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JAHRGANG 1934
Juni 1934

Donnerstag, den 14. Juni 1934


2. Mose 20,1-3

Wir haben hier die erhabenen zehn Grundgebote für Israel, wie Gott sie dem Mose gab und dieser sie zunächst mündlich dem Volk übermittelte. Diese zehn Gebote bilden noch heute die Grundlage der Gesetzgebung aller Kulturvölker der Erde! Nur soweit dieses gottgegebene Fundament aller Gerechtigkeit anerkannt wird, herrscht Ordnung, Zucht, Gedeihen und Segen in einem Lande. Soweit man sich nicht nach diesen göttlichen Geboten richtet, zieht Unheil ein und die Gewalt der Sünde! - Gott beansprucht, Alleinherrscher zu sein im Leben, im Herzen und Haus des Menschen. Und Er schenkt Sich ganz jeder Seele, die Ihm huldigt, gehorcht und vertraut! - Luther sagt so schön: „Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und Ihm vertrauen!“ (Lies 5. Mos. 6,4.5.12-15; 10,12-17. 20.21.) - Israel kannte seinen herrlichen Gott als Den, welcher es herausgerettet hatte aus dem Lande Ägypten, aus dem Haus ihrer Sklaverei! - Dieses Denkmal gottgeschenkter Hilfe - diese Erfahrung der rettenden Gnade, der Gegenwart und der Wundertaten des heiligen Gottes, bildet den Ausgangspunkt des Lebensverhältnisses zwischen Gott und Seinem erlösten Volke! - Ganz ähnlich ist es bei dem gläubigen Christen. Gott hat ihn erlöst und befreit aus der Gewalt der Sünde und des Teufels. Die heilbringende Gnade Gottes hat ihn aus der Macht der Finsternis gerettet und ihn versetzt in das Königreich des geliebten Sohnes Gottes. Er ist schon jetzt geheiligt und befähigt zur Teilnahme am Erbe der Heiligen droben im Licht! - Das erste große Gebot Gottes für Israel lautete: „Du sollst keine anderen Götter haben neben Mir, oder: zu Meinem Angesicht hinzu!“ - Wenn Israel wirklich im Lichte des liebenden Angesichtes Gottes wandelte, dann war es unmöglich für das Volk, das Angesicht eines Götzen daneben zu stellen. Wenn Israel dies hernach so häufig tat, so bewies es nur, daß es sich von dem Angesicht seines Gottes sehr weit entfernt hatte - daß es gar nicht mehr wußte, welche Liebe und Herrlichkeit dieses Angesicht ausstrahlte! - Die Segnung, welche der Hohepriester Israels immer neu über das Volk aussprach, lautete: „Jehova segne dich uud behüte dich! Jehova lasse Sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig! Jehova erhebe Sein Angesicht auf dich und gewähre dir Frieden!“ - In Ps. 89,15-17 [Luth. 16-18] ruft Ethan, der Esrachiter, aus: „Glückselig das Volk, das den Jubelschall kennt! Herr, im Lichte Deines Angesichts wandeln sie; in Deinem Namen frohlocken sie den ganzen Tag, und durch Deine Gerechtigkeit werden sie erhöht! Denn der Ruhm ihrer Stärke bist Du, und durch Deine Huld wird erhöht unsere Macht!“ - Wer Gott nahesteht durch den Herrn Jesus, der kennt etwas von dieser wunderbaren Glückseligkeit, im Lichte Seines liebenden Angesichts zu wandeln - in tiefer glückseliger Abhängigkeit und Gemeinschaft mit Ihm, dem Unsichtbaren, zu leben. [Lies Hebr. 11,24-27.] - Doch wie leicht geschieht es, daß ein Kind Gottes ein geteiltes Herz hat und andere Personen oder Dinge anfangen, die Zuneigung, das Vertrauen, die Hoffnungen des Kindes Gottes auszufüllen! Kein Wunder, daß der Friede gestört ist - daß die Entfernung und Herzensentfremdung zwischen einer solchen Seele und ihrem Gott immer größer wird und Sünde, Verkehrtheit und Finsternis die Oberhand bekommen. Das Volk Israel hatte Gott erwählt und erlöst zum Eigentumsvolk, damit es Sein Zeuge inmitten der Weltvölker sei: „Dieses Volk, das Ich Mir gebildet habe, sie sollen Meinen Ruhm erzählen!“ - Wie erquickend und beglückend tönt es heute ins Herz des lauteren, vertrauenden Kindes Gottes: „Ich bin der Herr, dein Gott!“ - So völlig ist mein Gott für mich da, als sei ich das einzige Kind Seiner Gnade, um welches Er Sich anzunehmen hätte! [Lies Jes. 43,1-4.]

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