabbat von altersher bereits gekannt und gefeiert wurde. Das Sabbatgebot an Israel legte diese altbekannte Feier nur gesetzlich fest. Der Sabbattag sollte dem Herrn heilig und Ihm geweiht sein. Er war ein Zeichen des Bundes zwischen Jehova und Seinem Volke Israel! [Hes. 20,12.] Nicht nur ein heiliger Tag, sondern auch ein Tag des Segens und der Freude, ja, ein hoher Festtag vor Gottes Angesicht sollte der Sabbat für Israel sein - ein Tag, an dem alle Glieder des Volkes nach Leib und Seele entlastet und erquickt wurden -an dem sie sich in Gott sammeln, sich innerlich in Seine Gegenwart erheben konnten: ihr innerer Mensch sollte zur wahren Ruhe und Kraft in Gott kommen! - In 3. Mos. 23,3 finden wir die Verordnung, daß an diesem Tage stets eine heilige Versammlung stattfinden sollte. [Lies auch Jes. 58,13. 14.] Vorlesungen aus dem Worte Gottes wurden wohl sehr bald eingeführt. Jedenfalls hat schon Mose in der Wüste den Sabbattag benützt, um Israel vor seinem Gott zu versammeln und ihm zum Herzen zu reden, wie wir das in seinen großen Reden im fünften Buche Mose so wunderschön wiedergegeben finden. - Auch aus 2. Kön. 4,23 geht hervor, und jüdische Schriftsteller bestätigen es uns, daß die Propheten Gottes nach dem Vorgang des größten Propheten Mose die Sabbate -wie auch die Neumonde - zu feierlichen Versammlungen und Gottesdiensten für das Volk Gottes verwerteten! - Ein treuer Israelit aß kalt am Sabbattage; kein Feuer durfte zum Kochen angezündet werden, wie uns unsere heutige Stelle zeigt. Das Einsammeln von Nahrungsmitteln und das Auflesen von Holz galt gleichfalls als Übertretung des Sabbatgebotes und wurde mit dem Tode bestraft! [2. Mos. 16,23; 4. Mos. 15,32-36.] Ebenso wurde streng darauf gehalten, daß am Sabbattage kein Lastverkehr, Handel und Markt stattfand. [Amos 8,5; Neh. 10,31 (Luth. 32).] - Wiederholt wird dem Sabbatschänder mit Todesstrafe (Steinigung) gedroht! (Vgl. 2. Mos. 31,12-17.) - Es ist sehr bemerkenswert, daß die heidnischen Völker keinen regelmäßig wiederkehrenden Ruhetag kennen, obwohl manche etwas von einer siebentägigen Woche wissen. Für Israel war der Sabbat das Zeichen ihrer Gemeinschaft mit Gott. Ihrer Menschenwürde, die auf der Gottebenbildlichkeit ihrer Natur beruhte, sollten die Israeliten an diesem Tage in besonderer Weise froh sein und sich der Höhe ihrer gottgeschenkten Berufung und Aufgabe bewußt werden. Jesus sagt: „Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen!“ Ja, mit welcher Liebe hat doch Gott von jeher bis auf den heutigen Tag an Seine Menschenkinder gedacht und für sie gesorgt! - Wenn der alttestamentliche Sabbat mit seinen strengen Vorschriften uns nicht mehr gilt, so ist uns statt dessen der noch viel kostbarere Sonntag als der Tag unseres Herrn Jesu gegeben, an welchem Er uns in besonderer Weise segnen, erquicken, emporheben will! [Lies Luk. 24,1-6 a.] Ein Sonntag war es, an welchem der Heilige Geist auf die Jünger ausgegossen wurde - der Geburtstag der neutestamentlichen Gemeinde Gottes auf Erden! (Lies Apgesch. 2,1-4.)

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