BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1935
Mai 1935

Montag, den 20. Mai 1935


2. Mose 33,7-11

Für Israel als ganzes Volk war dieses Geschehen von außerordentlichem Ernst. Sie mußten erkennen, daß Gott um des Goldenen Kalbes willen von ihnen gewichen war - daß Seine Gegenwart sich aus ihrer Mitte entfernt hatte! Das Gefühl und Bewußtsein des Getrenntseins von ihrem Gott durch ihre Sünde mußte ihnen auf solche Weise tief empfindbar werden und sollte ihre Bußwilligkeit und Buße wesentlich vertiefen! - Allen wahrhaft Reumütigen und nach Gottes Gegenwart Verlangenden war ja, wie wir sahen, nun ein Weg aufgetan, so daß sie in einer ganz neuen Weise zur Gemeinschaft mit Gott zurückfinden konnten! - Es kam nun auf die vielen einzelnen an, ob sie in dem befleckten Lager blieben oder aber den Herrn aufsuchten, der sich draußen im Zelte Moses offenbarte! - Man mußte sich jetzt trennen von der großen Volksgemeinschaft, die einen falschen Gott angenommen hatte - wenn man dem wahren Gott huldigen und dienen wollte! - Wohl trug ganz Israel noch den Namen „das Volk des Herrn“; aber ihr Zustand war ein derartiger geworden, daß Jehova Sich nicht mehr zu ihnen bekennen konnte! - Wir werden hier erinnert an das spätere Israel, das Christum ans Kreuz gebracht hatte. Sie hatten noch den Tempel, den jüdischen Gottesdienst in Jerusalem; aber den Herrn Jesus, ihren „Jehova“, hatten sie hinausgestoßen. Außerhalb des religiösen Lagers Israels - außerhalb ihrer „heiligen“ Stadt Jerusalem hatte Er den Kreuzestod erlitten! - Wer sich nun zu Jesus, dem gekreuzigten und auferstandenen Erlöser hingezogen fühlte, den erfaßte der Heilige Geist und führte ihn aus den verödeten Religionsformen Israels hinaus - dorthin, wo Jesus gelitten hatte - eben außerhalb der toten Frömmigkeit Israels! - Darum schreibt ein Apostel den Hebräern: „Christus hat, um das Volk durch Sein eigenes Blut zu heiligen, außerhalb der Tore Jerusalems (auf Golgatha) gelitten. Darum wollen wir zu Ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und Seine Schmach teilen! Wir haben ja hier keine bleibende Heimat, sondern wir trachten nach der zukünftigen und sehnen uns nach ihr!“ - Gott hatte Sich in der ersten Christenheit ein ganz neues Zeugnis auf Erden erweckt, indem Er durch Seinen Geist alle, die Ihn in Wahrheit suchten, zu Jesus Christus, Seinem Sohn, hinzog, der gekreuzigt, aber auch am dritten Tage auferweckt und nach 40 Tagen zum Himmel erhöht worden war. - Wer Gott in Wahrheit anbeten will, der muß Ihn im Geiste anbeten, und das können wir nur durch den gekreuzigten, auferstandenen und zum Himmel erhöhten Herrn tun! Nur ein einfältiges, von oben her erleuchtetes Auge und Herz wird diesen Weg finden können - diesem wunderbaren schmalen, aber so gesegneten Weg, von welchem Hiob sagt; „Da ist ein Pfad, welchen der Raubvogel nicht kennt und den das Auge des Habichts nicht erblickt hat - den die wilden Tiere nicht betreten und über den der Löwe nicht hinschreitet!“ ([Hiob 28,7. 8; vgl. Spr. 12,28]; Jes. 35,8-10.) - Es kann Zeiten geben, wo es für den Gläubigen ein hohes, heiliges Vorrecht ist, sich wie der Stamm Levi in 2. Mos. 32,26-29 auf die Seite des Herrn zu stellen gegen die Gleichgültigen und Ungetreuen - zum mindesten gegen deren Wege Zeugnis abzulegen und einen Platz einzunehmen, geschieden von dem Abfall und der Sünde einer toten Namenschristenheit! - Moses Handlungsweise hier, sowie die Aufforderung in Hebr. 13,12-14 kann in ähnlichen Lagen eine Leuchte sein für unseren Fuß und ein Licht für unseren Weg! Doch bedarf es stillen, ernsten Harrens auf Gott, tiefer geistlicher Weisheit und eines klaren, göttlich gewirkten Unterscheidungsvermögens, wenn wir in solchen Dingen nicht die größten Fehler machen wollen!

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