BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1927
Februar 1927

Freitag, den 18. Februar 1927


4. Mose 28,1.2.7.14; 1. Chronik 11,17-19

Zu jedem „Schlachtopfer lieblichen Geruchs“, also zu jedem Brandopfer und Friedensopfer gehörte außer dem Speisopfer auch ein Trankopfer, bestehend aus einem bestimmten Maß Wein. [Das „Hin“ faßte wohl 3-4 Liter. Zu einem Farren gehörte ½ Hin Wein, also 2 Liter; zu einem Widder ⅓ Hin = 1 ½ Liter Wein, zu einem Lamm ¼ Hin = 1 Liter Wein.] - Das „Trankopfer“ wurde über das auf dem Feuer befindliche Opfer ausgegossen, um den Wert und Wohlgeruch desselben zu vermehren.

Wir sehen in dem Trankopfer einen besonderen Hinweis auf Entsagung, Hingebung und Leiden. - Als Davids Helden ihm einmal mit Gefahr ihres Lebens frisches Quellwasser aus Bethlehem gebracht hatten, da war es ihm zu wertvoll, seinen Durst damit zu stillen; er goß es aus „als Trankopfer vor dem Herrn“. - In Ps. 22 sagt David, und wir dürfen die Worte als Jesu Worte am Kreuz fassen (vgl. Ps. 22,1!): „Wie Wasser bin Ich hingeschüttet und alle Meine Gebeine haben sich zertrennt; wie Wachs ist geworden Mein Herz; es ist zerschmolzen inmitten Meiner Eingeweide!“ Ja, das ganze Leben Christi war Leiden; und auch wir, Seine Nachfolger, sind zum Leiden berufen: „Da nun Christus im Fleische für uns gelitten hat, so waffnet auch ihr euch mit demselben Sinne!“ Mein Bruder, meine Schwester, hast du diesen Leidenssinn, diese Leidenswilligkeit, wie Jesus sie hatte? Weißt du, daß der Weg Seiner Nachfolge Leiden bedeutet - das Kreuz? „Wer nicht sein Kreuz trägt und Mir nachfolgt, kann nicht Mein Jünger sein!“ [Lies Luk. 14,25-33; Phil. 2,5-11.] - Paulus schreibt den geliebten Philippern: „Wenn ich aber auch als Trankopfer über das Opfer und den Dienst eures Glaubens gesprengt werde, so freue ich mich und freue mich mit euch allen! Gleicherweise aber freuet auch ihr euch mit mir!“ [Phil. 2,17.18; vgl. sorgfältig 2. Tim. 4,6.] - Der Wein ist ja in der Bibel ein Bild der Freude (Ps. 104,15); wird er aber als Trankopfer ausgegossen, so stellt er freudiges Leiden in Hingebung an Gott dar. Wie freudig litten die ersten Christen für Christum! Sie achteten es für eine Ehre, ein Vorrecht; sie rühmten sich der Trübsale! [Apgesch. 5,41; Phil. 1,29.30.] Den Kolossern schreibt Paulus: „Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch und ergänze in meinem Fleische, was noch rückständig ist von den Drangsalen Christi für Seinen Leib, das ist die Gemeinde, deren Diener ich geworden bin!“ - O, wenn nur viele Kinder Gottes nicht so leidensscheu wären - der Schmach und den Leiden Christi nicht so aus dem Wege gingen! Sie gehen ja damit den wahren Freuden, den größten inneren Segnungen aus dem Wege! - Ja, Leiden und Herrlichkeit stehen in engem Zusammenhang.

„Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Drangsal bringt uns ein über die Maßen großes Übergewicht von Herrlichkeit ein, da wir den Blick nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare richten!“ (Lies Röm. 8,18.) - Unser Herr Jesus, Sein Dienst und Seine Nachfolge ist so kostbar, daß Er ohne Scheu Seinen Nachfolgern Kreuz und Leiden in Aussicht stellen kann; auch folgt bald die ewige Herrlichkeit! Den Leidensscheuen aber gilt das Wort: Matth. 10,38.39!

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