BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
Mai 1934

Mittwoch, den 9. Mai 1934


2. Mose 17,7

Mose gab diesem Orte den Doppelnamen Massa und Meriba, d. h. Versuchung und Hader. Nie sollten die Kinder Israel vergessen, wie sie hier ihren Gott gekränkt und beleidigt hatten - daß sie sich erlaubt hatten, mit Ihm und Seinen treuen Knechten zu hadern, ja, Ihn zu versuchen. Obwohl der Herr Sich bis auf diesen Tag so herrlich als ihr rettender Gott in ihrer Mitte geoffenbart hatte, so fragten sie im Augenblick der Not doch ganz ungläubig: „Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?“ - Das sind „zweifelnde Überlegungen“; das ist Unglaube, die größte Sünde des Volkes Gottes! - Echter Glaube stellt die Macht und Bereitwilligkeit Gottes, uns zu helfen, nie in Frage. Wer in jeder neuen Not vertraut und wartet auf den Herrn, der weiß zwar nicht, wie Gott helfen wird, aber er ist unerschütterlich gewiß, daß Er eingreifen wird mit Seiner mächtigen Hilfe: „Gepriesen sei der Herr; Tag für Tag trägt Er unsere Last; Gott ist unsere Rettung! Ja, Gott ist uns ein Gott der Rettungen, und bei dem Herrn stehen selbst die Ausgänge vom Tode.“ (Lies Jes. 12,2-6; 45,17-22.)

Zweifelst du an Seiner Gnade, denke dran, was Er versprach;
Bleib' bei dem: ,,Es steht geschrieben!“ gib dem bösen Feind nicht nach!
Chor: Das, was ihr in meinem Namen bitten werdet, will Ich tun, spricht Jesus.
HErr, ich glaube deinem Worte, denn Du hast es Selbst gesagt!
Aller Sorgen und Beschwerden Ausgang ist Ihm schon bekannt,
Wenn die Wasser tiefer werden, hält Er fester unsre Hand! (Chor.)
Wenn dich Nacht und Dunkel schrecken, Er versprach - o zweifle nicht!
Er wird einen Weg entdecken für die Blinden in Sein Licht. (Chor.)
Wenn grausame Feindesmächte dich umzingeln - zage nicht!
Noch siegt Seine starke Rechte, denn Er hält, was Er verspricht! (Chor.)
Und scheint alles dem zuwider, was dein Heiland zu dir spricht,
O so sage immer wieder: Er ist treu, der es verspricht! (Chor.)
(Aus „Lieder von Kampf und Herrlichkeit“ von H.-E. Alexander)

Unser Glaube steht manchmal wie vor einer verschlossenen Tür oder vor einem gewaltigen Berge des Hindernisses. Der Herr aber spricht: „Ich werde vor dir herziehen und werde das Höckerichte eben machen. Eherne Pforten werde Ich zerbrechen und eiserne Riegel zerschlagen. Und Ich will dir verborgene Schätze und versteckte Reichtümer geben, damit du wissest, daß Ich der Herr bin, der dich bei deinem Namen gerufen hat!“ [Lies Ps. 107,13-16; Hagg. 2,4-9.] - Ja, aus verschlossenen Türen werden wunderbare Offenbarungen der Herrlichkeit! Jesus spricht: „Siehe, Ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand zu schließen vermag! Halte fest, was du hast, auf daß niemand deine Krone nehme!“ - Das ist vielleicht das größte Wunder in der Welt und das, was Gott am meisten verherrlicht, wenn ein gläubiges Herz durch die Gnade so fest und stark wird in dem Herrn, daß es weder dem Feind, noch der Welt, noch dem irdischen Leben mit seinen mannigfaltigen und unerwarteten Geschehnissen gelingt, unser Vertrauen wankend zu machen! So wird der Wüstenweg ein Herrlichkeitsweg; denn es ist der Weg Gottes! „Gott, Dein Weg ist im Heiligtum. Wer ist ein großer Gott wie Du? Du bist der Gott, der Wunder tut!“ (Lies Klagel. 3,22-26.) Es ist, als ob der Herr hier zu Mose gesprochen hätte: „Nur kühnlich vorwärts, Mose! Ich hätte dich nicht aus Midian herausgerufen - hätte dich niemals an die Spitze Meines Volkes gestellt, wenn Ich nicht gewußt hätte, wie Ich dich durchbringe! Findest du bei dem halsstarrigen Volk stets neue Schwierigkeiten, so findest du bei Mir, dem Herrlichen, stets neue Gnade und Kraft, neue Offenbarungen Meiner Hilfe und Meines Heils; und du wirst sehen, wer das letzte Wort behält!“ - „Die Rechte des Herrn tut mächtige Taten. Deine Rechte, o Herr, ist herrlich in Macht, Deine Rechte, o Herr, hat zerschmettert den Feind!“ „Denn der Herr der Heerscharen hat es beschlossen, und wer wird es vereiteln? und Seine ausgestreckte Hand - wer könnte sie abwenden?“ [Lies Jes. 54,10; 55,8-13.]

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