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JAHRGANG 1934
November 1934

Montag, den 5. November 1934


2. Mose 26,1-14

Nachdem die wichtigsten Einrichtungsstücke beschrieben sind, beginnt die Darstellung der heiligen Wohnung selbst. Dieselbe war ein zerlegbares, zur Beförderung geeignetes Zelt. [Lies 2. Sam. 7,6.7.] - deshalb bestand die Stiftshütte in der Hauptsache gleich allen damaligen Zelten aus Teppichen, die aber nicht wie sonst auf Pfählen und Tragstangen ruhten, sondern über eine Hütte von Brettern ausgespannt wurden. Ehe von dieser letzteren die Rede ist, werden uns die vier Decken oder Teppiche beschrieben, die, übereinanderlegt, die Wohnung des Herrn vor der Sonnenglut und den Unbilden der Witterung schützten. Das 26. Kapitel des 2. Buches Mose beschreibt uns gerade diese Decken und dann die ganz mit echtem Goldblech überzogenen Bretter, aus denen die Stiftshütte gebildet war. - Die erste oder unterste Decke, welche über die Stiftshütte gebreitet wurde, war die feinste und wertvollste, die „Cherubimdecke“. Auf sie blickte der Priester, wenn er innerhalb des Heiligtums nach oben schaute! - Diese Cherubimdecke hieß im engeren Sinn „die Wohnung“, während die zweite Decke von Ziegenhaar „das Zelt“ hieß und die dritte von rotgefärbten Widderfellen als „Decke“ bezeichnet wird, über welche dann als letzte noch eine Decke von Dachsfellen zum Schutz gelegt wurde. [Vgl. V. 1.7.14 u. Kap. 35,11.] - Jene erste, wertvollste Decke wird uns hier in V. 1-6 beschrieben. Sie bestand aus zehn in Kunstweberarbeit hergestellten Teppichen. Jeder derselben war 28 Ellen lang und 4 Ellen breit. (Die damalige Elle war nach heutigem Maß etwa ½ Meter.) Die Grundfäden jener wunderschönen Teppiche bestanden aus gezwirntem “Byssus“, der feinsten weißen Baumwolle aus Ägypten, die mit Gold aufgewogen wurde. Blaue, purpurrote und scharlachrote Fäden waren eingewirkt, und man konnte deutlich bunte Cherubgestalten wahrnehmen. Solche Kunstweberarbeit, sowie all die anderen Fertigkeiten, die zur Herstellung der Stiftshütte dienten, hatten die Israeliten in Ägypten gelernt. Mose selbst vor allem besaß die theoretischen und praktischen Kenntnisse dazu. - Von diesen zehn feinen Baumwollteppichen wurden je fünf zu einem grossen Stück zusammengenäht. Die zwei grossen Stücke, die man auf diese Weise bekam, hatten auf je einer Seite 50 blaue Schlingen und wurden durch 50 goldene Haken oder Klammern zusammengehalten. So bildeten die zwei großen Stücke miteinander ein Ganzes. - Diese mächtige Decke wurde in der Weise über die goldene Hütte ausgebreitet, daß die Länge der einzelnen Teppiche (28 Ellen.) sich über die Breite der Hütte (10 Ellen) ausdehnte. Die auf beiden Seiten überschießenden 9 Ellen hingen an den Langwänden der Bretterhütte herab, und die Zusammenheftung der beiden großen Stücke mit Schlingen und Haken traf gerade über den das Heilige vom Allerheiligsten scheidenden inneren Vorhang. (2. Mos. 26,31-34.) - Auch nach hinten hing die Decke über dem Allerheiligsten noch etwa 10 Ellen an der Rückwand hinab. - Die zweite Decke, genannt „das Zelt“ (2. Mos. 26,7-13) war aus Ziegenhaaren, vermutlich weißen, gewoben. Sie bestand aus elf einzelnen Teppichen von 4 Ellen Breite und 30 Ellen Länge. Durch Zusammennähen von je sechs und fünf dieser Ziegenhaarteppiche entstanden wie bei der ersten Decke zwei grosse Stücke. Auch diese wurden je an einer Seite mit 50 Schlingen versehen und durch 50 eherne Klammern oder Haken, in die Schlingen gebracht, zu einem grossen Ganzen verbunden. Diese zweite größere Decke wurde in derselben Weise ausgebreitet über die Stiftshütte wie die erste und bedeckte sie. Sie wurde ein wenig mehr nach vorne geschoben und hier, beim Eingang der Stiftshütte, auf dem Dach mit 2 Ellen zurückgeschlagen, also doppelt gelegt. Da aber die Ziegenhaardecke einen Teppich mehr hatte und die einzelnen Teppiche länger waren als bei der Cherubimdecke, so hing sie an den Langseiten um je eine Elle über die schönen Cherubimteppiche hinunter - hinten um mehr! - Damit nun auch die Ziegenhaardecke gegen Regen und Sonnenbrand von oben her geschützt sei, wurden noch zwei weitere Decken angefertigt - zunächst die dritte aus rotgefärbten Widderfellen - und dann eine vierte aus dunklen Dachsfellen. (manche meinen, daß diese letzte Decke aus Seekuhhäuten zusammengesetzt gewesen sei. Die Seekuh findet man im Roten Meer!) - Die beiden letzteren Decken bedeckten nur die Oberfläche der Stiftshütte, so daß sie nur wenig über die Kanten derselben hinüberreichten!

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