BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1926
Oktober 1926

Sonnabend, den 30. Oktober 1926


4. Mose 21,10-18

Israel hatte das Gebirge Seir umzogen. Nun folgten die letzten Lagerstationen nordwärts im Ostjordanlande. Hier schenkte Gott ihnen die großen Siege über die Könige Sihon und Og. (Kap. 21,21-35.) - Das Gebiet des ersteren, zwischen Arnon und Jabbok, hatte früher den Moabitern gehört. Deshalb wird die letzte Lagerstätte Israels immer noch „die Ebene Moabs“ genannt. (Kap. 22,1.) Wie die einzelnen Lagerstätten Israels, so kennt der Herr auch all die Stationen unserer Lebensreise. Voll innigen Mitgefühls und heiliger Liebe nimmt Er teil an den Leiden und Freuden, an den Bedrängnissen und Siegen Seines erlösten Volkes: „Er ward ihnen zum Heiland (Retter, Helfer)! In all ihrer Bedrängnis war Er bedrängt und der Engel Seines Angesichts hat sie gerettet. In Seiner Liebe und in Seiner Erbarmung hat Er sie erlöst und Er hob sie empor und trug sie alle Tage!“ (Vgl. 2. Mos. 19,4; 5. Mos. 1,30.31.) - Nun gelangte Israel an die Grenze des mächtigen Amoriterkönigs Sihon. Hier stärkte Gott Sein Volk mit wunderbarem Siegesmut, der sich in Liedern kundgab, welche aufbewahrt blieben in dem „Buch der Kämpfe des Herrn“. (V. 14.15.) - Ja, die Glaubenskämpfe des wahren Volkes Gottes sind die Kämpfe des Herrn Selbst! Wenn wir für Sein Reich dienen, leiden und streiten, dann streitet Er für uns: „Fürchtet euch nicht und erschrecket nicht! Denn nicht euer ist der Streit, sondern Gottes!“ „Der Herr wird für euch streiten, und ihr, ihr werdet stille sein!“ (Lies 2. Mos. 14,13.14; 2. Chron. 20,1-30.) Machen wir Siegeserfahrungen, dann entstehen und erklingen auch kostbare Siegeslieder zum Ruhm unseres herrlichen Herrn: „Singet dem Herrn ein neues Lied, spielet wohl mit Jubelschall! ... Ich will dem Herrn singen, daß Er so wohl an mir tut!“ „Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten!“ Stimmt das auf deine „Hütte“, auf dein Herz und Haus?

Ehe Israel in den Kampf zog, sorgte der Herr für wunderbare Erquickung. In Beer war ein alter Brunnen. Da sprach der Herr zu Mose: „Versammle das Volk und Ich will ihnen Wasser geben!“ Mose selbst, der Gesetzgeber, und die Fürsten bemühten sich, den Brunnen aufzugraben, und darüber erquickte sich das Volk an dem aus der Tiefe geschöpften Wasser! Ein neues Lied gab ihrer Freude Ausdruck. - Ist es nicht immer wieder so auf der Wüstenreise des Volkes Gottes? Inmitten aller Kämpfe schart der Herr Sein geliebtes, erlöstes Volk immer neu um sich. Er ist ja ihr guter Hirte und führt sie zu frischem Wasser, um ihre Seele zu erquicken. (Lies Ps. 65,4; 66,8-16.) - In der Heiligen Schrift finden wir die alten Brunnen, aus denen schon Tausende vor uns getrunken haben. Sie müssen nur neu aufgegraben werden, dann sprudelt frisches Quellwasser, das unser Dürsten stillt! [Lies Ps. 42,1-3; 119,131.132; 143,6.] - „Edle des Volkes“, Fürsten und Führer im geistlichen Sinne gebraucht der Herr als Seines Geistes Werkzeuge. (1. Chron. 12,32.) Mit ihren „Stäben“, mit ihrem Glauben und ihrer praktischen Erfahrung graben sie in dem Quellboden des Wortes Gottes - forschen sie in der Schrift, um dann ihren Miterlösten das frische Wasser darzubieten, das ihre Seelen erquickt und „den Hörenden Gnade darreicht“. [Vgl. 1. Tim. 6,11-16.20.21; 2. Tim. 3,15.] - Ja, es ist ein Vorrecht, von Gott gebraucht zu werden zum Dienst und Wohl des Volkes Gottes. (Spr. 10,13a.21a; Ps. 37,30.31; Pred. 12,9.10.) Neue Erkenntnisse aus Gottes Wort - neue Kräfte und Segnungen des Heiligen Geistes rufen in der Gemeinde auch neue Lieder wach! Denken wir nur an die kostbaren Liederbücher, die fast alle in den letzten 30 Jahren entstanden sind: „Geistliche Lieder“, „Gemeinschaftslieder“, „Reichslieder“, „Rettungsjubel“, „Siegeslieder“ u. v. a. „Die ihr auf dem Wege wandelt, singet!“ „Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich!“

Oft aber sind die, die Gott zu „Fürsten“ und „Fürsorgern“ Seiner Geliebten gesetzt hat oder die sich selbst dafür halten, träge. Sie graben und forschen nicht im Worte Gottes; sie schöpfen kein frisches Wasser, sondern bringen ihren Hörern immer wieder das Alte, Abgestandene, das vor langen Zeiten einmal geschöpft wurde. Ja, es gibt Leiter und Lehrer, die, statt sich unter Gebet und Flehen Neues aus der Schrift schenken zu lassen, nichts Besseres wissen, als aus alten Büchern ihren Hörern vorzulesen, was vielleicht einmal „frisch geschöpftes Wasser“ war, was aber jetzt veraltet ist und den Seelen nicht mehr bietet, was sie so notwendig zu ihrer Förderung im Glaubensleben bedürfen! - Wie hat ein Paulus „kämpfend gerungen“ nach stets neuer Wirksamkeit des Heiligen Geistes in seiner eigenen Seele - nach neuen Aufschlüssen und Darreichungen des Heiligen Geistes durch die Schrift, um stets in neuer Kraft und den Bedürfnissen der augenblicklichen Stunde entsprechend mit Weisheit den Seelen dienen zu können und sie „in der Gnade Gottes zu befestigen!“

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