BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
Juni 1934

Freitag, den 29. Juni 1934


2. Mose 20,13

Wie in den Eltern die göttliche Majestät geehrt und gefürchtet werden soll, so soll in allen Menschen das göttliche Ebenbild heilig gehalten werden! Dieser Gedanke vermittelt den Übergang zu den übrigen Geboten. - Als der Herr Jesus den jungen Gesetzgelehrten fragte: „Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liesest du dort?“, da antwortete er - den Inhalt der zehn Gebote kurz zusammenfassend - mit den Stellen 5. Mos. 6,5 und 3. Mos. 19,18: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Gemüt! und deinen Nächsten wie dich selbst!“ - Es ist auffallend, daß in 5. Mos. 5,17-21 (Luth. 17.18) die fünf letzten Gebote untereinander durch ein „und“ verbunden sind - wie wenn der innere Zusammenhang dieser zweiten Hälfte der Gesetzestafeln bemerkbar gemacht werden sollte. Diese Gebote, die das Verhalten zum Nächsten betreffen, reihen sich so aneinander, daß sie das Leben, die Ehe und das Eigentum des Nächsten gegen tatsächlichen Angriff und Eingriff sicher stellen. Hierauf schreiten sie von der Tat zum Wort und zur Gesinnung fort, indem sie die üble Nachrede und das Begehren nach dem Eigentum des Nächsten verbieten! - Wenn dementsprechend die drei ersten Gebote dieser zweiten Gesetzestafel zunächst die Tat ins Auge fassen, so zeigt doch der Fortschritt bis zum Verbot des Begehrens, daß man die Tat nicht von der Gesinnung trennen darf und daß die Erfüllung des Gesetzes nur in der Heiligung des Herzens zum Abschluß kommt! - Dementsprechend wird in das Verbot: „Du sollst nicht töten!“ nicht nur der vollendete Totschlag durch offene Gewalttat oder Hinterlist, sondern überhaupt jede Gefährdung des Lebens aus Fahrlässigkeit (5. Mos. 22,8) oder Mutwillen (3. Mos. 19,14) wie aus Haß, Zorn oder Rache (3. Mos. 19,17.18) einbegriffen. So wird also an der Spitze dieser Gebote der Nächstenliebe das Leben des Nächsten geschützt, da es die Grundlage seiner Existenz ist. Wer das Leben eines Menschen antastet, tastet damit ihn selbst und in ihm das göttliche Ebenbild an! (Lies 1. Mos. 9,6.) -

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