BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1935
Januar 1935

Donnerstag, den 3. Januar 1935


2. Mose 28,29.30

Von dem „Brustschild“ der hohenpriesterlichen Kleidung ist hier die Rede. Es ist auffallend, daß diese Tasche „Brustschild des Gerichts“ heißt [Vers 15] und daß von dem Hohenpriester gesagt wird, daß er das Gericht des Volkes trage! [Vers 30b.] Dies soll heißen, daß der Hohepriester die ganze Verantwortung für das Volk - auch für dessen Sünden und Fehler, die Gott richten muß, trug. Unser großer Hoherpriester, der Herr Jesus im Himmel, fühlt Sich verantwortlich für alle Seine noch auf Erden pilgernden und kämpfenden Erlösten. - Johannes schreibt: „Meine Kinder, dieses schreibe ich euch, damit ihr nicht in Sünde geratet! Wenn aber jemand unter euch gesündigt hat, so haben wir einen Anwalt beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Er ist die Sühne für unsere Sünden!“, d. h. Er macht Sich für dieselben verantwortlich und sucht durch Sein hohepriesterliches Wirken uns im innersten Herzen von unserem Fehltritt zu überführen - aufrichtige, tiefe Reue zu bewirken. Denn Ihm, unserem großen Hirten liegt alles daran, daß unsere Gemeinschaft mit Gott nicht gestört bleibe, sondern wiederhergestellt und vertieft werde. (Lies [Luk. 22,54-62; Joh. 21,15-17]; Hebr. 12,5b-10.) - „Und Aaron soll die Namen der Kinder Israel auf seinem Herzen tragen, so oft er ins Heiligtum hineingeht, zur beständigen Erinnerung vor dem Herrn!“ - Viel mehr als bisher sollten die Kinder Gottes sich freuen, daß das Interesse der ganzen Himmelswelt so stark und beständig auf uns, die Glaubenden hier auf Erden, gerichtet ist - daß Gott und unser Herr Jesus allezeit mit uns beschäftigt - für uns tätig sind: „Dein Hüter schläft nicht! Deine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird nicht zulassen, daß dein Fuß wanke. Siehe, der Hüter Israels - nicht schlummert noch schläft Er! - Ja, der Herr ist dein Hüter und Wächter. Er ist dein Schatten über deiner rechten Hand. Nicht soll die Sonne dich stechen des Tages, noch der Mond des Nachts. Der Herr wird dich behüten vor allem Übel - Er wird behüten deine Seele! - Der Herr überwacht dein Ausgehen und dein Eingehen von nun an bis in Ewigkeit!“ [Lies auch 1. Petr. 3,12.] - Die meisten Bibelleser beziehen diese Worte fast gänzlich auf den äußerlichen Schutz, den Gott uns angedeihen läßt. Doch ganz kostbar wird uns erst dieser Psalm, wenn wir ihn geistlich auffassen - wenn uns die Behütung unserer Seele - unsere Bewahrung vor Sünde das Wichtigste wird! - Wir dürfen den Herrn Jesus kennen und erfahren lernen als unseren Bewahrer vor Sünde! - Alle Wirkungen des Geistes Gottes in unserem Herzen - alles, was wir aus dem Wort Gottes empfangen für unsere Seele und unseren praktischen Wandel - sämtliche Briefe des Neuen Testaments, wie die Apostel sie den Kindern Gottes zu schreiben beauftragt wurden - alles dies kommt unmittelbar von Gott zu uns und ist jedem demütigen, verständnisvollen Herzen der herrlichste Beweis dafür, daß im Himmel unser gedacht wird - ja, daß alles, was jetzt im Himmel geschieht, unseretwegen geschieht und unsere Erquickung, unser Emporgehobenwerden - praktische Weihe für Gott bezweckt: „Denn dies ist Gottes Wille - eure Heiligung!“

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