BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1935
März 1935

Dienstag, den 26. März 1935


2. Mose 32,1-4

Die Verzögerung der Rückkehr Moses zu dem Volk war, wie gesagt, eine Prüfung für Israel, in welcher es sein Vertrauen auf den Herrn und auf Seinen Knecht Mose [Kap. 14,31b] bewähren sollte; statt dessen aber erlag es der zur Versuchung werdenden Probe! - Das menschliche Herz liebt etwas, das es wahrnehmen kann - etwas, das unsere Sinne befriedigt. - Man hat hier bei Israel den Eindruck kindischer Torheit und Verblendung. Wie kann ein Mensch einen Gott machen!? [Lies Ps. 135,15-18.] - Zudem offenbart sich hier die völlige Unzuverlässigkeit des Menschenherzens, der unbeschreibliche Undank, die schamlose Untreue! - Nur ein von Gott Selbst gewirkter lebendiger Glaube, der sich auf das göttliche Wort stützt, vermag „standhaft auszuhalten, als sähe er den Unsichtbaren“! (Lies Hebr. 11,24-27.) - So oft unsere Herzen aufhören, sei es betreffs unseres Seelenheils oder betreffs äußerer Bedürfnisse, sich allein auf Gott zu stützen, und wir uns umschauen nach irgendeiner sichtbaren Stütze oder Hilfe für unser Leben, heißt das im Grund: Umschau halten nach einem sichtbaren Gott! - Wie schnell und weit hatte sich doch Israel entfernt von seinem großen, herrlichen Gott, Der es mit Wundern und Zeichen aus der Knechtschaft erlöst und zu Seinem Eigentumsvolk gemacht hatte! Und wie weit war andererseits Mose von Israel in dieser Herzensverfassung geschieden: er befand sich in der Gegenwart Gottes, ja, in innigster Verbindung und Gemeinschaft mit diesem Gott der Herrlichkeit, der der Gott Israels war! - Wenn wir die Gegenwart und Gemeinschaft Gottes velassen oder wie Israel diese überhaupt noch nicht kennen, dann sind die groben Irrtümer und Sünden unzählbar, in welche wir hineinfallen werden. In Israel war „ein böses Herz des Unglaubens“, das sich zeigte „im Abfallen von dem lebendigen Gott“! (Hebr. 3,12.) - Ja, Israel hatte schnell „vergessen seines großen Rettergottes“, der so Großes an ihm getan in Ägypten.“ Stephanus sagt: „Sie wandten sich in ihren Herzen zurück nach Ägypten!“ [Ps. 106,19-22; Apgesch. 7,38.39.] - In Ägypten hatte Israel die Stieranbetung kennengelernt. (In dem Apis, einem schwarzen Stier mit weißem Fleck an der Stirn, erblickten die Ägypter die Verkörperung ihres Totengottes Osiris. Deshalb wurde dieser Stier auf die ungehörigste Weise verehrt.) - Widerstandslos erfüllte Aaron das Verlangen des Volkes und fertigte ihnen nach ägyptischem Muster das Goldene Kalb! Und völlig vergessend seines herrlichen Gottes, sprach das Volk, das Goldene Kalb umtanzend: „Das ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat!“ Der Psalmist sagt: „Sie machten ein Kalb am Horeb und bückten sich vor einem gegossenen Bilde; ja, sie vertauschten ihre Herrlichkeit gegen das Bild eines Stieres, der Gras frißt!“ (Lies Ps. 78,10-17.37.) - O wie schnell weicht auch heute das Herz von Gotteskindern ab von dem Herrn! Wie leicht vergessen wir unseres herrlichen Gottes, der doch Seines eingeborenen Sohnes nicht geschont, sondern Ihn für uns alle geopfert hat, und „geben Seine Ehre einem anderen“ - womöglich uns selbst!! Und doch spricht Er, der Erhabene: „Ich bin der Herr! - das ist Mein Name; und Meine Ehre gebe Ich keinem anderen, noch Meinen Ruhm den geschnitzten Bildern!“ [Lies 5. Mos. 6,4.5.12-15.]

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