BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
April 1934

Freitag, den 27. April 1934


2. Mose 16,16

Wenn das Manna uns den vom Himmel gekommenen Heiland und Gottessohn vor Augen stellt, wie Er hier auf Erden wandelte und den Vater verherrlichte, so ist es auch gleichzeitig ein Bild vom Worte Gottes: Der Mensch Gottes lebt von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes kommt; und überall in der Schrift ist Jesus zu finden, wenn wir uns nur die Augen dafür öffnen lassen! - Jeremia war ein Priester nach dem Herzen Gottes, darum durfte er auch stets die „priesterliche Speise“ genießen; er sagt: „Herr, Deine Worte waren vorhanden, und ich habe sie gegessen, und Deine Worte wurden mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens; denn ich bin ja nach Deinem Namen genannt!“ (Vgl. Ps. 81,10 [Luth. 11]; 107,9.) - So verstehen wir es, wenn der Psalmist ausruft: „Glückselig der, welchen Du, Herr, erwählst und herzunahen lässest. daß er wohne in Deinen Vorhöfen. Wir werden gesättigt mit dem Guten Deines Hauses, mit dem Heiligen Deines Tempels!“ - Mose sprach zu dem Volke: „Sammelt von dem Manna, soviel ein jeder für sich zum Essen nötig hat!“ Das Wort Gottes ist uns also zur Nahrung und Erquickung für unsere Seele gegeben - zum Aufbau unseres inneren Menschen. Paulus sagt: „Mag unser äußerer Mensch auch aufgerieben werden (durch Kampf und Arbeit und Leiden) - unser innerer Mensch gewinnt dafür von Tag zu Tag neue Kraft und Frische von oben her!“ - Wie das Manna aufgelesen, gesammelt werden mußte, so gilt es für uns, die Speise für unsere Seele in der Heiligen Schrift zu suchen: „Forschet in der Schrift, denn sie ist es, die von Mir Zeugnis gibt!“ sagt der Herr Jesus. (Vgl. 5. Mos. 11,18-20.22.23; 17,18-20.) Nur unter Ringen und Flehen, bei fleißigem Aufmerken und Forschen wird das göttliche Wort sich uns erschließen. - Von den Christen in Beröa, welchen der Apostel Paulus mit dem Worte Gottes diente, hören wir: „Sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf, indem sie täglich in den Heiligen Schriften forschten, ob dies sich also verhielte!“ Und welch einen Eifer verwandten doch schon die Gläubigen des Alten Bundes auf das Erforschen der Heiligen Schrift! Der Verfasser des 119. Psalmes sagt: „Wie liebe ich Dein Gesetz, es ist mein Sinnen den ganzen Tag. Dein Knecht, Herr. bin ich; gib mir Einsicht, so werde ich Deine Zeugnisse erkennen!“ - Gerade im Blick auf das Suchen in der Schrift hören wir: „Die Seele des Faulen begehrt, und nichts ist da: die Seele des Fleißigen dagegen wird reichlich gesättigt!“ - Wer das Wort Gottes nicht fleißig liest und durchforscht, der wundere sich nicht über inneren Mangel und Dürre der Seele: „Es wird geschehen, wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, fleißig gehorchst, daß du darauf achtest. alle Seine Gebote zu tun, die Ich dir heute gebiete, so wird der Herr, dein Gott, dich zur höchsten über alle Nationen der Erde machen; und alle diese Segnungen werden über dich kommen und dich erreichen, wenn du der Stimme deines Gottes gehorchst! - Gesegnet wirst du sein, wenn du eingehst, und gesegnet wirst du sein, wenn du ausgehst. Ja, der Herr wird dir den Segen entbieten in deinen Speicher und zu allem Geschäft deiner Hände. Und Er wird dich als ein heiliges Volk für Seinen Namen bestätigen! Und alle Völker der Erde werden sehen, daß du nach dem Namen des Herrn genannt bist und werden sich vor dir scheuen!“ [Lies Spr. 2,1-12; 3,1-4.] - Jeder Israelit sollte morgens soviel Manna sammeln, als er den Tag über brauchte zu seiner Ernährung. Das Maß des Essens ist bei den verschiedenen Menschen verschieden. So ist auch hinsichtlich des Wortes Gottes das Maß des Verlangens und der Aufnahmefähigkeit bei den Glaubenden verschieden. Je größer und tiefer das Verlangen deiner Seele nach Erkenntnis des Göttlichen ist, desto mehr wirst du forschen in der Schrift - desto mehr Einsicht und Verständnis wird dir in göttlichen Dingen zuteil werden!

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