BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
April 1934

Donnerstag, den 5. April 1934


2. Mose 15,1.2

In diesem Kapitel haben wir den herrlichen Triumphgesang, den Mose mit dem gesamten Volke Israel am Ufer des Roten Meeres anstimmte, als sie die große Macht sahen, die der Herr an den Ägyptern bestätigt hatte, und die für sie selbst Rettung und Heil bedeutete. (Vgl. Kap. 14,31.) - hier feierte die ganze Gemeinde Israel die herrliche Tatsache ihrer Erlösung und zugleich ihre Erhebung zum Volke Gottes vor aller Welt! Durch die glorreiche Errettung aus der Sklaverei Ägyptens hatte der Herr die Nachkommen Abrahams tatsächlich zu Seinem Volke erhöht. Er hatte Sich in der Vernichtung Pharaos und seiner Heeresmacht als den Gott der Götter und als den Herrscher aller Welt verherrlicht, dem keine Gewalt dieser Erde ungestraft trotzen wird. - Bis zu diesem Augenblick haben wir kein Loblied aus Israels Munde vernommen. Wohl hatte es bittere Klagen gegeben in den Ziegelhütten Ägyptens und Angstgeschrei beim Herannahen des mächtigen Kriegsheeres Pharaos. Nun aber, als Israel die toten Ägypter durch das Meer ans Ufer gespült sah - selbst auf dem sicheren Boden eines neuen Landes stehend - da öffnete die ganze erlöste Gemeinde den Mund zu einem mächtigen Lobgesang Gottes. Heraufgekommen aus ihrer „Taufe in der Wolke und in dem Meere“ (1. Kor. 10,1.2), den Beweis völligen Sieges und völliger Befreiung vor ihren Augen, stimmten 600 000 Männer dieses wunderbare Lied an. Welch ein Anblick, - welch ein Jubel - welch eine Gnade! Mose selbst ist es vor allem, vor dessen Seele die Herrlichkeit, Treue und Rettermacht seines Gottes überaus erhaben dasteht. In der Kraft des Heiligen Geistes wird ihm dieses Lied geschenkt, und er lehrt es das Volk, das von ganzem Herzen in den Lobpreis seines großen Retter-Gottes einstimmt. die wunderbare Befreiung Israels aus Ägypten bildete ja eine Tatsache von bleibender Bedeutung, von Ewigkeitsbedeutung für das Volk Israel. - Das Loblied Moses - das erste in der Bibel! - gibt den Grundton und das Muster ab für alle Lobgesänge des Volkes Gottes zu allen Zeiten! Es stehen uns da gleich viele Psalmen, der Jubelgesang einer Hanna und einer Maria, das Anbetungslied eines Jesaja [Kap. 12] und der Ruhm Gottes im Munde Jeremias [Kap. 10,6-16] vor unseren Augen. - Ja, noch im letzten Buche unserer Bibel, in Offenb. 15, sehen wir die israelitischen Überwinder der Endzeit, welche durch ihre Treue gegen ihren Gott der Macht des Tieres, seines Bildes und der Zahl seines Namens widerstanden haben, am kristallnen Meer stehen mit Gottes Harfen in ihren Händen. Das Lied, welches sie anstimmen, ist der Lobpreis Jesu Christi, des Lammes Gottes. Auch dieses Lied klingt so stark an den einstigen Siegesgesang Israels am Roten Meer, daß der Seher Johannes geradezu sagt: „Sie singen das Lied des Moses, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes!“ (Lies Offenb. 15,1-4!) - Auf Grund der durch unseren Herrn Jesus auf Golgatha vollbrachten Erlösung hat Gott Sich aus dem Ägypten dieser Welt ein für den Himmel bestimmtes Eigentumsvolk erlöst, eine heilige Nation, eine Schar von Königen und Priestern, welche schon jetzt in dieser dunklen Welt die herrlichen Eigenschaften Gottes mit ihrem Wandel und Leben verkündigen, der sie berufen hat aus der Finsternis in Sein wunderbares Licht - aus der Gewalt Satans zu Gottes ewiger Herrlichkeit! - Dem Sündenverderben entronnen, sind ihre Füße gestellt auf den Fels des Heils - sind ihre Herzen schon jetzt versetzt in das Königreich des geliebten Sohnes Gottes! – Darum stehen sie im Geiste jetzt schon vor dem Throne Gottes und dürfen mitten in den Proben und Schwierigkeiten des Alltags Überwinder sein. Wie Moses das Siegeslied in die Herzen des befreiten Israel pflanzte, so stimmt unser auferstandener und gekrönter Führer und Herr in unseren Herzen täglich neu den Lobpreis Seinem Gott und Vater an. Die Freude über unser Heil, die Anbetung über unsere Errettung, darf ausströmen in Huldigung vor unserem Gott! (Vgl. 1. Tim. 1,15-17; 1. Petr. 1,3.4.)

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