BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
April 1934

Mittwoch, den 25. April 1934


2. Mose 16,13.14; Jesaja 45,15

Am Morgen war eine Tauschicht um das Lager, und als die Tauschicht aufstieg, siehe, da lag's auf der Fläche der Wüste, körnig, fein wie Reif.“ Der Heilige legt einen Schleier über das Heiligste und Größte, was Er tut. Auch dieses Wunder Seines Eingreifens legte Er nicht bloß vor den Augen der Menschen: Kein Mensch sah das Manna vom Himmel herabkommen während der 40 Jahre. Es war Gottes verborgene Hand, die es herabstreute. - In Prediger 11 heißt es: „Wie du nicht weißt, welches der Weg des Windes ist, und wie die Gebeine im Mutterleibe bereitet werden, so weißt du das Werk Gottes nicht, der alles wirkt!“ - Auch wir sind schon „von Ewigkeit her vorausbestimmt“ nach dem Vorsatz des großen Gottes, der alles zustande bringt, so wie es Sein Wille einmal beschlossen hat, „damit wir zum Lobpreis Seiner Herrlichkeit dienen möchten“! - Lerne du Gottes Heiligtum respektieren - den Schleier ehren, der auf all Seinem Wirken ruht. (Lies Ps. 97,1-6; Nah. 1,3-5.7.) Gehe ein in die heiligen Vertrauenslinien, in denen Gott dich wandeln heißt! Richte den Blick auf deinen erhöhten Heiland und rechne mit Ihm; dann kann der Heilige Geist Sein Werk in dir fortführen, unbelauscht von dir selbst! So wirst du jeden Tag für dein Inneres wie für dein äußeres Leben finden, was du brauchst! Wie Er alles bereitet und durchführt - wie Er dir nicht nur Leibes- und Geisteskräfte darreicht, sondern dir auch Vertrauen, Liebe und Zuversicht, die Quellen deines inneren Lebens, erneuert, so daß du vorwärtsschreiten kannst, das ist Gottes Sache und Sein verborgenes Tun: „Herr, ich will nachdenken über all Dein Tun, und über Deine Wege will ich sinnen: Gott, Dein Weg ist im Heiligtum; wer ist ein so großer Gott wie Du? Du bist der Gott, der Wunder tut: Du hast Dein Volk erlöst mit erhobenem Arm! Im Meere ist Dein Weg, und Deine Pfade sind in großen Wassern; Deine Fußtapfen sind nicht bekannt. Du leitest Dein Volk wie ein Hirte seine Herde!“ - Gott tut keine Schauwunder, wie wir oft so gerne alles mögliche vor den Augen anderer ausbreiten möchten, um sie zu überführen von der Macht und Herrlichkeit Gottes. Nein, wir können die Welt nicht gewinnen und nicht überzeugen, wenn wir sie in Dinge hineinschauen lassen, die nur für Kinder Gottes bestimmt und verständlich sind! - Je näher du deinem Gott kommst - je tiefer Er in dir wirkt und mit dir gehen kann, desto mehr Dinge wird es in deiner Führung geben, die andere nicht verstehen - auch nicht zu wissen brauchen! - Zu Seiner Zeit wird Gott den Schleier heben; doch hier unten nur in dem Maß, als es gut ist in Seinen Augen. Dir muß es genügen, dich betreut und geführt zu wissen von Ihm, dem Hüter Israels, der nicht schläft noch schlummert. [Lies Ps. 64,10 (Luth. 11); 71,14-24.] - Auch über Sein Werk auf Erden und die Entwicklung Seines Reiches legt Gott einen Schleier, so daß der Schläfrige und Gedankenlose hier nicht merkt, welche Stunde geschlagen hat - was Gott vorbereitet und was im Verborgenen ausreift! Doch Seine Auserwählten läßt Er Blicke tun in Seine Pläne und Regierungswege, so daß sie merken, auf was Gott hinzielt - wie sicher Er führt, und wie alles in Seiner Hand und in Seiner Macht steht. - Unter den Kindern Issaschar gab es Männer, welche „einen Blick hatten für die Zeiten“, d.h. ein richtiges Urteil in der Erwägung der Zeitverhältnisse im göttlichen Licht, so daß sie ,,wußten, was Israel tun mußte“. Wir wundern uns daher nicht, das gesagt wird: „Und alle ihre Brüder folgten ihrem Befehl.“ (1. Chron. 12,32.) - Solchen, die mit Gott im Heiligtum leben und unter der Leitung Seines Geistes stehen, vertrauen wir gern! [Vgl. Apgesch. 6,1-6.]

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