BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1927
Februar 1927

Dienstag, den 15. Februar 1927


4. Mose 28,1.2; 3. Mose 2,1-3

Zu jedem Brandopfer oder Friedensopfer (diese waren Schlachtopfer!) wurde auch ein Speisopfer dargebracht. Dem Wert und der Größe des Schlachtopfers entsprach der Wert und die Menge des Speisopfers. [Zu einem Lamm 1/10 Epha Mehl, zu einem Widder 2/10 Epha Mehl, zu einem Farren 3/10 Epha Mehl. 4. Mos. 28,11-13.] Das Speisopfer war kein Opfertier; hier handelte es sich um kein Blutvergießen; sondern dasselbe bestand aus reinem, feinem Weizenmehl mit Öl und Weihrauch. Wie das Brandopfer trug auch das Speisopfer den köstlichen Namen: „Feueropfer lieblichen Geruchs für Jehova“. Indes war es kein Ganzopfer; nur der „Gedächtnisteil“, eine Handvoll davon, wurde auf dem ehernen Altar für Gott „geräuchert“ (d. h. langsam auf der Glut des Brandopfers für Gott verbrannt); das übrige fiel als ein „Hochheiliges“ den Priestern zu.

Das Speisopfer ist ein kostbares Bild von dem reinen, heiligen Leben des Herrn Jesu als Mensch hier in der Welt. Jesus Selbst nennt Sich ja „das Weizenkorn“ und auch „das Brot Gottes“ und spricht: „Schlachtopfer und Speisopfer, hast Du, Gott, nicht gewollt; einen Leib hast Du Mir bereitet!“ (Lies Joh. 6,33; 12,24; Hebr. 10,5.) - Diese Hinweise genügen, um ein geistlich gesinntes, den Herrn liebendes Herz zu aufmerksamer, mit Gebet begleiteter Betrachtung dieses Opfers anzuspornen. Denn die reine, vollkommene Menschheit unseres hochgelobten Herrn ist ein Gegenstand, der die Aufmerksamkeit jedes wahren Christen fesseln muß! Anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: „Gott ist geoffenbart im Fleische, gerechtfertigt im Geiste (vgl. Matth. 11,19b), geschaut von den Engeln (1. Petr. 1,12 bis Schluß), verkündigt unter den Völkern, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit!“ [1. Tim. 3,16; vgl. Joh. 1,10.11.14-18.] - Das Öl, mit welchem das Speisopfer sowohl gemengt als übergossen wurde, weist hin auf den Heiligen Geist, durch welchen Jesus als Mensch schon im Mutterleibe der Jungfrau Maria empfangen und erfüllt - mit welchem Er bei Seiner Taufe am Jordan gesalbt wurde und in Dessen Kraft Er ununterbrochen lebte und wandelte. (Lies Luk. 1,34.35; Matth. 1,20; Mark. 1,10; Apgesch. 10,38.) - Das Speisopfer bestand also aus feingemahlenem Weizenmehl. Nicht ein einziges grobes Körnlein, nicht ein Klumpen war darin. Nichts war uneben, nichts hart oder rauh bei der Berührung. Welcher Druck auch von außen kam, stets blieb die Fläche weich und glatt und gab gern nach. So vermochten keine unangenehmen Umstände, keine Verwicklungen schwierigster Art den Herrn Jesum je aus der Fassung zu bringen. Niemals sah man bei Ihm Unfreundlichkeit oder Ärger; immer nur Güte, Barmherzigkeit, Leutseligkeit! Jesaja sagt: „Er wird nicht schreien und Seine Stimme wird man nicht hören auf der Straße. Das geknickte Rohr wird Er nicht abbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen.“ O, welch ein Heiland! -

Er brauchte nie einen Schritt rückgängig zu machen - ein ausgesprochenes Wort zu widerrufen, wie wir so manches Mal! - Ja, unser Herr Jesus war der einzig vollkommene Mensch, der je auf Erden gewandelt ist! Auf Ihn konnte Gott mit völligem Wohlgefallen herniederblicken; Er hat in allem Gott völlig geehrt und erfreut! Herr Jesu, „Du bist schöner als die Menschensöhne! Holdseligkeit ist ausgegossen über Deine Lippen; darum hat Gott, Dein Gott, Dich gesegnet ewiglich!“ (Lies Luk. 3,21.22; Joh. 17,4.5.) - Jesus verband Gnade mit Wahrheit, Heiligkeit mit Barmherzigkeit, Demut mit Hoheit; Gehorsam gegen Gott mit Hingebung für die Menschen und unzählige andere herrliche Eigenschaften in vollkommener Harmonie miteinander. Ganz neue, kostbare Herzenserkenntnis tut sich uns auf, wenn wir unseren teuren Heiland, den „Sohn Gottes“ und „Menschensohn“ in Seinem Erdenwandel, wie die Evangelien Ihn uns zeigen, sinnend und anbetend betrachten!

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