BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1935
März 1935

Sonntag, den 17. März 1935


2. Mose 31,18; 34,1-4.28

Wir werden in den nächsten Kapiteln hören, wie Israel, während Mose auf dem Berge war, die schreckliche Sünde beging, sich ein Goldenes Kalb als ihren Gott zu machen, weil sie nicht imstande waren, ihrem herrlichen unsichtbaren Gott zu vertrauen und zu gehorchen, ohne Ihn mit leiblichen Augen zu sehen. Als Mose vom Berge kam und das zuchtlose, sündige Treiben des Volkes - den Tanz um das Goldene Kalb wahrnahm, da war er ganz entsetzt und erzürnt. In heiligem Ingrimm zerschmiß er die Tafeln an der Felswand. Und nachdem er das Volk ganz erschütternd zurechtgewiesen hatte, begab er sich von neuem in die Gegenwart des Herrn, um bei dem erzürnten Gott Israels Gnade zu erflehen für das abgefallene Volk! - Wie es scheint, fand die Unterredung zwischen Mose und dem Herrn, die wir zwischen Kap. 32,31 und Kap. 33,23 finden, in Moses eigenem Zelte statt. Zwischenhinein verlegte Mose dieses Zelt und schlug es außerhalb des Lagers Israels auf - weit weg vom Lager; denn er fühlte klar, daß der Herr ihn erst erhören würde, wenn er sich von dem durch diese schwere Sünde befleckten Zeltlager Israels trennte! [Lies 2. Mos. 33,7-11; vgl. Jes. 52,11; 2. Kor. 6,17; Offenb. 18,4.] - Nur nach heißem Ringen und Flehen von seiten Moses neigte Sich der Herr und erklärte Sich - einzig und allein um Moses willen - bereit, Israel zu begnadigen und ihm Seine Gegenwart, Sein Geleite von neuem zu schenken. Der Herr sprach nun zu Mose: „Haue dir zwei steinerne Tafeln aus wie die ersten; dann will Ich auf die Tafeln die gleichen Worte schreiben, welche auf den ersten Tafeln standen, die du zerbrochen hast! Und mache dir eine Lade von Holz dazu; und du sollst die Tafeln in die Lade hineinlegen.“ - O wie groß war doch diese Gnade von seiten des Herrn! Wie tröstlich sind die Worte: „wie die ersten!“ - Ja, der Herr schrieb auf die Tafeln mit Seinem heiligen Finger genau die gleichen Worte, die auf den ersten Tafeln gestanden hatten. - Wie viele Herzen gibt es, an denen Gott schon einmal ein ganz gründliches Werk getan hatte. Wie kostbar war die Zeit ihrer ersten dankbaren Liebe zum Herrn! Wie brannte ihr Herz für Seine Sache! Wie tiefgreifend arbeitete der Geist Gottes an ihrem Inneren, und wie hungerten und dürsteten sie nach den göttlichen Worten - nach der heiligen Unterweisung des Herrn! - Aber ach, es ist nicht so geblieben! Nachdem sie eine Zeitlang Gott und den Menschen soviel Freude bereiteten und so vielversprechend vorangingen, trat unvermutet ein Nachlassen ein. Der Eifer war nicht mehr so brennend, der Gehorsam ließ nach, die erste Liebe war verlassen! Was der Geist Gottes In so klaren Zügen in ihr Herz und auf ihr Leben geschrieben hatte - ach, es wurde verwischt durch irdische Interessen, durch Nachlässigkeit und Oberflächlichkeit! O dieser Rückgang - dieses Verlieren und Einbüßen! - Es ist eigentlich unbegreiflich, daß man das, was man unter heißen Kämpfen - unter tausend Schmerzen errungen hat, hernach durch Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit, durch Untreue und Irdischgesinntsein wieder einbüßen kann! - Wo sind die ersten Tafeln? Wo find die klaren Züge des Geiste Gottes, die einst so leuchtend waren und viele anlockten, den gleichen Weg zu gehen? (Lies Jer. 2,1-13!)

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