BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

(www.wol-blz.net)

Suchen nach:
Startseite -- Jahrgänge -- 1927 -- 30. Januar 1927
Diese BLZ Andacht: -- IM ORIGINAL -- Erweitert?

Voriger Tag? -- Nächster Tag

JAHRGANG 1927
Januar 1927

Sonntag, den 30. Januar 1927


Man lese heute überblicksweise 4. Mose 25,1-18

Wir sind [Kap. 22 - 24] auf den Höhen des Pisga gewesen und haben dem Zeugnis der Gnade Gottes über Israel gelauscht. Ein wolkenloser Himmel wölbte sich über dem erwählten Volke; gerechtfertigt durch Gottes Gnade, stand es fleckenlos vor seinem Gott! Aber wenn wir nun in die Ebene hinabsteigen, müssen wir mit tiefem Schmerz erkennen, daß das gesegnete Israel einer bösen Versuchung zum Opfer fällt. Welch ein Gegensatz zwischen Kap. 22 - 24 und Kap. 25! Ach, es sollte nicht so sein - es brauchte nicht so zu sein! Wir werden erinnert an das zwölfte Kapitel des zweiten Korintherbriefes. (Lies 2. Kor. 12!) Dort sehen wir zuerst „einen Menschen in Christo“, der auf einer solchen inneren Höhe steht, daß er im Geiste entrückt werden konnte in das Paradies - und der in den Schwachheiten und Nöten des Alltagslebens die allgenugsame Gnade Christi so in Anspruch nahm, daß Christi göttliche Kraft über ihm wohnte und sich an und in ihm offenbarte! Ja, Christus wurde inmitten von Leiden, Schwierigkeiten, Anfechtungen und Bedrängnissen hocherhoben durch Paulus! „Deshalb hatte er Wohlgefallen an Schwachheit, an Nöten und Ängsten für Christum, denn gerade wenn er schwach war, offenbarte sich an ihm die Kraft Christi! - Wie anders war es mit den Korinthern! Bekehrt waren sie auch - Christum besaßen sie auch! Und doch, welch ein Unterschied. Wie kann es doch betrübend um Gläubige stehen, wenn sie die Gnade nicht genügend schätzen, - wenn sie im Kampf des praktischen Alltagslebens nicht wirklich Gebrauch machen von dieser Gnade und Kraft! - Sie sind Gottes Heilige und Geliebte; aber in was für Torheiten und Sünden können sie noch fallen! (Lies 2. Kor. 12,11-21!) Wahrlich, es brauchte nicht so zu sein - es sollte nicht so sein! - Aber tatsächlich ist es auch heute oft so bei den Kindern Gottes! - Glückselig die wenigen, welche genug Gnade nehmen aus der Fülle Christi und daher in all den Kämpfen und Versuchungen Christi Kraft und Christi Sieg erfahren zur Ehre Gottes! Israels Zelte standen noch an der gleichen Stätte, dahin Bileam seinen Blick gerichtet hatte, als er, überwältigt vom Geiste Gottes, ausrufen mußte: „Wie schön sind deine Zelte, Jakob - deine Wohnungen, Israel!“ Aber der Teufel, dessen finstere Macht nichts hatte ausrichten können, um das geliebte Volk Gottes zu verfluchen - er suchte und fand Eingang bei dem Volke mit seiner List, um sie tief zu schädigen, und wenn es möglich wäre, sie doch noch unter den Fluch Gottes zu bringen! - O, daß wir alle heute von neuem die Warnung zu Herzen nähmen: „Seid nüchtern, wachet! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Widerstehet ihm standhaft im Glauben!“ - Ja, wir verstehen die tiefe Besorgnis und den heiligen Eifer des Apostels, wenn er den Korinthern schreibt: „Ich eifere um euch mit Gottes Eifer! Denn ich habe euch einem Manne verlobt - Christus, um euch als eine keusche Jungfrau Ihm darzustellen! Ich fürchte aber, daß, wie die Schlange Eva verführte durch ihre List, also auch euer Sinn verderbt und abgewandt werde von der Einfalt gegen Christum!“ [Lies 1. Joh. 2,1-6.]

www.WoL-BLZ.net

Zuletzt geändert am 29.06.2019 11:19 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)