BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1927
Februar 1927

Montag, den 7. Februar 1927


4. Mose 27,12-14; 5. Mose 3,23-28

Für Mose rückt die Zeit seines Abscheidens nahe. Was Gott ihm bei seiner Versündigung in Meriba angekündigt und was sich an Aaron bereits erfüllt hatte (4. Mos. 20,12 u. 22-29), das sollte nun auch ihm widerfahren: Ohne mit Israel einziehen zu dürfen in das Land der Verheißung, sollte Mose diesseits des Jordans sterben! - Die Höhen des Pisga, östlich von der Nordspitze des Toten Meeres gelegen, sind ein Teil des Gebirges Abarim. Der höchste Gipfel des Pisga ist der Berg Nebo. (Vgl. 5. Mos. 32,48-52.)

Immer wieder hatte Mose den Herrn gebeten: „Laß mich doch über den Jordan gehen und das gute Land sehen, das Du Israel gibst!“ Aber der Herr blieb bei Seiner Verfügung: „Darum, daß ihr (Mose und Aaron) treulos gegen Mich gehandelt und Mich nicht geheiligt habt inmitten der Kinder Israel, sollt ihr nicht hinüberkommen! ... Laß es genug sein; rede Mir fortan nicht mehr von dieser Sache!“ - Wie genau, wie ernst nimmt es doch Gott mit Seinen Kindern! Je näher man Ihm steht - je größer unser Ansehen im Reiche Gottes, desto ernster Seine Züchtigung, wenn wir Ihn in irgend einer Sache verleugnen oder verunehren! Er spricht: „In denen, die Mir nahe stehen, will Ich geheiligt und vor dem ganzen Volke will Ich verherrlicht werden!“ [Lies 2. Kor. 6,14 - 7,1.] - Wie ein rechter Vater die einmal verhängte Strafe an seinem Kinde auch vollzieht, so schwer es seinem liebenden Herzen fällt, so tut es auch unser Gott! Unsere irdischen Eltern züchtigten uns für wenige Tage nach ihrem Ermessen; Er aber zu unserem zeitlichen und ewigen Nutzen - nämlich, damit wir Seiner Heiligkeit teilhaftig werden!“ (Lies Hebr. 12,4-14.) - Und wie weiß doch unser Gott Wahrheit und Gnade, Strenge und Barmherzigkeit so wunderbar zu verbinden! Durfte Mose nicht mit Israel einziehen in das verheißene Land, so wollte doch Jehova Selbst es Seinem geliebten Knechte zeigen - und zwar in seiner ganzen Ausdehnung und Herrlichkeit - nicht nur wie Israel es nachher in Besitz genommen hat, sondern wie Gott es ihm zugedacht hatte und wie dieses kostbare Land noch einmal voll und ganz Israels Teil sein wird im kommenden Tausendjährigen Reich! „Von der Wüste (im Süden) und dem Libanon (im Norden), vom Strome Phrat (d. h. Euphrat, im Osten) bis an das hintere Meer (das Mittelländische Meer, im Westen) wird eure Grenze sein!“ [5. Mos. 11,24; vgl. 1. Mos. 13,14-17; Jos. 1,4.]

Nachdem er diese wunderbare Ausschau gehabt, sollte Mose sterben - „zu seinen Völkern versammelt werden“, d. h. zu allen wahren Gliedern des Volkes Gottes, die ihm schon in die von Gott bereitete Ruhe vorangegangen waren. Ja, „es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes!“ Und jeder treue Knecht, jede demütig dienende Magd wird in dieselbe eingehen! Im Neuen Testament redet Jesus nicht nur von der Ruhe, sondern auch von der Freude, die unserer nach vollbrachtem Dienst und Tagewerk wartet: „Wohl, du guter und getreuer Knecht, gehe ein in die Freude deines Herrn!“ (Lies Ps. 16,11; 17,15.) - O daß dies einen jeden von uns zu hingebendem, aufopferndem Dienst für Christum anspornte während der kurzen Spanne, die uns noch zum Dienen und Fruchtbringen bleibt! - Wie schmerzlich muß für Mose die erneute Erinnerung an seinen Fehltritt gewesen sein! [Lies 4. Mos. 20,1-13!] Aber er ließ sich ruhig und demütig von seinem Gott daran erinnern! Gott hält das für gut und nötig und wenn wir einmal ganz der Sache ins Gesicht gesehen und uns rückhaltlos über alles gebeugt - daher auch eine volle Vergebung erlangt haben, dann ist der bittere Stachel entfernt, wenn auch ein Schmerz wohl immer da ist! Wir können die Folgen unseres Fehltritts demütig und still annehmen und werden immer tiefer geläutert und gereinigt!

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