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JAHRGANG 1935
Juni 1935

Sonnabend, den 8. Juni 1935


2. Mose 34,6-9

Sünde und Ungerechtigkeit bringen ihre Folgen auf Kinder und Kindeskinder. Die menschliche Familie ist ein lebendiger Organismus, in welchem sich die Sünde als Übel, als Fluch und Strafe und Gebundenheit weiterpflanzt! Wie die Kinder von ihren Eltern Natur und Wesen empfangen, so haben sie auch an deren Schuld zu tragen und zu büßen. [Lies 2. Sam. 21,1-6; 1. Kön. 21,20-26.] - Diese tiefernste Wahrheit hat sich aus vielfacher Lebenserfahrung selbstdenkenden Heiden aufgedrungen. Doch ist sie nicht ein undurchbrechbares Naturgesetz! Gott, der Licht und Liebe ist, regiert die Welt, und Er hemmt den Lauf Seines Strafgerichts, sobald der Sünder sich durch die Strafe zur Besinnung und Buße bringen läßt und auf die Stimme Gottes hör! - Ja, Gott ist reich an Barmherzigkeit und Vergebung: „Er vergibt Sünde und Missetat“ und findet Seine Wonne im Begnadigen und im Segnen. - Wir Kinder Gottes müssen im Rückblick erkennen: „Wir waren Kinder des Ungehorsams, taten wie die anderen den Willen des Fleisches und unserer Gedanken und waren von Natur Kinder des Zorns wie alle übrigen. Gott aber, der so wunderbar reich ist an Barmherzigkeit, hat in Seiner großen Liebe auch uns, da wir in unseren Missetaten tot waren, mit dem Herrn Jesus lebendig gemacht und hat uns mit Ihm auferweckt. Ja, durch Gnade sind wir gerettet“ für Zeit und Ewigkeit! Wir stützen uns auf das herrliche Wort: „Vertraue dich dem Herrn Jesus Christus an, so wirst du gerettet und auch deine ganze Familie!“ - Mose, in der Erkenntnis der Majestät und Erhabenheit Gottes - eingedenk der Größe der ihm persönlich gewährten Gnade, beugt sich in den Staub, betet an und bittet: „Wenn ich doch Gnade gefunden habe in Deinen Augen, so ziehe doch der Herr in unserer Mitte!“ - Mose bittet in dieser heiligen Stunde nichts für sich oder für seine Familie. Was er von seinem wunderbaren, gnädigen Gott erfleht, betrifft das Heil Israels und die Ehre Gottes! - Man findet in dem Leben dieses großen Mannes je länger, desto mehr gänzliche Verleugnung des eigenen Ich und völlige Hingabe an Gott und Seine Sache. Er steht vor uns als ein Mann, der sich selbst abgestorben war, um Gott zu leben! - Darin besteht eine große Ähnlichkeit zwischen Mose und dem Apostel Paulus. - Ja, solch einen Mittler und Führer hatte Gott Seinem ans Ägypten erlösten Volke Israel gegeben. Sein Wert in den Augen Gottes kommt diesem Volke von schwierigem Charakter zugut! - Mose muß gestehen, daß Israel ein hartnäckiges Volk ist. Aber gerade diese Tatsache, um deretwillen Gott Israel Sein Mitgehen versagt hatte, führt Mose ins Feld, um zu zeigen, wie sehr Israel dieses großen, barmherzigen und gnädigen Gottes bedurfte, der langsam ist zum Zorn und groß an Güte und Wahrheit! (Vgl. 1. Mos. 8,21.) - Voll und ganz sich eins machend mit der Schuld des Volkes, demütigt er sich für dasselbe und erfleht die göttliche Vergebung - eine volle Begnadigung - ein köstliches Vorbild auf Den, der hernach gekommen ist und unsere Sünden getragen, unsere Ungerechtigkeiten auf Sich geladen hat - den Gott hat treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit! - Wer irgend wirksame Gebete für andere emporsenden will - wer irgend etwas erreichen will in der Fürbitte, der bedarf solcher Liebe, wie unser hochgelobter Herr sie uns erwiesen hat, und von der wir hier bei Mose so viel erblicken! - In priesterlicher Weise macht er sich eins mit dem sündigen Volke und bittet: „Vergib unsere Ungerechtigkeit und unsere Sünde und nimm uns an zum Eigentum!“ - Ja, für andere wirksam beten werden wir nur, wenn wir ihre Fehler, ihre Sünden und Gebrechen in heiliger Weise auf unser Herz nehmen - wenn wir sie lieben mit der Liebe, mit der Christus uns geliebt und Sich Selbst hingegeben hat für unsere Sünden. (Lies Dan. 9,3-13.)

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